In den frühen Morgenstunden wurde jeder, der die Krypto-Märkte beobachtete, mit einem Meer aus Rot konfrontiert. Es war nicht nur eine Korrektur; es war ein synchroner Absturz. Fast jede einzelne Altcoin, unabhängig von ihrer Erzählung, Gemeinschaft oder Fundamentaldaten, fiel zur gleichen Zeit von einer Klippe. Das war keine natürliche Marktbewegung oder ein koordinierter Panikverkauf. Dies war ein strukturelles Versagen, ein gewalttätiges, systemweites Entschuldungsereignis, das eine Kaskade erzwungener Liquidationen auslöste.
Die brutalen Preiswicks, die Sie gesehen haben, waren nicht das Ergebnis von Investoren, die das Vertrauen verloren. Sie waren die Fußabdrücke einer Maschine, die alles, was sie konnte, ohne Unterscheidung verkaufte, um schlechte Schulden zu decken. Hier ist eine Aufschlüsselung dessen, was genau passiert ist und warum, paradoxerweise, dieser gewalttätige Flush unglaublich bullish für den Markt in der Zukunft ist.
❍ Das Setup: Ein Pulverfass aus Altcoin-gedeckter Hebelwirkung
Um den Absturz zu verstehen, muss man zunächst
Man muss das System verstehen. Monatelang, während des boomenden Bullenmarktes, nutzten Händler an zentralisierten Börsen (CEXs) nicht nur Bitcoin oder Stablecoins zur Absicherung ihrer gehebelten Long-Positionen. Sie setzten auch ihre Altcoin-Bestände und Vermögenswerte aus allen Sektoren, darunter KI, DePIN, Gaming und Memes, als Sicherheiten ein.
Man kann es sich so vorstellen: Jede gehebelte Position war wie ein Gebäude, und die Altcoin-Sicherheiten bildeten das Fundament. Solange der Wert der Sicherheiten hoch blieb, war das Gebäude stabil. Doch viele dieser Fundamente ruhten auf demselben wackeligen Boden: relativ illiquiden Altcoin-Märkten. Dadurch entstand ein verstecktes, systemisches Risiko, das nun ans Licht kommen sollte.
❍ Der Funke: Die erste Welle der Liquidationen
Ein abrupter Kurssturz eines wichtigen Vermögenswerts wie Bitcoin genügte, um die Kettenreaktion auszulösen. Dieser erste Kurssturz trieb die am stärksten gehebelten und risikofreudigen Händler in die Verlustzone. Ihre Positionen waren nicht mehr ausreichend besichert, und das Risikomanagement der Börse leitete automatisch eine Liquidation ein.
Hier begann die Kettenreaktion. Die Börse verkaufte nicht nur ihre Bitcoins, sondern begann auch, den Korb mit Altcoins, den sie als Sicherheit hinterlegt hatte, zwangsweise zu verkaufen.
❍ Die Explosion: Die kollaterale Kettenreaktion
Dies ist der Schlüssel zum Verständnis des gleichzeitigen Crashs. Als die erste Welle der Altcoin-Sicherheiten verkauft wurde, floss sie in Märkte mit relativ geringer Liquidität. Es gab schlichtweg nicht genügend Käufer, um den plötzlichen Verkaufsdruck aufzufangen.
Dies führte zu einem drastischen Preisverfall der betreffenden Altcoins. Dieser erste Preissturz löste eine zweite, noch heftigere Liquidationswelle aus. Der Grund: Hunderte anderer Händler nutzten dieselben Altcoins als Sicherheiten für ihre Positionen. Da der Wert ihrer Sicherheiten rapide sank, wurden auch ihre Positionen liquidiert, was die Börse zwang, noch mehr dieser Altcoins zu verkaufen und deren Preise weiter zu drücken.
Dieser Prozess löste eine Abwärtsspirale aus, die sich wie ein Virus von einem Vermögenswert zum nächsten ausbreitete und nahezu gleichzeitig das gesamte Börsenökosystem erfasste. Es handelte sich um eine massive, erzwungene Entschuldung, die durch die gegenseitige Besicherung ausgelöst wurde.
❍ Was die Daten aktuell zeigen (Stand: 11. Oktober 2025)
Die unmittelbar nach diesem Ereignis erhobenen Echtzeitdaten bestätigen die Theorie.
Das offene Interesse ist drastisch gesunken: Das offene Interesse (der Gesamtwert der ausstehenden Derivatekontrakte) an den großen Börsen ist dramatisch zurückgegangen. Dies deutet auf die massive Schließung von Hebelpositionen hin.
Die Finanzierungssätze haben sich neu aufgestellt: Vor dem Crash waren die Finanzierungssätze für Long-Positionen hoch, was auf einen gierigen, überhebelten Markt hindeutete. Heute haben sich diese Sätze komplett neu aufgestellt, einige sind sogar negativ. Dies zeigt, dass die spekulative Übertreibung beseitigt wurde.
Bitcoin-Dominanz schnellte in die Höhe: Im Chaos flüchtete Kapital vor den Kursverlusten bei Altcoins in die relative Sicherheit von Bitcoin, was zu einem starken Anstieg der BTC-Dominanz führte. Dies ist ein klassisches Anzeichen für einen Schuldenabbau und keine grundlegende Veränderung der Marktstimmung.
❍ Die Folgen: Warum diese Tiefpunkte ein Geschenk sind
Die entscheidende Erkenntnis ist der Unterschied zwischen einem „zum Verkauf gezwungenen“ und einem „freiwilligen Verkäufer“. Diejenigen, die zu diesen erschreckend niedrigen Preisen verkauft haben, wollten nicht verkaufen. Der Algorithmus der Börse hat für sie verkauft. Sie sind nun vom Markt ausgeschlossen.
Diejenigen, die ihre Bitcoins noch halten, sind die Käufer des s$BTC-Pots und diejenigen mit starker Überzeugung, die nicht übermäßig gehebelt waren. Sie sind die willigen Inhaber und haben nicht die Absicht, ihre Vermögenswerte zu diesen Tiefstpreisen zu verkaufen. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass wir solche extremen Tiefststände noch einmal sehen werden. Das Angebot durch die Notverkäufe ist erschöpft.
Für alle, die kurzfristige Positionen hielten, war dieses Ereignis lediglich ein beunruhigendes Geräusch. Ihre Vermögenswerte sind sicher. Wer mutig genug war, in diese Liquidationswelle einzusteigen, hat seine Vermögenswerte wahrscheinlich zu den besten Preisen gesichert, die er im restlichen Zyklus sehen wird. Der Markt ist nun bereinigt, und der Weg nach vorn ist deutlich klarer.