📌 Kontext: Ein sensibler Zeitpunkt im globalen geldpolitischen Zyklus

  • Die Federal Reserve steht an einem politischen Scheideweg: Sie verschiebt sich von ihrer inflationsbekämpfenden Haltung hin zur geldpolitischen Lockerung zur Unterstützung von Wachstum und Beschäftigung. Zum ersten Mal erkannte Vorsitzender Jerome Powell an, dass das Risiko einer Schwäche auf dem Arbeitsmarkt jetzt das Risiko einer anhaltenden Inflation überwiegt - was die Möglichkeit eines Zinssatzsenkungs bereits im September signalisiert.

  • Donald Trump hingegen übermittelte eine starke politische Botschaft: Wenn er ins Weiße Haus zurückkehrt, wird er den Fed-Vorsitzenden ersetzen und für Zinssenkungen von bis zu 300 Basispunkten drängen, obwohl die Märkte einen solchen Schritt als überambitioniert ansehen.

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🔍 Parallelwirkungsanalyse

  1. Finanzmärkte

  • Erwartungen an Zinssenkungen sind bereits in Gold, Öl und - am bemerkenswertesten - Bitcoin eingepreist, wobei sich die risikofreudigen Kapitalflüsse beschleunigen, da die Kreditkosten voraussichtlich sinken werden.

  • Wenn jedoch Trumps Plan umgesetzt würde, könnte dies einen extremen Zyklus "billigen Geldes" auslösen, der das Risiko von Vermögensblasen birgt, die an die Folgen aggressiver Lockerungen in den 1970er Jahren erinnern.

  • Im breiteren globalen Kontext spiegeln die 15 zeitgleichen Zinssenkungen im Mai die größte Welle der geldpolitischen Lockerung in diesem Jahrhundert wider, wobei die Fed lediglich ein Glied in einer größeren Kette miteinander verbundener Politikänderungen ist.

  1. Geopolitik & Politik

  • Powell verfolgt einen maßvollen, vorsichtigen Ansatz, legt die Grundlagen für einen kurzfristigen Senkungszyklus und wahrt gleichzeitig das Prinzip der Inflationskontrolle.

  • Trump hingegen positioniert die geldpolitische Lockerung als zentrales politisches Instrument, ein Schritt, der die Unabhängigkeit der Fed untergraben und die US-Geldpolitik in ein Wahlwerkzeug verwandeln könnte.

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💡 Persönliche Sichtweise

In diesem Moment ähnelt die Dynamik zwischen Fed und Trump "zwei gleichzeitig schlagenden Trommelschlägen", jedoch mit unterschiedlichen Tempi: Powells ist langsam und überlegt; Trumps ist schnell, kraftvoll und auf sofortige Auswirkungen ausgerichtet.

Meiner Meinung nach:

  • Powells Szenario: Hilft den Märkten, die Erwartungen allmählich anzupassen, um einen plötzlichen Schock zu vermeiden.

  • Trumps Szenario: Wenn es umgesetzt wird, könnte es einen starken kurzfristigen Schub bringen, birgt aber das Risiko langfristiger Instabilität - insbesondere da die Vermögensungleichheit in den USA bereits auf historischen Höchstständen ist.

Beide unterstreichen jedoch eine gemeinsame Realität: "Die Ära der hohen Zinssätze" neigt sich dem Ende zu - doch die Methode und Geschwindigkeit dieses Übergangs werden bestimmen, ob wir in eine neue Phase der Stabilität eintreten oder in den nächsten Zyklus der Volatilität geraten.


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