Visa, einer der weltweit größten Zahlungsdienstleister, hat kürzlich einen wichtigen Schritt in Richtung Integration der Blockchain-Technologie in das globale Finanzsystem angekündigt. Das Unternehmen testet derzeit einen neuen Dienst in den USA, der Unternehmen ermöglicht, Geld direkt von ihrem Fiat-Konto in digitale Wallets mit Hilfe von Stablecoins, insbesondere USDC, zu überweisen. Diese Maßnahme ist nicht nur eine technologische Erweiterung, sondern auch eine Strategie, um die Nachfrage nach schnelleren und effizienteren Zahlungen im digitalen Zeitalter zu erfüllen.
Der Testdienst funktioniert über das bekannte Netzwerk des Unternehmens, das es amerikanischen Unternehmen ermöglicht, Zahlungen durch Umwandlung von USD-Beträgen in Stablecoins durchzuführen. Anschließend wird dieser Stablecoin versendet, sodass der Empfänger die Zahlung entweder als Stablecoin in seiner digitalen Wallet erhalten kann. Diese Flexibilität bei der Auswahl der Zahlungsform ist der zentrale Vorteil des Dienstes.
Der größte Durchbruch dieser Lösung ist die Fähigkeit, Zahlungen innerhalb von Minuten statt mehrerer Tage zu übertragen – ein extrem großer Vorteil gegenüber traditionellen grenzüberschreitenden Zahlungsmethoden. Diese Geschwindigkeit ist besonders wichtig für international tätige Unternehmen, globale E-Commerce-Plattformen und insbesondere die Gemeinschaft der freiberuflichen Arbeitnehmer (Freelancer).
Laut Studien von Visa äußerten bis zu 57 % der Freiberufler den Wunsch, ihre Zahlungen digital zu erhalten, um schneller auf ihr Gehalt zugreifen zu können. In Anbetracht der starken Entwicklung der Gig-Economy (freiberufliche Wirtschaft) ist die Nachfrage nach einer sofortigen, kostengünstigen Zahlungslösung, die nicht durch Bankarbeitszeiten oder nationale Grenzen eingeschränkt ist, dringend. Die Nutzung von Stablecoins wie USDC, einem digitalen Vermögenswert, der zu 1:1 mit dem USD gekoppelt ist, bietet die notwendige Wertstabilität und löst so das Problem der Volatilität anderer Kryptowährungen.
Dieser Test ist eine Fortsetzung der kontinuierlichen Bemühungen von Visa, die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) in seine Kernservices zu integrieren. Bereits seit Juli hat Visa seine Unterstützung für Stablecoins erheblich ausgeweitet, einschließlich c-10, PYUSD, USDG und EURC, auf verschiedenen Blockchains wie Stellar und Avalanche. Anschließend führte das Visa Direct-Netzwerk im September erfolgreich Tests mit schnellen Zahlungen mittels USDC und EURC zwischen Unternehmen durch.
Derzeit wird dieser Zahlungsdienst mit Stablecoins in den USA an ausgewählten Partnern getestet. Visa plant, diesen Dienst im Jahr 2026 auf größere Skala auszuweiten, was darauf hindeutet, dass sie den Integrationsprozess neuer Technologien sorgfältig und schrittweise angehen.
Visas Schritte geschehen nicht isoliert. Auch andere große Finanzkonzerne sind in einem Wettlauf, um eigene Stablecoin-Zahlungssysteme zu entwickeln. Riesen wie Citigroup, Western Union, JPMorgan und Bank of America forschen aktiv und bauen Lösungen, um die Vorteile digitaler Währungen bei der Verbesserung der Zahlungsleistung zu nutzen. Dieser Wettbewerb zeigt deutlich, dass Stablecoins allmählich als effiziente Wertübertragungsmittel anerkannt werden – nicht nur innerhalb der Kryptowährungsgemeinschaft, sondern auch in der traditionellen Finanzwelt (TradFi).
Visas Vision geht nicht nur darum, Geld zu übertragen, sondern auch ein System zu schaffen, das alle digitalen Wallets mit dem globalen Zahlungssystem von Visa verbinden kann. Wenn dieser Dienst ausgeweitet wird, könnte er grundlegend die Art und Weise verändern, wie Unternehmen und Privatpersonen internationale Zahlungen tätigen, indem er Transaktionen, die bisher mehrere Tage dauerten, nahezu sofort ermöglicht und so den Fluss von Handel und freier Arbeit weltweit fördert.



