Die Märkte waren bereits nervös, aber Trumps aktualisierte nationale Sicherheitsstrategie hat die Volatilität noch weiter erhöht. Das Dokument passt nicht nur die Außenpolitik der USA an; es schreibt die Erwartungen neu, die jahrzehntelang die globale Verteidigungsausgaben geprägt haben. Und Krypto spürte die Auswirkungen schneller als fast jede andere Anlageklasse.
Eine Strategie, die Amerikas globale Rolle verschiebt
Die Kernbotschaft der neuen Strategie ist einfach, aber schwerwiegend:
Amerika wird nicht länger die Hauptlast der Verteidigungsanstrengungen der Welt tragen.
Der Plan argumentiert, dass die Verbündeten der USA viel mehr Verantwortung für ihre eigenen Regionen übernehmen müssen und wiederholt die gleiche Warnung, die Trump letztes Jahr bei den Vereinten Nationen ausgesprochen hat. Das ist nicht nur eine militärische Haltung, sondern auch eine wirtschaftliche.
Anleger reagierten nicht auf die Politik, sondern auf die nachgelagerten Auswirkungen:
mögliche Verschiebungen in Verteidigungsbudgets
Änderungen bei der staatlichen Verschuldung
Inflationsdruck
und das Risiko einer langsameren geldpolitischen Lockerung
Alle diese Faktoren bewegen die Finanzmärkte sofort, insbesondere Kryptowährungen.
Warum sich Kryptowährungen so schnell reagiert haben
Der Verkauf wurde nicht durch etwas innerhalb des Krypto-Ökosystems verursacht.
Der Schock kam aus dem, was die Strategie impliziert.
Wenn die NATO-Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben von 2 % auf 5 % des BIP erhöhen, werden Regierungen massive Kreditaufnahmen benötigen. Ein solcher Anstieg treibt in der Regel die Inflation an und zwingt die Zentralbanken, die Zinssenkungen zu überdenken.
Und Kryptowährungen sind äußerst empfindlich gegenüber Zinserwartungen.
Die stärksten Aufwärtsbewegungen von Bitcoin ereigneten sich historisch gesehen in Zeiten niedriger Zinssätze und steigender Liquidität. Alles, was eine Lockerung verzögert oder Hinweise auf zukünftige Inflation gibt, verringert die Bereitschaft, riskante Anlagen zu halten. Deshalb reagierte Bitcoin fast sofort.
Die Märkte erwarten weiterhin eine Senkung durch die Fed
Trotz der Volatilität haben Händler die Idee einer Zinssenkung nächste Woche nicht aufgegeben:
CME FedWatch zeigt eine 86-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 25 Basispunkte.
Die Umfrage der Wirtschaftsexperten von Reuters zeigt ähnliche Erwartungen.
Polymarket-Händler setzen die Wahrscheinlichkeit auf 94 %.
Diese Erwartungen hielten den Markt davon ab, tiefer zu fallen, selbst als geopolitische Spannungen die Aussichten trübten.
Ein Markt, der zwischen Angst und Erwartung hin und her gerissen ist
Anleger versuchen derzeit, zwei Kräfte ins Gleichgewicht zu bringen:
Die Möglichkeit einer realen geldpolitischen Lockerung
Die Unsicherheit, ausgelöst durch Washingtons neue globale Haltung
Diese Spannung hat alte Diskussionen darüber wiederbelebt, ob sich bei anhaltend steigenden geopolitischen Risiken ein weiterer längerer Rückgang, sogar eine neue Kryptowinterphase, entwickeln könnte.
Im Moment richtet sich aller Augen auf die Federal Reserve.
Eine bestätigte Zinssenkung könnte Bitcoin stabilisieren und das Vertrauen wiederherstellen.
Zögern oder ein vorsichtigerer Ton könnte die Risikomärkte erneut in einen Rückgang treiben.
Die nächste Entscheidung der Fed könnte entscheiden, ob diese Volatilität eine vorübergehende Erschütterung bleibt oder der Beginn einer tieferen Korrektur ist.
