Ich habe schon „Auktionen“ auf öffentlichen Handelsketten beobachtet, die sich überhaupt nicht wie Auktionen anfühlten. Eher wie ein Glaskasten. Jeder kann jedes Gebot in Echtzeit sehen. Also warten die Leute ab. Sie kopieren. Sie steigen im letzten Moment ein. Oder sie schrecken andere mit einem vermeintlich hohen Gebot ab. Das Ergebnis ist ein seltsamer Preis. Nicht der echte. Sondern der, der sich ergibt, wenn alle jeden anstarren. Genau deshalb sind private Gebote so wichtig. Bei einer Auktion mit verdeckten Geboten geht es nicht um zwielichtige Machenschaften, sondern um Ruhe und Übersicht. Man gibt sein Gebot in einem Umschlag ab. Man wird nicht bestraft, wenn man zu früh dran ist. Man wird nicht gejagt, wenn man ein hohes Gebot abgibt. Und man verrät seine Absicht nicht versehentlich dem ganzen Markt. Das Whitepaper von Dusk geht von demselben menschlichen Problem aus: Wenn Wert und Identität immer öffentlich sind, ändern die Menschen ihr Verhalten. Deshalb integriert Dusk Datenschutz in die Kernschicht und bietet native Unterstützung für Zero-Knowledge-Tools auf der Rechenschicht – nicht als nachträglich hinzugefügtes Add-on. Und hier kommt der Punkt, der mich beim ersten Mal stutzig gemacht hat. Dusk nutzt bereits ein „Blind Bid“-Konzept in seiner eigenen Engine. Beim Proof-of-Blind Bid sammelt das Netzwerk Gebote, die den dahinterstehenden Einsatz verbergen. So kann ein Teilnehmer die Gültigkeit seines Gebots ohne Offenlegung seiner Identität oder der Höhe des Einsatzes beweisen. Das ist keine leere Marketingfloskel. Die Veröffentlichung beschreibt es ganz direkt: verschleierte Beträge, Merkle-Bäume der Gebote und Beweise, die zeigen, dass man berechtigt ist, ohne die Identität oder die Höhe des Einsatzes preiszugeben. Wenn man also fragt: „Kann Dusk Auktionen entwickeln, bei denen Gebote privat bleiben?“, verlangt man keine Zauberei. Man möchte lediglich die gleichen Bausteine in einem Marktumfeld wiederverwenden. Stellen Sie sich eine private Auktion auf Dusk wie eine Geschichte mit drei einfachen Schritten vor. Erster Schritt: Jeder Bieter gibt ein Gebot ab. Das klingt vielleicht etwas steif, ist aber im Grunde ein mathematisch berechneter, versiegelter Umschlag. Man fixiert seinen Gebotsbetrag, sodass er später nicht mehr geändert werden kann, aber niemand kann ihn vorher lesen. Im PoBB-Design beinhaltet das „Gebot“ eine Verpflichtung zum Einsatzwert sowie versteckte Daten, mit denen man später Dinge darüber beweisen kann.Das Paper erläutert das Konzept der Verpflichtung und wie das Gebot in einer Merkle-Baumstruktur abgebildet wird. Zweiter Schritt: Sie beweisen es, ohne die Information preiszugeben. Hier kommt Zero-Knowledge ins Spiel, und ich halte es einfach: Ein ZK-Beweis ist eine Quittung, die bestätigt, dass die Regel eingehalten wurde, während der geheime Teil geheim bleibt. Dusks Paper legt das Kernversprechen von ZK-Beweisen dar: Vollständigkeit, Korrektheit und „Zero-Knowledgeness“, was bedeutet, dass der Beweis nichts anderes preisgeben sollte als „Die Behauptung ist wahr“. Dusk nennt außerdem PlonK als das im Protokoll verwendete Beweissystem. In einem Auktionsvertrag kann dieser Beweis die heiklen Aspekte abdecken. „Mein Gebot liegt im zulässigen Bereich.“ „Ich habe die Anzahlung geleistet.“ „Ich stehe auf der Zulassungsliste.“ „Ich biete nicht zweimal mit demselben Schlüssel.“ Und das alles, ohne Ihr vollständiges Gebot öffentlich zu posten. Da Dusks VM für die Verifizierung von Beweisen und die effiziente Arbeit mit Merkle-Bäumen entwickelt wurde, zwingen Sie die Blockchain nicht dazu, etwas vorzugeben, was sie nicht ist. Das ist die wahre Bedeutung von „nativer Unterstützung“: Die Blockchain kann die Berechnungen im Rahmen der normalen Ausführung überprüfen. Dritter Schritt: eine faire Preisfindung. Private Gebote scheinen die Preisfindung zu blockieren, doch das Gegenteil ist der Fall, wenn sie richtig umgesetzt werden. Eine faire Preisfindung bedeutet, dass der Markt ohne Nebenspielereien einen echten Clearingpreis findet. Das Ergebnis kann trotzdem öffentlich sein: der Gewinner, der Clearingpreis, gegebenenfalls auch ein Zweitpreis. Privat bleibt der Weg dorthin sowie die verlorenen Gebote, die sonst für alle Zuschauer frei einsehbar wären. Hier kommt das private Zahlungsmodell von Dusk ins Spiel. Das Whitepaper beschreibt Phoenix, ein Transaktionsmodell, bei dem Ausgaben mit einem Zero-Knowledge-Beweis (ZK) verifiziert werden und die Privatsphäre mit der Nutzung wächst. Einfach ausgedrückt: Die Blockchain kann bestätigen, dass das Geld korrekt transferiert wurde, ohne dass jedes Detail öffentlich einsehbar ist. Das ist wichtig für Auktionen, denn bei Auktionen geht es nicht nur um die Auswahl des Gewinners, sondern auch um die Abwicklung.Sie wünschen sich ein System, in dem Zahlungen, Rückerstattungen und der Abschluss von Transaktionen möglich sind, ohne dass jeder Bieter zu einem öffentlichen Datenleck wird. Und ehrlich gesagt, genau diesen Punkt übersehen die meisten. Öffentliche Gebote geben nicht nur den Preis preis, sondern auch Angst, Absichten und Schwachstellen offen. Ein Fonds, der mit hohen Geboten agiert, wird zum Ziel. Ein Unternehmen, das frühzeitig bietet, sendet ein Signal. Ein unterlegener Bieter wird zum potenziellen Ziel für zukünftige Auktionen. Private Gebote sind kein unrealistischer Traum von maximaler Privatsphäre. Sie gewährleisten grundlegende Marktsicherheit. Sie stellen keine Finanzberatung dar. Aber wenn Sie versiegelte Gebotsauktionen auf der Blockchain durchführen könnten, deren Regeln bewährt sind und deren Gebote bis zum richtigen Zeitpunkt geheim bleiben … was würden Sie zuerst entwickeln: Anleiheemissionen, tokenisierte Aktien oder einfache Verkäufe, die sich endlich fair anfühlen?