Binance, die größte Kryptowährungsbörse der Welt, hat in Pakistan eine turbulente, aber transformative Reise erlebt. Was als unregulierte, oft kritisierte Plattform begann, die mit religiösem Misstrauen betrachtet wurde, hat sich nun in Richtung eines sorgfältig strukturierten regulatorischen Rahmens bewegt. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur Pakistans sich ändernde Haltung zu digitalen Vermögenswerten wider, sondern auch die globale Reifung der Kryptowährungsindustrie.

Die islamische Perspektive: Von Zweifel zu Überlegung $

In seinen frühen Phasen sah sich das Konzept der Kryptowährung, und damit auch Plattformen wie Binance, beträchtlichem Skeptizismus von islamischen Gelehrten gegenüber. Die Hauptbedenken drehten sich um grundlegende Prinzipien der islamischen Finanzwirtschaft:

Die ursprüngliche islamische Sichtweise (2017-2023): Eine Zone der Verbote

.Gharar (exzessive Unsicherheit): Zu Beginn betrachteten viele Gelehrte Kryptowährungen als wertlos oder als fehlenden klaren zugrunde liegenden Vermögenswert, was sie spekulativen Unternehmungen mit inhärenter Ungewissheit gleichstellte und sie somit potenziell unerlaubt machte.

.Maysir (Glücksspiel): Die extreme Preisvolatilität digitaler Vermögenswerte führte oft zu Vergleichen mit Glücksspiel, wo die Ergebnisse ungewiss sind und Wohlstand auf Kosten anderer geschaffen wird, was im Islam streng verboten ist.

.Riba (Zinsen): Die frühen Angebote von Binance, insbesondere seine "Earn"-Produkte und Margin-Trading, beinhalteten zinsbasierte Kredite und Darlehen, was einen direkten Verstoß gegen das islamische Finanzrecht darstellt.

Die moderne islamische Sichtweise (2024 und darüber hinaus): Nuance und Erlaubtheit

Als die Krypto-Industrie reifte, reifte auch der wissenschaftliche Diskurs. Heute herrscht ein differenzierteres Verständnis vor, das zwischen erlaubten und unerlaubten Aktivitäten auf Binance unterscheidet:

.Spot-Handel (Allgemein Halal): Der Konsens unter zeitgenössischen islamischen Gelehrten ist, dass der Kauf einer Kryptowährung direkt (Spot-Handel) dem Kauf einer Ware ähnelt. Vorausgesetzt, das zugrunde liegende Projekt ist shariah-konform (d. h. nicht an Glücksspiel, Pornografie oder zinsbasiertem Finanzwesen beteiligt), wird diese Tätigkeit im Allgemeinen als erlaubt angesehen.

.Shariah-konformes Staking & Verdienen: Binance hat proaktiv religiöse Bedenken angesprochen, indem es shariah-konforme Staking-Dienste eingeführt hat. Diese Produkte sind so gestaltet, dass sie Belohnungen aus der Netzwerkbeteiligung (Proof of Stake) generieren, anstatt Zinsen zu zahlen, und oft von anerkannten Beratungsfirmen für islamische Finanzen wie Amanie Advisors überprüft werden.

.Terminkontrakte & Margin-Handel (Haram): Aktivitäten, die gehebelten Handel, Futures und Optionen umfassen, werden weiterhin weitgehend als unerlaubt (Haram) angesehen, da sie Elemente des Verkaufs dessen beinhalten, was man nicht besitzt (gharar) und die Präsenz von Zinsen (riba) in der Margin-Finanzierung.

Der globale Wandel im islamischen Finanzwesen hin zur Annahme ethischer Innovation bedeutet, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit den shariah-konformen Angeboten von Binance jetzt weitgehend akzeptiert wird.

Warum Pakistan zunächst Binance eingeschränkt hat: Das regulatorische Labyrinth

Jahrelang operierte Binance in einem rechtlichen "Graubereich" innerhalb Pakistans. Während Millionen von Nutzern aktiv auf der Plattform handelten, fehlte es an offizieller Anerkennung und Bankintegration. Die Gründe für diese langanhaltende regulatorische Vorsicht waren vielschichtig:

  1. Der SBP-Zirkular von 2018: Die Richtlinie der State Bank of Pakistan aus dem Jahr 2018 verbot Banken ausdrücklich den Umgang mit Kryptowährungen. Diese Maßnahme war hauptsächlich darauf ausgerichtet:

.Bekämpfung von Geldwäsche (ML) & Terrorismusfinanzierung (TF): Der Druck des globalen Finanzwächters FATF (Financial Action Task Force) war ein entscheidender Antrieb, der Pakistan dazu brachte, unregulierte Finanzströme zu kontrollieren.

.Verhinderung von Kapitalabfluss: Die Regierung befürchtete, dass ein offener Kryptomarkt zu einem erheblichen Abfluss pakistanischer Rupien (PKR) in digitale Vermögenswerte (wie USDT) führen könnte, was die Devisenreserven des Landes weiter erschöpfen und die lokale Währung destabilisieren würde.

