Südkoreas Stadt Jeju geht mit KI gegen Krypto-Steuerbetrüger vor
Von Christian Encila – 18. August 2025
Die Steuerbehörden der Stadt Jeju in Südkorea haben entschlossene Maßnahmen gegen Bewohner ergriffen, die verdächtigt werden, Steuern zu hinterziehen, indem sie Kryptowährungsvermögen einfrieren und beschlagnahmen als Teil einer umfassenderen Untersuchung, die fast 3.000 Personen umfasst.
Gezielte Durchsuchung zeigt versteckte Krypto-Bestände
Lokale Berichte deuten darauf hin, dass die Beamten 2.962 Bewohner überprüften, die zusammen fast 20 Milliarden Won (rund 14 Millionen US-Dollar) schuldeten. Unter ihnen wurden 50 Personen gefunden, die Kryptowährungen an großen Börsen hielten. Der Gesamtwert dieser Vermögenswerte betrug ungefähr 230 Millionen Won (166.270 US-Dollar).
KI-Tools unterstützen die Steuerbehörden
Die Steuerabteilung von Jeju soll KI eingesetzt haben, um die Handelsdaten zu durchsuchen und versteckte Krypto-Bestände auf Plattformen wie Bithumb, Upbit, Coinone und Korbit zu verfolgen. Durch den Einsatz dieser Technologie konnten die Behörden Konten effizient und genau mit offenen Steuerschulden abgleichen.
Börsen als Drittschuldner benannt
Im Rahmen der Durchsetzung wurden Börsen als Drittschuldner bezeichnet. Diese rechtliche Bezeichnung erlaubt es den Behörden, die Sperrung von Konten zu beantragen und, falls erforderlich, die Übertragung von Mitteln zur Begleichung unbezahlter Steuern zu veranlassen. Für Krypto-Inhaber, die inländische Plattformen nutzen, birgt dies ein unmittelbares Risiko: Unbezahlte Steuerschulden könnten zur Sperrung oder Verwertung von Krypto-Vermögenswerten führen.
Rechtliche Grundlage und Auswirkungen
Südkorea hat lokalen und nationalen Steuerbehörden seit 2021 die Befugnis erteilt, Kryptowährungen von säumigen Steuerzahlern zu konfiszieren. Die jüngsten Maßnahmen in Jeju stehen im Einklang mit den laufenden nationalen Durchsetzungsbemühungen, bei denen die Behörden zuvor Hunderte Millionen Dollar in Krypto beschlagnahmt haben, um Steuern einzutreiben.
Obwohl die in Jeju beschlagnahmten Beträge relativ gering sind, sendet der Schritt ein klares Signal: Die lokalen Behörden nutzen Daten, Technologie und rechtliche Macht, um die Steuerkonformität sicherzustellen. Dies könnte Krypto-Nutzer in Südkorea dazu anregen, proaktiver bei der Meldung von Vermögenswerten und der Zahlung von Steuern zu sein, während Börsen mit weiteren formellen Compliance-Anfragen rechnen können.