Der US-amerikanische Internal Revenue Service (IRS) befindet sich in einer seiner herausforderndsten Phasen im Umgang mit digitalen Vermögenswerten – genau zu dem Zeitpunkt, an dem viele seiner Krypto-Experten das Unternehmen verlassen.
Führungsexodus
Trish Walker, Leiterin des digitalen Vermögenswertbüros der IRS, hat nur wenige Monate nach Übernahme der Rolle zurückgetreten. Sie folgt zwei anderen hochrangigen Beamten, die ebenfalls kürzlich in die Privatwirtschaft gewechselt sind. Diese Abgänge hinterlassen die IRS ohne erfahrene Führung in einer Zeit, in der die Besteuerung von Krypto zu einem zentralen Thema wird.
Steigende Steuerlast für Krypto-Nutzer
Das Kongress hat bisher noch keine klareren, branchenfreundlicheren Steuergesetze verabschiedet. Stattdessen werden Kryptowährungshändler und Investoren bereits jetzt neu eingeführten Meldepflichten gegenüberstehen, die bereits in den Gesetzen verankert sind. Dazu gehört die Einführung des Formulars 1099-DA, das Millionen Amerikaner ab dem Steuerjahr 2025 von Kryptobrokern erhalten sollen.
Da viele Steuerzahler zuvor unsicher waren, wie sie Einkünfte aus digitalen Vermögenswerten deklarieren sollen, wird mit einem Anstieg der Abgabenmeldungen gerechnet. Steuerberater prognostizieren eine Flut von verspäteten oder korrigierten Abgaben aus vorherigen Jahren.
IRS-Ressourcen unter Druck
Die Behörde verliert nicht nur Fachwissen, sondern auch Personal. Nach den Bundeshaushaltskürzungen haben in den letzten Monaten mehr als 20.000 IRS-Mitarbeiter ihre Stelle verlassen, darunter auch einige mit Kryptospezialisierung. Dies weckt Befürchtungen einer "Kryptowirtschaftskrise", da Steuerzahler von der Behörde kaum direkte Anleitung erhalten werden.
Warum es wichtig ist
Digitale Vermögenswerte bleiben eine der verwirrendsten Bereiche der Besteuerung in den USA, mit unklaren Regeln zu Staking-Einkünften, NFTs und grenzüberschreitenden Transaktionen. Die Führungsdefizite bei der IRS könnten Verzögerungen, unkonsequente Durchsetzung und Steuerzahlerfrustration verschärfen.
Derzeit müssen sich Kryptoprofessionelle und Steuerberater mit der Bewältigung dieser neuen Anforderungen befassen, während das Kongress weiterhin langsam mit umfassenden Reformen reagiert.
