Das westafrikanische Land Ghana bereitet sich auf einen wichtigen Meilenstein vor – seine Zentralbank plant, bis Ende des Jahres offizielle Vorschriften für Kryptowährungen einzuführen. Die Ankündigung kam von Johnson Asiama, dem Gouverneur der Bank von Ghana (BoG), während eines Treffens des Internationalen Währungsfonds in Washington, wo er betonte, dass der legislative Prozess seit den letzten vier Monaten im Gange ist.

„Das Gesetz ist bereits auf dem Weg ins Parlament. Hoffentlich werden wir bis Ende Dezember in der Lage sein, Kryptowährungen in Ghana zu regulieren,“ sagte Asiama.

Johnson Asiama, Gouverneur der Bank of Ghana, hofft, dass bis Dezember Regulierungen für Kryptowährungen in Kraft treten werden. Quelle: YouTube

Afrikas digitale Wachstumsphase

Ghana folgt den Spuren Kenias, das am 7. Oktober das Virtual Asset Service Providers (VASP)-Gesetz verabschiedet hat. Das Gesetz führt eine Lizenzpflicht für Börsen, Makler, Wallet-Anbieter und Token-Emitter ein und schafft zudem einen Rahmen zum Schutz der Verbraucher.

Andere afrikanische Länder – Nigeria, Südafrika und Ruanda – bewegen sich ebenfalls voran. Sie experimentieren bereits mit zentralbankbasierten digitalen Währungen (CBDCs) und führen regulierte Kryptobörsen ein, um globales Kapital anzuziehen.

Ghana verstärkt die Aufsicht

Die Bank of Ghana hat im August 2024 einen Entwurf für regulatorische Leitlinien veröffentlicht und öffentliche Rückmeldungen eingeladen. Jetzt möchte sie von der Theorie zur Praxis übergehen. Asiama stellte fest, dass die Regulierung nur der erste Schritt ist – der entscheidende Faktor wird die Fähigkeit sein, Kryptowerte effektiv zu überwachen.

„Wir bauen Expertise auf, erweitern unser Personal und schaffen eine neue Abteilung, die sich ausschließlich mit Kryptowährungen beschäftigt. Dieser Bereich ist zu wichtig, um ihn weiterhin zu ignorieren“, sagte er.

Anfangs verfolgte Ghana eine vorsichtige Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten und warnte die Öffentlichkeit, dass Kryptowährungen keine gesetzliche Zahlungsmittel sind. Doch die Realität verändert sich – digitale Währungen werden unter den Ghanaiern zunehmend beliebt.

Fast 9 % der Ghanaier nutzen Kryptowährungen

Laut der Datenplattform Demandsage nutzen derzeit mehr als 3 Millionen Ghanaier – etwa 8,9 % der 34 Millionen Einwohner des Landes – Kryptowährungen in irgendeiner Form. Diese schnelle Akzeptanz hat die Zentralbank veranlasst, ihre Regulierungspläne zu beschleunigen.

„Wir können es nicht länger ignorieren. Als Entscheidungsträger müssen wir mindestens irgendeine Form der Kontrolle schaffen, um Missbrauch des Systems zu verhindern“, erklärte Asiama.

Die Bank of Ghana hat zudem einen digitalen Sandkasten gestartet, der ausgewählten Unternehmen erlaubt, unter Aufsicht der Aufsichtsbehörde Blockchain- und Kryptoprojekte zu testen.

„Der digitale Zug ist abgefahren“

Laut Isaac Simpson, Leiter der Finanzberatung und des Aktienkapitalmarkts bei Stanbic Bank Ghana, hat das Land wenig Zeit zu verlieren.

„Der digitale Zug ist bereits abgefahren. Ghana muss mit Regulierungen voranschreiten, sonst riskiert es, zurückzubleiben“, warnte Simpson.

Er fügte hinzu, dass Untätigkeit ebenfalls eine politische Entscheidung ist – eine, die Ghana bereits Steuereinnahmeverluste, Exposition gegenüber illegalen Kapitalflüssen und unterdrückte Innovation kostet.

Ghana an einer Weggabelung

Ghana steht nun an einer Weggabelung – es kann entweder ein Führer in Afrikas digitaler Transformation werden oder seinen schnelleren Nachbarn hinterherhinken.

Die kommende parlamentarische Sitzung im Dezember wird entscheidend sein und könnte die Tür für ein neues Zeitalter regulierter Kryptowährungen und finanzieller Innovation in der Region öffnen.


#crypto , #Regulation , #Afrika , #CBDC , #CryptoNews

Bleiben Sie einen Schritt voraus – folgen Sie unserem Profil und bleiben Sie über alles Wichtige in der Welt der Kryptowährungen informiert!

Hinweis:

,,Die in diesem Artikel präsentierten Informationen und Ansichten dienen ausschließlich Bildungszwecken und dürfen in keiner Weise als Anlageberatung angesehen werden. Der Inhalt dieser Seiten sollte nicht als finanzielle, anlagebezogene oder sonstige Beratung angesehen werden. Wir weisen darauf hin, dass Investitionen in Kryptowährungen riskant sein können und zu finanziellen Verlusten führen können.“