Dragonfly Managing Partner Haseeb Qureshi hat seine Verteidigung der Bewertung von Ethereum verstärkt und argumentiert, dass Kritiker grundlegend missverstehen, wie Layer-1-Blockchains bewertet werden sollten. In der Milk Road Show am 9. Dezember 2025 verglich Qureshi das wirtschaftliche Modell von Ethereum mit der frühen Wachstumsära von Amazon, nicht mit reifen Wertpapieren.
Seine Kommentare erneuerten eine weit diskutierte Bewertungsdebatte mit dem Investor Santiago „Santi“ Santos, die von ThreadGuy moderiert wurde, und entfachten die Diskussion über die angemessene Preisgestaltung von Blockchain-Netzwerken erneut. Qureshis zentrale These stellt traditionelle Finanzrahmen in Frage, indem sie behauptet, dass die Gebühreneinnahmen von Ethereum als Gewinn und nicht als Unternehmensumsatz behandelt werden sollten.
„Blockchains haben keinen Umsatz. Sie haben Gewinn.“
Qureshi argumentierte, dass Kritiker die wirtschaftliche Struktur von Ethereum missverstehen, weil Blockchains nicht wie traditionelle Unternehmen operieren.
„Blockchains haben keinen Umsatz. Sie haben Gewinn“, sagte er. „Wenn Ketten Gebühren erheben, ist das Gewinn. Es gibt keine Ausgaben für eine Kette. Ketten zahlen keine Ausgaben. Es gibt keine AWS-Hosting-Kosten für Ethereum.“
Diese Perspektive widerspricht direkt Santos’ Kritik, dass Ethereum zu über 300x Umsatz gehandelt wird, was es teuer erscheinen lässt nach herkömmlichen P/S-Metriken. Santos hatte zuvor das P/S-Verhältnis von Ethereum als „peinlich“ bezeichnet und angedeutet, dass die Bewertungen von ETH „weit voraus“ seien.
Warum Qureshi die Perspektive des Kurs-Umsatz-Verhältnisses ablehnt
Qureshi erkannte an, dass Ethereum zu hohen Multiplikatoren gehandelt wird, argumentierte jedoch, dass das P/S das falsche Maß ist, um Blockchains zu bewerten. Er sagte, dass „Umsätze“ von Ethereum nicht als Protokolleinnahmen, sondern als BIP oder GMV der On-Chain-Wirtschaft betrachtet werden sollten, eine Kennzahl, die nicht direkt gemessen werden kann.
„Die Umsätze sind gewissermaßen wie das BIP der Blockchain, das wir nicht messen“, erklärte er. „Das Wesentliche, das man für eine Kette verstehen sollte, ist der Gewinn… der Gewinn von Ethereum im Verhältnis zum Gewinn von Amazon.“
Da Blockchains keine traditionellen Ausgaben haben, behandelt Qureshi Gebühreneinnahmen als Nettoeinnahmen, wodurch das Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Ethereum effektiv identisch sind.
Die Amazon-Analogie: Frühes Wachstum, hohe Multiplikatoren
Indem er Amazon als Parallelbeispiel heranzog, betonte Qureshi, dass der E-Commerce-Riese fast zwei Jahrzehnte lang ohne Rentabilität operierte, die öffentlichen Märkte ihm jedoch dennoch extrem hohe Bewertungsmultiplikatoren zuwiesen.
„Amazon hat bis vor etwa 20 Jahren als Unternehmen buchstäblich keinen Gewinn gemacht“, sagte er. „Im Jahr 2013 hatte Amazon ein KGV von über 600, während das KGV von Ethereum heute etwa 380 beträgt.“
Nach dieser Logik ist Ethereum eher mit wachstumsstarken Internetinfrastrukturen in ihrer Expansionsphase vergleichbar, nicht mit etablierten, Dividenden zahlenden Unternehmen. Qureshi betonte, dass die Bewertung von Ethereum durch die Linse des langfristigen Wachstums, der Netzwerkadoption und der zunehmenden wirtschaftlichen Aktivität on-chain betrachtet werden sollte.
Ethereum Immer noch in der frühen Aufbauphase
Qureshi schloss, dass Ethereum und andere wichtige L1s sich weiterhin in einem exponentiellen Entwicklungszyklus befinden, ähnlich wie das frühe Internet und das frühe Amazon. Die Verwendung traditioneller Unternehmensbewertungsrahmen, argumentierte er, birgt das Risiko, die wirtschaftliche Realität dezentraler Netzwerke zu verzerren.
Seine Kommentare haben einer der wichtigsten laufenden Debatten im Krypto neue Tiefe verliehen: Wie man Blockchains als wirtschaftliche Systeme anstatt als traditionelle Unternehmen genau bewertet.
Der Beitrag erschien zuerst auf CryptosNewss.com
