Kevin Warsh übernimmt die Federal Reserve und revolutioniert ein Jahrhundert Regelwerk. Künstliche Intelligenz wird zum Deflationsinstrument.
Trump nominiert Kevin Warsh als nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve. Dies ist nicht nur ein Personalwechsel, sondern auch eine Revolution der monetären Philosophie. Warsh plädiert dafür, dass die Federal Reserve ihre Interventionen minimieren und Regeln anstelle von Ermessensspielräumen anwenden sollte. Seine Kernthese stellt die Tradition in Frage und besagt, dass die Ursachen der Inflation nicht im Lohnwachstum liegen, sondern in der unkontrollierten Fiskalpolitik und der Ineffizienz der Regierung.
Noch wichtiger ist die tiefe Bindung von Warsh zu Palantir. Palantir wird zum zentralen Akteur im bundesstaatlichen Betrugsbekämpfungsprogramm und übernimmt die Überprüfung von 4 Milliarden Dollar an Krediten der Small Business Administration, die Prüfung von 43 Billionen Dollar an Hypotheken von Fannie Mae sowie die Überwachung des medizinischen Erstattungssystems. Mit KI sollen Verschwendungen und Betrug beseitigt werden, was einer Bekämpfung der Inflation an der Wurzel gleichkommt.
Warsh hält KI für eine strukturelle Deflationskraft. In seiner Rede am Hoover Institution betonte er, dass ein Anstieg der Produktivität die Gesamtkosten der Wirtschaft senken wird, während die traditionelle Federal Reserve dies fälschlicherweise als Inflation interpretiert. In diesem neuen Rahmen muss eine Zinssenkung nicht unbedingt als taubenhaft angesehen werden, sondern könnte die Anerkennung der fiskalischen Disziplin und der Effizienz von KI bedeuten. Ein Bericht von Goldman Sachs weist darauf hin, dass Warsh zwar Regeln befürwortet, aber in der Praxis flexibel ist und eine Mischung aus Regeln und Ermessensspielräumen schaffen wird.