Marktanalyse warnen zunehmend davor, dass das Risiko, dass die Federal Reserve die Reduzierung ihrer Bilanz wiederaufnimmt oder beschleunigt - oft als quantitative Straffung (QT) bezeichnet - diesen Oktober steigt. Dieser Wandel erfolgt, da die Inflationserwartungen über dem Ziel bleiben und die Liquidität im US-Finanzsystem erste Anzeichen von Belastungen zeigt.

Laut jüngsten Mitteilungen der Fed und Marktdaten haben mehrere Entscheidungsträger angedeutet, dass die Zentralbank möglicherweise eine straffere Liquiditätshaltung länger aufrechterhalten wird, auch wenn die Diskussionen über zukünftige Zinssenkungen lauter werden. Die Bilanz, die derzeit etwa 7,2 Billionen Dollar an Vermögenswerten hält, schrumpft seit Mitte 2022 allmählich, doch neue Berichte deuten darauf hin, dass sich das Tempo bis Q4 2025 leicht erhöhen könnte, wenn das Wirtschaftswachstum stabil bleibt.

Der erneute Fokus auf QT wird weitgehend durch die Inflationsdynamik angetrieben. Während die Gesamtinflation von den Höchstständen des letzten Jahres abgekühlt ist, bleiben die Kernpreise hartnäckig, und die politischen Entscheidungsträger sind vorsichtig, den Fortschritt nicht durch eine zu frühe Wiederherstellung der übermäßigen Liquidität zu gefährden. Gleichzeitig sind die Bedingungen auf dem Geldmarkt und die Renditen von Staatsanleihen hoch geblieben, was zusätzlichen Druck auf Risikoanlagen, einschließlich Aktien und Kryptowährungen, ausübt.

Aus Marktperspektive könnte selbst eine moderate Beschleunigung der Bilanzreduzierung der Fed Wellenwirkungen auslösen. Liquiditätssensitive Vermögenswerte wie Bitcoin und Ethereum haben sich historisch invers zu QT-Zyklen bewegt, da ein reduzierter Dollarbestand oft zu einer geringeren spekulativen Nachfrage auf globalen Märkten führt. Im Gegensatz dazu ziehen sichere Anlagen wie Gold und kurzfristige Staatsanleihen tendenziell Mittelzuflüsse an.

Institutionelle Händler passen sich bereits an. Daten aus den Terminmärkten zeigen eine erhöhte Absicherungstätigkeit im Zusammenhang mit den Zinsrisiken der USA, während die Finanzierungskosten für kurzfristige Kredite gestiegen sind. Dies deutet darauf hin, dass professionelle Investoren sich auf engere Liquiditätsbedingungen vorbereiten – selbst wenn die Fed die Zinsen 2025 nicht offiziell wieder anhebt.

Aus meiner Sicht signalisiert die steigende Wahrscheinlichkeit einer fortgesetzten Reduzierung der Bilanz nicht Panik – sie spiegelt jedoch Vorsicht wider. Die Fed scheint entschlossen zu sein, eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden, auch wenn das eine langsamere Erholung der Vermögenspreise bedeutet. Für Risikomärkte, einschließlich Krypto, könnte dies in ein unruhiges, aber diszipliniertes viertes Quartal münden, in dem Geduld und Kapitalmanagement wichtiger sind als Spekulation.

#FedReport