Japan hat endlich die Handschuhe ausgezogen. In einem seltenen Schritt ging Finanzminister Katsunobu Kato live im nationalen Fernsehen und wedelte mit einer Waffe, die die USA nur zu gut kennen – Japans 1,13 Billionen Dollar in US-Staatsanleihen. Als er gefragt wurde, ob Japan jemals seine Position als Amerikas größter ausländischer Kreditgeber als Druckmittel in Handelsgesprächen mit der Trump-Administration nutzen würde, zögerte Kato nicht. „Es existiert als Karte“, sagte er ruhig – ein Satz, der wie ein Blitz durch die Märkte schlug. Das war kein Versprecher. Japan hat immer vermieden, auch nur die Idee zu erwähnen, US-Schulden abzubauen. Aber nachdem Trump seit April mit "gegenseitigen Zöllen" um sich wirft, hält Japan jetzt offenbar alle Optionen offen. Die erste Zollankündigung hatte bereits die US-Märkte erschüttert. Die Renditen sprangen in die Höhe, Anleihen wurden verkauft, und Panik begann sich auszubreiten. Trump setzte schließlich für 90 Tage auf Pause – aber der Schaden war bereits angerichtet. Japans wirtschaftliche Warnung: Drängt uns nicht zu weit! Katos Kommentar kam nur Stunden, nachdem Japans oberster Handelsverhandler, Ryosei Akazawa, von angespannten Gesprächen in Washington mit Finanzminister Scott Bessent und anderen US-Beamten zurückgekehrt war. Hinter verschlossenen Türen sollen sie über US-Autoimporte, Energie und Agrarexporte heftig gestritten haben – alles Bereiche, in denen Trump möchte, dass Japan schnell nachgibt. Japan könnte zustimmen, mehr US-Erdgas oder Agrarprodukte zu kaufen – aber nicht ohne einen Kampf. Kato, der auch Ende April Bessent traf, hat eindeutig genug. Analysten schonten keine Worte. Nicholas Smith, Chief Strategist bei CLSA, sagte: „Das ist jetzt ein Straßenkampf. Wenn du eine mächtige Waffe hast, wäre es naiv, sie nicht zu zeigen. Du musst sie nicht benutzen – es reicht, ihnen zu lassen, dass du es könntest.“ Und das geht nicht nur um Japan. Wenn China – das ebenfalls einen Berg an US-Schulden hält – mit einer ähnlichen Drohung nachzieht, könnte der US-Anleihenmarkt spiralförmig absteigen. Zusammen haben Japan und China immense Hebelwirkungen. Und jetzt, da Japan den ersten Schritt gemacht hat, könnte das eine viel größere globale Reaktion auslösen. Japans Premierminister nannte den Handelskrieg von Trump bereits eine „nationale Krise“. Dass Kato, der für seine Vorsicht und Diplomatie bekannt ist, so offen in der Öffentlichkeit spricht, zeigt, wie ernst die Lage geworden ist. Jesper Koll von der Monex Group brachte es am besten auf den Punkt: „Wenn Japans Finanzminister offen über seine US-Staatsanleihen spricht, ist das nicht nur eine Warnung. Es ist eine Botschaft: Wir sind fertig mit dem freundlichen Spiel.“ Die Gespräche zwischen Japan und der Trump-Administration werden im Mai intensiver, mit einem möglichen Deal bis Juni. Aber eines ist klar – Japan fordert nicht mehr einfach nur Fairness. Sie sagen: Drückt uns wieder, und wir zünden den Anleihenmarkt an.

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