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Mexiko dachte, es mache einen mutigen strategischen Schritt. Durch die Einführung eines 50% Zolls auf chinesische Waren wollte das Land sich näher an die Handelsinteressen der USA ausrichten. Washington applaudierte der Entscheidung. Die Schlagzeilen der Medien rahmten es als einen klugen geopolitischen Schachzug ein. Auf den ersten Blick schien es ein Gewinn zu sein.

Aber in Mexikos Fabriken begann eine ganz andere Geschichte zu entstehen.

Der stille Schock: Lieferketten gehorchen nicht der Politik

Die Auswirkungen kamen nicht mit dramatischen Vergeltungsmaßnahmen oder öffentlichen Drohungen. Stattdessen kamen sie leise – durch fehlende Inputs. Lager, Halbleiter, Spezialchemikalien – wesentliche Komponenten für die Fertigung – waren verspätet, im Transit steckengeblieben oder überhaupt nicht verfügbar. Produktionslinien verlangsamten sich. Einige stoppten komplett.

Das war kein Zufall. Rund 68 % der industriellen Lagerteile Mexikos und mehr als die Hälfte seiner Halbleiterkomponenten stammten aus China. Wenn die Versorgung so konzentriert ist, drücken Zölle nicht nur den Exporteur – sie ersticken den Importeur.

Steigende Kosten, sinkende Produktion

Als Bauteile knapp wurden, stiegen die Produktionskosten stark. Unternehmen suchten verzweifelt nach alternativen Lieferanten, oft zu höheren Preisen und geringerer Zuverlässigkeit. Die Produktion ging zurück. Lieferzeiten verlängerten sich. Fabrikarbeiter standen vor Unsicherheit, reduzierten Schichten und wachsender Angst um ihre Arbeitsplätze.

Der wirtschaftliche Druck war real – und unmittelbar.

Die Versprechen, die nicht eintrafen

Anhänger der Zölle argumentierten, dass US-Investitionen die Lücke schnell schließen würden. In Wirklichkeit blieb viel davon theoretisch. Was tatsächlich eintraf, kam mit strengen Bedingungen: Infrastrukturbereitschaft, Compliance-Standards, Kostenziele – Anforderungen, die viele lokale Hersteller nicht über Nacht erfüllen konnten.

Die Umorientierung im Handel erwies sich nicht als so einfach wie das Unterzeichnen von Abkommen oder das Erlassen von Zöllen.

Eine harte Lektion in der Interdependenz

Die zentrale Lektion ist unverblümt: Man kann den Tisch nicht umwerfen, solange man noch von ihm isst. Globale Lieferketten sind auf Jahre – manchmal Jahrzehnte – der Integration aufgebaut. Versuche, sie ohne Alternativen zu brechen oder umzuleiten, strafen nicht zuerst den Partner. Sie schaden Ihnen selbst.

Mexikos Erfahrung zeigt, dass die Wirtschaft der Logistik folgt, nicht der Politik. Bevor man einen Lieferanten herausfordert, muss man einen anderen sicherstellen. Andernfalls kann die Maßnahme, die Stärke signalisieren soll, letztlich das eigene Reisbecken umkippen.

Fazit

Zölle können mächtige Werkzeuge sein – aber nur, wenn sie durch Vorbereitung, Diversifizierung und realistische Zeiträume unterstützt werden. Mexikos Fall ist eine Erinnerung an alle Industrienationen: In einer stark vernetzten Welt ist Abhängigkeit ein Druckmittel, und die Ignoranz dieses Faktors hat ihren Preis.

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