Warum riesige Zuflüsse, aber kein Pump? Was ist Cash-and-Carry-Arbitrage?
Sie sehen die Schlagzeilen: ETFs verzeichnen Milliarden an Bitcoin-Zuflüssen, das Spot-Volumen explodiert. Doch wenn man sich den Chart ansieht, bewegt sich der Bitcoin-Preis seitwärts oder kaum. Warum dieses Paradoxon? Der Hauptgrund ist die Cash-and-Carry-Arbitrage-Strategie.
🔸 In einer Aufwärtsbewegung sind Futures-Preise oft höher als Spot-Preise aufgrund bullischer Erwartungen. Dieses Phänomen wird als Contango bezeichnet.
Große Hedgefonds führen zwei gleichzeitige Order aus:
Kaufen von 1 BTC auf dem Spot-Markt zu 50.000 USD.
Verkauf von 1 BTC auf dem Futures-Markt zu 51.000 USD.
👉 Sie sichern sich sofort einen Gewinn von 1.000 USD. Bei Fälligkeit der Kontrakte konvergieren Spot- und Futures-Preise; sie schließen beide Positionen und sichern sich die Differenz, unabhängig davon, ob Bitcoin steigt oder fällt.
🔸 Die neutrale Geldfluss-Situation ist der Grund dafür, dass der Markt getäuscht wird.
Ihr Spot-Kauf erhöht das Kaufvolumen und die Vermögenswerte der ETFs.
Allerdings wird sofort ein entsprechender Verkaufsdruck auf den Derivaten-Markt ausgeübt, um zu hedge.
👉 Diese beiden Kräfte heben sich gegenseitig auf. Der eigentliche Geldfluss ist neutral und erzeugt keinen Aufwärtstrend im Preis.
🔹 Schauen Sie nicht einfach auf Zuflüsse oder Rekordwerte bei der Open Interest und ziehen sofort einen bullischen Schluss. Wenn die Open Interest hoch ist, aber die Funding-Raten positiv sind und der Preis stagniert, ist das lediglich ein Spielplatz für Arbitrageure, die sich sichere Erträge sichern. Die echte organische Nachfrage ist noch nicht eingetroffen.
