Neue finanzielle Offenlegungen haben ergeben, dass der US-Präsident Donald Trump mindestens 82 Millionen Dollar in Anleihen zwischen Ende August und Anfang Oktober 2025 gekauft hat, was frische Bedenken hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte aufwirft.

Was die Offenlegungen zeigen

Laut Unterlagen des U.S. Office of Government Ethics hat Trump von 28. August bis 2. Oktober mehr als 175 Anleihekäufe getätigt.

Obwohl die Offenlegungen keine genauen Dollarbeträge für jede Transaktion berichten, schätzen sie den maximalen potenziellen Wert der Anleihekäufe auf über 337 Millionen Dollar.

Die meisten Investitionen wurden in kommunale und öffentliche Anleihen getätigt – von Bundesstaaten, Landkreisen, Schulbezirken und anderen Einrichtungen, die mit Regierungsbehörden verbunden sind.

Auf der Unternehmensseite kaufte Trump Schulden in Unternehmen, die von seiner politischen Agenda profitieren können: Broadcom, Qualcomm, Meta, Home Depot, CVS Health, Goldman Sachs, Morgan Stanley und andere.

Bemerkenswerterweise kaufte er auch Intel-Anleihen kurz nachdem die US-Regierung (unter seiner Leitung) eine Beteiligung an dem Unternehmen erworben hatte.

Warum es wichtig ist: Potenzieller Interessenkonflikt

Diese Anleihekäufe werfen ernsthafte ethische Fragen auf, insbesondere angesichts der Überschneidung zwischen Trumps Rolle in der öffentlichen Politik und seinen privaten Investitionen:

1. Überschneidung von Politik und Investitionen

Viele der Anleihen sind mit Sektoren verbunden, die von den Entscheidungen seiner Verwaltung profitiert haben oder profitieren könnten. Beispielsweise wird die finanzielle Deregulierung als eine politische Änderung angeführt, die den Wert von Beteiligungen in Finanzunternehmen erhöhen könnte.

2. Staats- und öffentliche Entitätsschulden

Durch starke Investitionen in kommunale Anleihen ist Trump den öffentlichen Stellen, die von der Bundespolitik, lokalen Finanzierungsentscheidungen und regulatorischen Änderungen betroffen sind, ausgesetzt und könnte möglicherweise Einfluss auf sie ausüben.

3. Managementstruktur

Das Weiße Haus behauptet, dass Trump diese Investitionen nicht direkt verwaltet; eine dritte Finanzinstitution überwacht sein Portfolio.

Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Regelung ihn möglicherweise nicht vollständig vor Interessenkonflikten schützt, insbesondere angesichts seines anhaltenden Einflusses auf regulatorische und wirtschaftliche Politiken.

4. Größeres Bild seines Wohlstands

Diese Anleiheinvestitionen sind nur ein Teil eines viel größeren finanziellen Bildes. In einer früheren Offenlegung aus dem August kaufte Trump Berichten zufolge seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar über 100 Millionen Dollar in Anleihen.

Darüber hinaus zeigte seine jährliche Offenlegung vom Juni 2025 mehr als 600 Millionen Dollar an Einkommen aus verschiedenen Quellen – einschließlich Kryptowährungen, Lizenzen, Golfimmobilien und mehr –, was sein gemeldetes Vermögen auf mindestens 1,6 Milliarden Dollar brachte.

Reaktionen und Risiken

Transparenzbefürworter sagen, dass diese Offenlegungen hervorheben, wie eng Trumps persönliche Finanzen mit den Institutionen und Branchen verknüpft sind, die er reguliert.

Ethikexperten warnen, dass selbst wenn Trump keine täglichen Entscheidungen über sein Portfolio trifft, die bloße Überschneidung zwischen seinen Investitionsinteressen und seiner politischen Agenda das öffentliche Vertrauen untergraben und Fragen zur Selbstbereicherung aufwerfen kann.

Andererseits könnten Unterstützer argumentieren, dass die Investition in Anleihen eine normale, sogar konservative Möglichkeit für eine wohlhabende Person ist, Kapital zu erhalten – und dass es kein direktes, illegales Fehlverhalten gibt, wenn es richtig verwaltet wird.

Fazit

Trumps Entscheidung, einen so erheblichen Betrag in Anleihen zu investieren – insbesondere in Sektoren mit klaren Verbindungen zu den Prioritäten seiner Verwaltung – unterstreicht das politische und ethische Drahtseil, auf dem er balanciert. Ob dies nur geschicktes Investieren oder einen tiefergehenden Interessenkonflikt darstellt, hängt weitgehend davon ab, wie man die Rolle persönlicher finanzieller Gewinne eines Präsidenten im Verhältnis zur nationalen Politik sieht.