
Die Bundesbank unterstützt die eurogebundene CBDC und Stablecoins, um die Zahlungsunabhängigkeit in Europa zu stärken.
Nagel warnt, dass Dollar-Stablecoins die Geldpolitik und Souveränität der EU schwächen könnten.
Das US-Stablecoin-Gesetz und die Gespräche über den CLARITY Act prägen die globale Debatte über die Regulierung digitaler Vermögenswerte.
Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, unterstützte eine an den Euro gebundene digitale Zentralbankwährung für den Einzelhandel. Er sprach sich auch für euro-denominierte Stablecoins für Zahlungen in der Europäischen Union aus. Nagel hielt seine Ausführungen bei der Neujahrsansprache der Amerikanischen Handelskammer in Frankfurt. Seine Kommentare deuten auf einen stärkeren Schwung hinter Europas digitaler Währungsstrategie hin.
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Nagel sagte, dass europäische Beamte an der Arbeit an einer Einzelhandels-CBDC vorankommen. Er bemerkte, dass die politischen Entscheidungsträger darauf abzielen, die Zahlungsautonomie Europas zu stärken. Außerdem sagte er, dass euro-denominierte Stablecoins grenzüberschreitende Transaktionen unterstützen könnten. Er verband beide Instrumente mit größerer Unabhängigkeit in Zahlungssystemen und -lösungen.
Fokus auf programmierbare und grenzüberschreitende Zahlungen
Nagel hob die Rolle einer Wholesale-CBDC für Finanzinstitute hervor. Er erklärte, dass ein solches System programmierbare Zahlungen in Zentralbankgeld ermöglichen würde. Dadurch könnten Banken komplexe Transaktionen effizienter automatisieren. Dieser Ansatz könnte auch die Abrechnungsinfrastruktur im Euro-Raum modernisieren.
Zur gleichen Zeit wies er auf den Nutzen von euro-denominierten Stablecoins hin. Er sagte, diese Token könnten kostengünstige grenzüberschreitende Zahlungen für Einzelpersonen und Unternehmen erleichtern. Daher könnten sie bestehende Zahlungswege im europäischen Markt ergänzen. Seine Bemerkungen deuten auf einen dualen Ansatz hin, der öffentliches und privates digitales Geld kombiniert.
Nagel warnte jedoch zuvor vor Risiken im Zusammenhang mit ausländischen Stablecoins. Bei einem kürzlichen Treffen der Euro50-Gruppe äußerte er Bedenken hinsichtlich US-Dollar-denominierter Token. Er warnte, dass ein dominanter Marktanteil von Dollar-Stablecoins die inländische Geldpolitik beeinträchtigen könnte. Darüber hinaus warnte er, dass die europäische Souveränität unter solchen Bedingungen schwächer werden könnte.
US-Stablecoin-Gesetz prägt globale Debatte
Nagels Kommentare kamen Monate, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Gesetz unterzeichnet hatte, das einen Rahmen für Zahlung-Stablecoins schafft. Das Gesetz umreißt regulatorische Standards für Dollar-gepufferten Token in den Vereinigten Staaten. Es wird 18 Monate nach der Unterzeichnung oder 120 Tage nach der endgültigen Festlegung verwandter Vorschriften in Kraft treten. Dieser Zeitrahmen könnte US-Dollar-Stablecoins einen regulatorischen Vorteil verschaffen.
In der Zwischenzeit debattieren die Gesetzgeber in Washington über umfassendere Regeln für digitale Vermögenswerte. Die Senatoren überprüfen den CLARITY Act, der darauf abzielt, einen umfassenden Rahmen für Kryptowährungen zu schaffen. Das Gesetz hat Rückmeldungen von Vertretern der Banken- und Kryptoindustrie erhalten. Es gibt jedoch weiterhin Meinungsverschiedenheiten darüber, wie die Gesetzgebung Stablecoin-Belohnungen ansprechen sollte.
Die Debatte über Ertragsmerkmale hat die Branchenführer und Bankmanager gespalten. Einige argumentieren, dass Stablecoin-Anreize traditionelle Einlagen stören könnten. Andere glauben, dass klare Regeln die Markstabilität verbessern würden.
