Die Federal Reserve hat eine Entscheidung bekannt gegeben, die die Liquiditätsdynamik auf den Finanzmärkten grundlegend verändert. Formal vermeidet der Regulator die Terminologie „QE“, jedoch erinnert die Mechanik der getroffenen Maßnahmen stark an die frühen Phasen der Programme zur quantitativen Lockerung.

1. Senkung des Zinssatzes und Stopp von QT

Die Fed hat den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt, aber das Hauptereignis ist ein anderes.

Seit dem 1. Dezember wurde QT (Quantitative Tightening) eingestellt, also die Verringerung der Bilanz der Fed. Das bedeutet ein Ende des Liquiditätsabflusses aus dem Finanzsystem und den Übergang in einen neutralen Modus.

2. Start der Reserve Management Purchases

Der Regulator führt ein neues Instrument ein — die Reserve Management Purchases. Ihr Ziel ist es, ein stabiles Niveau der Reserven im Bankensystem zu gewährleisten und die Kontrolle über die kurzfristigen Zinssätze zu behalten.

Im Rahmen dieses Modus wird die Fed beginnen, kurzfristige US-Staatsanleihen aufzukaufen.

Erster Schritt:

$40 Milliarden über 30 Tage

Beginn der Operationen — 12. Dezember

Der Zeitplan wird am 11. Dezember veröffentlicht

3. Änderung des Reinvestitionsprinzips

Früher sah der QT-Mechanismus so aus:

alte Anleihen wurden zurückgezahlt → das Geld floss aus dem Finanzsystem → die Bilanz der Fed verringerte sich.

Jetzt ist das Schema anders:

Treasuries werden zurückgezahlt → der Regulator kauft sofort neue Anleihen → die Liquidität bleibt im System.

Dies ist ein Schlüsselmerkmal der Rückkehr zur Bilanzausweitung.

4. Übertragung von MBS in Treasuries

Die Rückzahlungen aus hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) werden ebenfalls für den Kauf von Treasuries verwendet. Das Portfolio wird flexibler und weniger abhängig vom Hypothekenmarkt.

5. Erweiterung des Zugangs zu Liquidität durch Repo

Die Fed erhöht den Zugang zu nächtlichen Repo-Operationen im Modus der Vollzuteilung — das heißt, sie ist bereit, so viel Liquidität bereitzustellen, wie das Bankensystem bei Vorliegen von Sicherheiten benötigt.

Dies ist ein weiteres Signal, dass der Regulator darauf abzielt, die kurzfristigen Zinssätze zu stabilisieren und Stress auf dem Geldmarkt zu vermeiden.

6. Warum dies offiziell nicht als QE bezeichnet wird

Klassisches QE sind umfangreiche Käufe von Vermögenswerten zur Lockerung der finanziellen Bedingungen.

Die Fed verfolgt jetzt ein anderes Ziel:

technische Unterstützung ausreichender Reserven, nicht als antikrisenstimulierende Maßnahme.

Die Mechanik ist jedoch nahezu identisch:

Kauf von Treasuries

Erhöhung der Reserven

Bilanzausweitung

Wachstum der Liquidität

Deshalb sieht es für die Märkte nach „sanftem QE“ aus.

7. Der Umfang ist vorerst begrenzt

Die aktuellen Volumina ähneln nicht den aggressiven Programmen des Jahres 2020.

$40 Milliarden — das sind etwa 0,6% der Bilanz der Fed (~$6,5 Billionen).

Selbst im Fall einer jährlichen Verlängerung wird dies keinen massiven Stimulus-Effekt erzeugen, aber es ist genug, um den Ton der Marktliquidität zu verändern.

8. Marktgerüchte und Besorgnis

Online wird aktiv diskutiert, dass der Übergang von QT zu einem quasi QE-Regime in 10 Tagen auf Folgendes hindeuten könnte:

Probleme im Bankensystem

Stress bei der kurzfristigen Finanzierung

versteckte Risiken bei Unternehmens- oder Staatsverschuldung

Die Fed bestätigt nichts Derartiges, aber das Timing der Maßnahmen ist tatsächlich ungewöhnlich und schließt nicht aus, dass der Regulator auf interne Spannungszeichen reagiert.

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