📰 Was ist mit Paxful passiert?
Paxful Holdings Inc., eine Peer-to-Peer-Kryptowährungsbörse, die hauptsächlich mit Bitcoin operierte, stimmte zu, sich vor den Bundesgerichten der Vereinigten Staaten wegen mehrerer Anklagen im Zusammenhang mit schweren Finanzdelikten schuldig zu bekennen.
📌 Akzeptierte strafrechtliche Anklagen
Paxful bekannte sich schuldig in drei Bundesverschwörungen wegen:
Verstoß gegen das Travel Act durch die Bereitstellung von Dienstleistungen, die illegale Prostitution förderten.
Betrieb als nicht registriertes Geldüberweisungsunternehmen beim Umgang mit Transaktionen ohne die erforderliche Lizenz und Kontrollen.
Absichtliche Verstöße gegen das Gesetz über Bankgeheimnisse (Bank Secrecy Act oder BSA), weil keine angemessenen Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) implementiert wurden und keine verdächtigen Aktivitäten gemeldet wurden.
💰 Geldstrafe und Sanktionen – was wird gezahlt?
Die Lösung umfasst eine gemeinsame Geldstrafe von US$ 7,5 Millionen, die sich zusammensetzt aus:
🧾 US$ 4 Millionen an Strafzahlungen an das Justizministerium (DOJ).
💵 US$ 3,5 Millionen an zivilrechtlichen Sanktionen, die vom Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN), einem Büro des US-Finanzministeriums, das die Einhaltung der Gesetze gegen Geldwäsche überwacht, verhängt wurden.
Der Gesamtbetrag war geringer als ursprünglich von den Urteilsrichtlinien berechnet (mehr als US$ 100 Millionen), da die Behörden zu dem Schluss kamen, dass Paxful keine höhere Geldstrafe zahlen konnte, ohne seine Existenz zu gefährden.
📅 Das formelle Urteil wird am 10. Februar 2026 vor einem Bundesgericht in Kalifornien erwartet.
🧠 Warum wurde dies als schweres Verbrechen angesehen?
Laut dem Justizministerium und FinCEN:
Die Plattform erleichterte mehr als US$ 3 Milliarden an Transaktionen zwischen 2017 und 2019 ohne angemessene Kontrollen.
Ein Teil des Volumens war involviert in kriminelle Aktivitäten, einschließlich Betrug, Erpressung, illegaler Prostitution und anderen mit Betrug verbundenen Verbrechen.
Paxful wusste oder hatte Gründe zu wissen, dass sein System von illegalen Akteuren genutzt wurde, berichtete jedoch keine verdächtigen Aktivitäten und führte keine gesetzlich geforderten Kundenverifizierungsprozesse (KYC/AML) durch.
Die Behörden stellten fest, dass Paxful für Kriminelle attraktiv wurde, weil es die Abwesenheit von Kontrollen förderte, was Geldflüsse im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten erleichterte.
⚖️ Was bedeutet das für das Krypto-Ökosystem?
🛡️ 1. Strengere regulatorische Maßnahmen
Dieser Fall zeigt, dass US-Behörden (DOJ, FinCEN) bereit sind, strafrechtlich gegen Krypto-Plattformen vorzugehen, die die Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche nicht einhalten oder die Nutzung ihrer Netzwerke für illegale Zwecke ermöglichen.
🔍 2. Größerer Fokus auf Compliance
Neue und bestehende Plattformen müssen ihre Programme für:
AML (Geldwäschebekämpfung),
KYC (Kundenverifizierung),
Bericht über verdächtige Aktivitäten,
um ähnliche Sanktionen zu vermeiden.
Diese Entscheidung unterstreicht, dass es nicht ausreicht, als dezentrale oder P2P-Plattform zu existieren – die regulatorischen und rechtlichen Standards gelten ebenso, wenn Geldbewegungen in den Vereinigten Staaten erleichtert werden.
⚠️ 3. Warnung an den Markt
Der Fall sendet ein klares Signal an andere Projekte und Börsen: das Fehlen solider Kontrollen gegen Finanzkriminalität kann zu strafrechtlichen Anklagen führen, nicht nur zu geringeren zivilrechtlichen Geldstrafen.
