Die starke Anpassung von Bitcoin zu Beginn des Jahres 2026 hat den vertrauten vierjährigen Halving-Zyklus nicht erschüttert. Im Gegenteil, laut Kaiko Research stärkt diese Entwicklung das Muster, das in der Geschichte des Bitcoin-Preises bereits mehrfach aufgetreten ist, trotz tiefgreifender Veränderungen in der Marktstruktur.

In dem neu veröffentlichten Bericht argumentiert Kaiko, dass der Rückgang von der Gipfelregion des Zyklus nahe 126.000 USD auf 60.000 im Februar, der derzeit um 70.000 USD gehandelt wird, laut BingX-Daten, einem Rückgang von etwa 52% entspricht, was völlig mit den Bärenmärkten nach vorherigen Halvings übereinstimmt. Für Trader und Kleinanleger sind dies wichtige Daten, um Risiken in einem Umfeld zu positionieren, in dem die Volatilität noch nicht vorbei ist.

Ein Rückgang von 52 % ist im Halving-Zyklus nicht ungewöhnlich

Laut Kaiko bewegt sich Bitcoin genau nach dem vierjährigen Modell, das sich über viele Zyklen entwickelt hat. Nach jedem Halving steigt der Preis normalerweise für etwa 12–18 Monate stark an, bevor er einen Höhepunkt erreicht, und wechselt dann schnell in eine Phase starker Korrektur.

Der vierjährige Halving-Zyklus von Bitcoin


Das letzte Halving fand im April 2024 statt. Das Szenario, dass Bitcoin Ende 2025 einen Höhepunkt erreicht und Anfang 2026 in einen Bärenmarkt übergeht, ist bereits in früheren Zyklen aufgetreten. Kaiko betont, dass Bitcoin in der Geschichte oft um 50–80 % gefallen ist, nachdem es den Höhepunkt des Zyklus erreicht hat, weshalb die derzeitige Korrektur kein Hinweis darauf ist, dass "der Zyklus tot ist".

"Die Preisbewegung von 126.000 USD auf 60.000 USD bestätigt tatsächlich den vierjährigen Halving-Zyklus, anstatt ihn zu leugnen," bewertet Kaiko, basierend auf historischen Daten früherer Zyklen.

Das Bitcoin-Preismodell im vierjährigen Zyklus wird von der "Bitcoin-Halving"-Ereignis beeinflusst


Der Zyklus wird in Frage gestellt, aber noch nicht ersetzt

In den letzten Jahren wurde die Gültigkeit des vierjährigen Zyklus kontinuierlich in Frage gestellt. Arthur Hayes behauptete einst, dieser Zyklus sei beendet, da globale Geldströme und makroökonomische Politiken die entscheidenden Faktoren für den Preis seien. Einige andere Ansichten schlagen sogar vor, dass Bitcoin möglicherweise in einen fünfjährigen Zyklus übergeht, aufgrund der zunehmenden Teilnahme von Institutionen und der Rolle der globalen Liquidität.

Kaiko erkennt an, dass der Zyklus 2024–2025 viele Unterschiede aufweist: das Auftreten von Bitcoin-Spot-ETFs, klarere rechtliche Rahmenbedingungen und ein reiferes DeFi-Ökosystem im Vergleich zu früheren Zyklen. Diese Veränderungen sind jedoch nicht ausreichend, um Bitcoin daran zu hindern, nach dem Erreichen des Höhepunkts in eine starke Korrekturphase überzugehen.

Stattdessen verändern sie die "Art" und Weise, wie der Markt fällt. Im jüngsten Ausverkauf verzeichneten Bitcoin-ETFs einen Nettoabfluss von mehr als 2,1 Milliarden USD, was den Verkaufsdruck verstärkte. Dies zeigt, dass institutionelle Beteiligung die Liquidität erhöht, jedoch in beide Richtungen: stark ansteigend bei Euphorie und stark fallend bei starker Marktwende.

DeFi ist robuster, aber nicht immun gegen den Bärenmarkt

Kaiko weist auch darauf hin, dass die DeFi-Infrastruktur heute viel robuster ist als 2022, die grundlegenden Kennzahlen jedoch weiterhin schwächer werden. Der gesamte gesperrte Wert (TVL) sinkt und die Staking-Rate verlangsamt sich, was zeigt, dass kein Bereich in Krypto sich vollständig vom Bärenmarkttrend abkoppeln kann.

Selbst wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen klarer geworden sind, bleibt Krypto stark von makroökonomischen Risiken betroffen, insbesondere im Kontext von Unsicherheiten der Fed und schwächelnden globalen Risikoanlagen.

Wo ist der Boden? Eine Frage ohne Antwort

Das größte Problem derzeit, so Kaiko, bleibt die Bestimmung des Bodens von Bitcoin. Die schnelle Rückkehr des Preises von 60.000 USD auf 70.000 USD könnte auf eine anfängliche Unterstützungszone hinweisen, aber die Geschichte zeigt, dass Bärenmärkte oft 6–12 Monate dauern, mit vielen gescheiterten Erholungsphasen, bevor ein nachhaltiger Boden gebildet wird.

Einige Indikatoren zeigen, dass der Prozess des "Leverage-Entzugs" stark im Gange ist: Der Anteil an Stablecoins liegt bei etwa 10,3 %, der Funding-Rate nähert sich 0 und die Gesamtzahl der offenen Kontrakte auf dem Futures-Markt ist um etwa 55 % gesunken. Allerdings warnt Kaiko, dass der Markt noch nicht als am Anfang, in der Mitte oder am Ende der Kapitulationsphase identifiziert werden kann.

Nach dem vierjährigen Zyklus schätzt Kaiko, dass Bitcoin erst etwa 30 % des Weges des aktuellen Bärenmarktes zurückgelegt hat. "Bitcoin verhält sich genau wie in den vorherigen Zyklen, obwohl viele glauben, dass diesmal alles anders sein wird," schließt der Bericht.

Wenn der Februar 2026 fortschreitet, wird der Markt mit zwei parallelen Szenarien konfrontiert sein: entweder die Geschichte wiederholt sich, oder Bitcoin beginnt allmählich, eine neue Zyklusstruktur zu formen. Die kommenden Monate werden eine entscheidende Prüfung für beide Hypothesen sein.

#downtrend #BTC