Südkorea sendet ein Signal der Flexibilität in der Sanktionspolitik gegenüber Nordkorea, nur wenige Tage nachdem die Vereinigten Staaten eine Reihe neuer Sanktionen angekündigt haben, die klar die Krypto-Diebstahlsaktivitäten Nordkoreas mit der Finanzierung des Atomwaffenprogramms verknüpfen.
In einem Interview mit Yonhap News TV am Donnerstag erklärte die stellvertretende Außenministerin Südkoreas, Kim Ji-na, dass Seoul "in Erwägung ziehen könnte, Sanktionen als Maßnahme zu prüfen, wenn dies wirklich notwendig ist," und betonte die Bedeutung der Koordination zwischen den USA und Südkorea im Umgang mit den digitalen Bedrohungen durch Nordkorea.
Vizeminister Kim betonte: "In den Fällen von Krypto-Diebstahl, die von Nordkorea durchgeführt werden, ist die Koordination zwischen Südkorea und den USA wichtig, da sie zur Finanzierung von Nordkoreas Raketen- und Atomprogrammen verwendet werden könnte und eine Bedrohung für unser digitales Ökosystem darstellt." Sie wies auch darauf hin, dass jede potenzielle Bewertung im spezifischen Kontext betrachtet werden würde.
Einzelheiten zu den neuen Sanktionen der USA
Die Kommentare von Vizeminister Kim wurden abgegeben, nachdem das US-Finanzministerium Anfang dieser Woche eine Reihe neuer Sanktionen angekündigt hatte, die auf acht Einzelpersonen und zwei nordkoreanische Entitäten wegen des Geldwäscheverhaltens mit gestohlenen Kryptowährungen durch Cyberangriffe abzielen.
Die sanktionierten Entitäten umfassen die staatliche IT-Fassadenfirma Korea Mangyongdae Computer Technology Company (KMCTC) und die damit verbundenen finanziellen Vertreter Nordkoreas in China und Russland. US-Beamte beschuldigen, dass diese Entitäten illegale digitale Mittel übertragen haben, um die Waffenentwicklungsprogramme Nordkoreas zu unterstützen.
Beamte des Finanzministeriums nannten auch den Vorsitzenden der KMCTC, U Yong Su, zusammen mit den Bankmitarbeitern Jang Kuk Chol und Ho Jong Son, die entscheidende Akteure bei der Geldwäsche von Krypto im Zusammenhang mit Ransomware und Betrugsprogrammen sind. Die Ryujong-Kreditbank, eine weitere sanktionierte Entität, soll geholfen haben, Einkünfte von nordkoreanischen IT-Mitarbeitern, die im Ausland tätig sind, nach Hause zu bringen.
Die Bedeutung der Koordinierung von Sanktionen
Herr Ryan Yoon, leitender Analyst bei Tiger Research (Seoul), sagte, dass diese Eskalation nach dem "Atomtest Nordkoreas im Jahr 2016" stattfand, wodurch "die großangelegten Austauschbeziehungen zwischen beiden Ländern vollständig unterbrochen wurden." Seitdem werden weiterhin kleinere Sanktionen verhängt, im Einklang mit dem globalen Trend, Nordkoreas Handlungen einzuschränken.
Herr Yoon räumte ein, dass es "sehr wahrscheinlich" neue Sanktionen geben wird, bemerkte jedoch, dass die tatsächlichen Auswirkungen möglicherweise nicht allzu groß sein könnten, da diese Maßnahmen seit Jahrzehnten bestehen.
Angela Ang, Direktorin für Politik und strategische Partnerschaften im asiatisch-pazifischen Raum bei TRM Labs, stellte jedoch fest: "Die Sanktionen einer großen Behörde wie #OFAC (Büro für ausländisches Vermögen der USA) haben weitreichende Auswirkungen auf den Zugriff auf das globale Finanzsystem. Zusätzliche Sanktionen aus Südkorea werden als Verstärkung dieser Maßnahmen angesehen."
Vizeminister Kim erwähnte auch, dass die USA weiterhin die gemeinsame Informationsübersicht über die Ergebnisse des kürzlichen Gipfeltreffens zwischen Präsident Lee Jae Myung und dem US-Präsidenten Donald Trump verfeinern. Diese Anpassung der Sprache zeigt eine Vorsicht bei der Abgabe offizieller Erklärungen.
Die Entscheidung Seouls, die Sanktionen zu überprüfen, wird einen wichtigen Schritt zur Stärkung der digitalen Sicherheitskoordinierung zwischen den USA und Südkorea markieren und betonen, dass die Bedrohung durch gestohlene Kryptowährungen jetzt als direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit angesehen wird.


