Die US-Wirtschaft hat sich erneut als überraschend stark erwiesen, da frische makroökonomische Daten auf eine stärkere als erwartete Leistung bei Wachstum und Beschäftigung hindeuten.
Laut dem jüngsten Bericht des Handelsministeriums wurde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal auf 3,8 % nach oben korrigiert, deutlich höher als die vorherige Schätzung von 3,3 % und ein erheblicher Aufschwung gegenüber dem Rückgang von -0,5 % im vergangenen Quartal. Die nach oben korrigierte Zahl wurde durch robuste Konsumausgaben und schwächere Einfuhren getrieben, was das Inlandswachstum stärker vorantrieb.
Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt weiterhin erstaunliche Resilienz. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank auf 218.000 und lag damit unter den Erwartungen von 235.000. Dies ist einer der niedrigsten wöchentlichen Werte in Monaten und deutet darauf hin, dass Arbeitgeber weiterhin zögern, Mitarbeiter zu entlassen, trotz allgemeiner Anzeichen einer wirtschaftlichen Abkühlung.
Warum das wichtig ist
Für die Federal Reserve komplizieren die stärkere Wachstumsentwicklung und die stabilen Arbeitsmarktdaten die Aussichten für Zinssätze. Viele Anleger hatten bereits frühere Zinssenkungen erwartet, doch da die Wirtschaft stärker wächst als erwartet, hat die Zentralbank weniger Druck, ihre Geldpolitik zu lockern. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Liquiditätsbedingungen zumindest kurzfristig angespannt bleiben.
Marktimplikationen
Aktien: Aktien könnten unter Druck geraten, da die Erwartungen an Zinssenkungen verschoben werden.
Anleihen: Die Renditen könnten weiter steigen, wenn Märkte „höhere Zinsen für längere Zeit“ einpreisen.
Kryptowährungen & Risikoaktiva: Digitale Assets, die von reichlich Liquidität profitieren, könnten mit neu aufkommender Volatilität und vorsichtiger Stimmung Schwierigkeiten haben.
Das große Bild
Obwohl das kurzfristige Signal vorsichtig ist, zeigt die Daten auch die zugrundeliegende Stärke der US-Wirtschaft. Wenn die Inflation weiter abklingt, könnte die heutige Resilienz die Grundlage für einen nachhaltigeren Wachstumspfad bilden, sobald die geldpolitischen Bedingungen schließlich lockerer werden.
Derzeit müssen Anleger zwischen Optimismus hinsichtlich der Wirtschaftsstabilität und Vorsicht bezüglich engerer Finanzbedingungen abwägen. Der Spannungsbogen zwischen Wachstum und Zinsen wird in den kommenden Wochen das dominierende Thema bleiben, das die Märkte prägt.