2. Mangel an rechtlichem Rahmen: Ohne spezifische Gesetze, die virtuelle Vermögenswerte definieren, fand die Regierung es schwierig, Plattformen wie Binance zu regulieren, zu besteuern oder sogar anzuerkennen. Dieses rechtliche Vakuum machte eine direkte Integration mit dem formalen Finanzsektor unmöglich.

3. Bedenken zum Verbraucherschutz: Die inhärente Volatilität und das Potenzial für Betrug im unregulierten Kryptomarkt haben auch Bedenken hinsichtlich des Schutzes pakistanischer Investoren aufgeworfen.

Die Zeitleiste: Binances Reise in Pakistan (2017-2026)

Die Geschichte von Binance in Pakistan ist eine dynamische, geprägt von einem Wechsel von völliger Verbot zu einem strukturierten regulatorischen Ansatz.

.2017 - 2019: Die Ära strenger Verbote & Underground-Handel

Diese Zeit war geprägt von dem strengen Zirkular der SBP, das Krypto-Transaktionen verbot. Die Federal Investigation Agency (FIA) initiierte sporadische Razzien, was es zu einem Hochrisiko-Umfeld für Händler machte. Binance operierte weitgehend im Untergrund, wobei die Nutzer stark auf informelle Kanäle angewiesen waren.

.2020 - 2023: Der "Graubereich" & P2P-Boom

Trotz des Verbots stieg die Akzeptanz von Kryptowährungen. Die wirtschaftliche Volatilität in Pakistan drängte viele dazu, Krypto als Absicherung gegen Inflation zu nutzen. Der P2P-Handel von Binance wurde zur dominierenden Methode, um PKR in Krypto umzuwandeln, wobei traditionelle Banken umgangen wurden. Das öffentliche Interesse nahm zu, was zu wegweisenden Fällen vor dem Obersten Gerichtshof führte (z. B. die Petition von Waqar Zaka), die die Regierung dazu drängten, Regulierung in Betracht zu ziehen, anstatt ein völliges Verbot auszusprechen.

.2024 - 2025: Regulatorischer Schwung & Rahmenentwicklung

Die Regierung, die die Sinnlosigkeit eines vollständigen Verbots erkannte und das Potenzial für eine neue Einnahmequelle sah, begann, einen regulatorischen Rahmen zu entwerfen. Der Pakistan Crypto Council (PCC) wurde gegründet, um bei der Politik zu beraten. Entscheidend war, dass die SBP klarstellte, dass das bloße Halten von Kryptowährungen nicht illegal war, obwohl die Bankunterstützung weiterhin eingeschränkt blieb. In dieser Zeit nahm das Engagement zwischen den Akteuren der Branche und den Regulierungsbehörden zu.

.Heute (Januar 2026): Regulierte Eingänge & formelle Anerkennung

Dies markiert einen entscheidenden Moment. Die Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA), die durch das Ende 2025 verkündete Virtual Assets Ordinance gegründet wurde, hat Binance ein No Objection Certificate (NOC) erteilt. Dies ermöglicht es Binance, seine lokale Einheit zu registrieren, den Prozess der formalen Integration zu beginnen und schließlich direkte Bankeinzahlungen anzubieten. Binance hat auch ein MoU mit dem Finanzministerium unterzeichnet, um die Tokenisierung staatlicher Vermögenswerte zu erkunden, was auf eine kollaborative Zukunft hindeutet. Während P2P in dieser Übergangsphase aktiv bleibt, ist der Weg für die direkte Bankintegration nun klar, sobald das endgültige Gesetz über virtuelle Vermögenswerte vollständig umgesetzt ist.

Die Zukunft: Binance als regulierte Einheit in Pakistan

Ab Anfang 2026 operiert Binance nicht mehr im Schatten. Mit der Genehmigung der PVARA bewegt es sich auf den Weg, eine vollständig regulierte Einheit innerhalb des Finanzökosystems Pakistans zu werden. Dieser Übergang bringt mehrere Implikationen mit sich:

.Besteuerung: Gewinne aus digitalen Vermögenswerten unterliegen nun der Kapitalertragssteuer und anderen anwendbaren Abgaben, um die Einnahmenerzeugung für die Regierung sicherzustellen.

.AML/CFT-Konformität: Binance wird verpflichtet sein, sich vollständig in die Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungs-Reporting-Systeme Pakistans (z. B. goAML) zu integrieren, um die finanzielle Transparenz und Sicherheit zu erhöhen.

.Verbraucherschutz: Mit der regulatorischen Aufsicht werden Mechanismen zum Schutz von Investoren, zur Streitbeilegung und klare betriebliche Richtlinien eingerichtet.

.Wirtschaftliche Integration: Die formelle Anerkennung virtueller Vermögenswerte öffnet Türen für Blockchain-Innovation, könnte ausländische Investitionen anziehen und eine digitale Wirtschaft in Pakistan fördern.

Die Reise von Binance in Pakistan ist ein Beweis für die unwiderstehliche Kraft technologischer Innovation, die auf das unbewegliche Objekt traditioneller Regulierung trifft. Die aktuelle Landschaft im Jahr 2026 zeigt eine pragmatische Akzeptanz, die islamische Prinzipien mit moderner Finanzen verbindet und Pakistan in eine digital integrierte Zukunft führt.

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