Somnia dringt ohne Türen, ohne Alarme ein. Es reitet auf dem Schwanz der Dämmerung, wenn die Welt ruhiger wird, die Lichter schwächer werden, das Mondlicht sanft und zögerlich ist. Dein Körper sinkt in die Matratze, das Kissen wiegt deine Wange, aber dein Geist weigert sich, den Sprung zu wagen.
In Somnia schwebst du zwischen Vergangenheit und Möglichkeit. Es gibt Stimmen, die du kennst: Lachen, das lange verklungen ist, unausgesprochene Worte. Manchmal geht die Reue neben dir her, langsam, und erinnert dich an die Dinge, die du hättest sagen wollen. Manchmal flackert die Hoffnung wie Kerzenlicht, zerbrechlich, tanzend im Augenwinkel.
Die Zeit in somnia verformt sich. Minuten krümmen sich, dehnen sich, bis sie endlos erscheinen. Stunden können in Sekunden überbleichen, die Decke über dir verwandelt sich in den Himmel und dann zurück in die Decke. Die Luft schmeckt nach Kälte, nach Bedauern, nach Sehnsucht. Dein Herzschlag hallt lauter als gewöhnlich, ein Trommelschlag in hohlen Kammern.
Du versuchst, dich zu verankern: Atemzüge zählen, die Kanten des Raumes mit den Fingerspitzen nachzeichnen, dich auf einen Klang konzentrieren — das langsame Summen des Ventilators, den entfernten Motor eines Autos, den Puls deines eigenen Blutes. Aber trotzdem zieht dich somnia nach außen in Strömungen der Erinnerung. Räume, in denen du gelebt hast, verlassene Orte, Gesichter, die du einmal nah sahst und dann verlorst.
Träume können kommen, aber fragmentiert. Eine Melodie, die du halb kennst, ein Kinderlied, das durch die Zeit verzerrt wurde. Eine Tür, die du nicht öffnen kannst. Eine Hand, die greift und dann verschwindet. Im Schweigen der Dämmerung verschwimmt die Grenze zwischen dem Realen und dem Imaginären: du bist dir nicht sicher, welche Teile von dir wach sind, welche treiben.
Das Aufwachen, wenn es kommt, ist scharf. Der Wecker durchbricht deine Träumerei. Licht strömt herein. Dein Körper versteift sich. Deine Augen, noch schwer, blinzeln gegen die Helligkeit. Du trägst die Nacht in dir — ein Überbleibsel: ein Duft des Mondes, ein Flüstern des Traums, ein Schatten des Bedauerns.
Tagsüber fühlst du es: in Gähnen, in der Schwere hinter deinen Augen, in der Art, wie Geräusche lauter erscheinen, Erwartungen schärfer. Aber auch in Momenten der Klarheit. Etwas, das somnia dir in diesen langen Stunden beigebracht hat: was du fürchtest, was dir lieb ist, was du nicht begraben kannst.
Somnia ist nicht nur Schlaflosigkeit. Es sind unvergessene Geschichten, ungesprochene Dinge, Sehnsucht in der Stille. Es ist die langsame Enthüllung deiner Kanten: was dich bricht, was dich formt. Und obwohl es wehtut, offenbart es auch — was du tagsüber widerstehst, die sanften Wahrheiten, die du bei Tagesanbruch schluckst.#SomniaBNBChainSummer @Somnia Official $SOMI

