In der alten Sanskrit-Sprache,
Es gibt ein besonderes Wort: arambhashura.

Es betrifft nur die Menschen, die zu Beginn voller Enthusiasmus sind,
und dann still aufgeben, wenn die Emotionen abkühlen.

Interessant ist, dass:
dieses Wort seit Tausenden von Jahren existiert.

Das heißt,
seit sehr langer Zeit wissen die Menschen über dieses Syndrom Bescheid —
aber dann… fällt man immer noch zurück,
immer wieder.

Eine Studie in den USA zeigt:
Im Durchschnitt benötigt man 32 Tage, um Neujahrsvorsätze aufzugeben.

Weniger als anderthalb Monate.
Von der Entschlossenheit, das ganze Leben zu ändern -
und dann zurück zum alten Lebensstil.

Arambhashura.

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Haruki Murakami ist nicht so.

Er schreibt nicht aus Inspiration.
Nicht auf kreativen Wind warten.
Keine Aufregung nötig.

Jeden Morgen, um 4 Uhr aufstehen.
4 Stunden am Stück schreiben.

Nachmittags, 10 km laufen.

Jeden Tag ist es so.
Regelmäßig.
Monoton.
Niemand feuert an.

Kein Applaus.
Keine Anerkennung.

Als er nach dieser Langeweile gefragt wurde,
lächelte Murakami nur sanft:

„Ich lebe nicht, um Aufregung zu suchen.
Ich lebe, um schöne und wahre Dinge zu schaffen.
Und das braucht Langeweile - auf die richtige Weise.”

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Aufregung ist kein Feind.
Aber auch kein Wegweiser.

Es ist wie der starke Wind zu Beginn der Saison -
stark genug, um das Boot zu starten.

Aber niemand überquert den Ozean nur mit dem Wind.

Du brauchst einen Mast:

Disziplin.
Engagement.
Und ein System, das nicht von Emotionen abhängig ist.

Aufregung hilft dir, anzufangen.
Aber das, was dir hilft, weit zu kommen
ist immer das Engagement für wiederholte Handlungen
auch wenn niemand zusieht.

Emotionen sind kein Kompass.
Es ist nur vorübergehendes Wetter.

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Wir wachsen in einer Gesellschaft
die Emotionen zu sehr wertschätzt:

Langweilig? Vielleicht bist du auf dem falschen Weg.
Kein Spaß mehr? Vielleicht solltest du aufhören.

Sondern Emotionen sind nur Störungen.
Es ist wie ein Schnappschuss,
nicht die Karte des gesamten Weges.

Du kannst es völlig schaffen
auf dem richtigen Weg -
und trotzdem gelangweilt sein.

Also ist die wichtige Frage nicht:

„Habe ich noch Interesse?“

Sondern:

„Wenn ich keinen Spaß mehr habe... wofür kann ich weitermachen?“

Wenn die Antwort ist:

Weil ich gewählt habe.
Und ich engagiere mich für das Richtige.

Dann herzlichen Glückwunsch.
Du bist nicht mehr arambhashura.

Du lebst ein anderes Leben.
Ein Lebensraum, in dem Handlungen keine Inspiration brauchen,
Moral keine Zuschauer braucht,
und Engagement durch kleine, wiederholte Handlungen - jeden Tag - ausgedrückt wird.

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Jede große Reise
hat ihre langweiligen Abschnitte.

Das ist kein Zeichen, dass du falsch bist.
Im Gegenteil,
es ist ein Signal, dass du tief genug gehst.

Wie ein Samen,
der immer eine lange Zeit braucht
in der Dunkelheit
um zu keimen.

Kein Licht.
Kein Applaus.
Kein Ergebnis.

Einfach still sein.
Und weitermachen.

Du wirst nicht außergewöhnlich
durch hohe Emotionen.

Du wirst außergewöhnlich
durch die richtigen Handlungen -
wiederholt
bis es du selbst wirst.

Alle nachhaltigen Werte -
Disziplin, Engagement, unauffällige Handlungen -
werden im Dunkeln geschmiedet.

Nicht aus den feurigen Tagen,
sondern aus den Tagen
an denen es keine Motivation mehr gibt
außer dem stillen Versprechen an sich selbst.

Vielleicht sagt dieser Satz am besten:

„Du musst nicht für immer begeistert sein.
Du musst nur weitermachen, wenn der Spaß vorbei ist.”

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Arambhashura ist ein weit verbreitetes Syndrom.

Aber das tägliche Engagement zu wiederholen
ist das stärkste Immunsystem.

Es wird dich beschützen
vor dem Aufgeben
jedes Mal, wenn der Wind sich dreht.

#0xdungbui