Von @MrJangKen • ID: 766881381 • 4. Januar 2026

CARACAS – In einem Schritt, um einen totalen Zusammenbruch der Regierungsführung zu verhindern, hat das Oberste Gericht Venezuelas (TSJ) formell angeordnet, dass Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Rolle der amtierenden Präsidentin übernehmen soll. Die Notfallentscheidung folgt auf die erstaunliche Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Truppen während einer Wochenendoperation, die die südamerikanische Nation in unbekanntes politisches Terrain gestürzt hat.

Das Gerichtliche Mandat

Die Verfassungsabteilung des Obersten Gerichts erließ die Anordnung spät am Samstag und verwies auf die Notwendigkeit, "die administrative Kontinuität und die umfassende Verteidigung der Nation zu garantieren." Die Entscheidung des Gerichts aktiviert den verfassungsrechtlichen Mechanismus für die Präsidentschaftsnachfolge und beauftragt Rodríguez, alle "Befugnisse, Pflichten und Kompetenzen" auszuüben, die mit dem Präsidentenamt während Maduros "zwangsweiser Abwesenheit" verbunden sind.

Richterin Tania D’Amelio, die die Entscheidung im nationalen Fernsehen vorlas, betonte, dass die Justiz weiterhin den "anzuwendenden rechtlichen Rahmen" debattieren werde, um die Kontinuität des Staates und den Schutz der nationalen Souveränität zu gewährleisten.

Ein loyaler "Tiger" am Steuer

Delcy Rodríguez, 56, ist eine der mächtigsten und vertrauenswürdigsten Figuren innerhalb der "Chavista"-Bewegung. Sie ist Juristin und die Tochter eines prominenten linksgerichteten Führers und hat fast jede hochrangige Position in der venezolanischen Regierung innegehabt, darunter Außenministerin, Ministerin für Kommunikation und zuletzt Vizepräsidentin und Ministerin für Öl.

Bekannt für ihre scharfe Rhetorik und aggressive Verteidigung von Maduro – der sie einmal als "Tiger" bezeichnete – steht Rodríguez nun vor der gewaltigen Aufgabe, ein von Hyperinflation und internationalen Sanktionen gelähmtes Land zu führen, während sie ständig im Blickfeld der Vereinigten Staaten steht.

Widersprüchliche Signale und globale Spannungen

Trotz des Urteils des Obersten Gerichts scheint der Übergang von Spannungen geprägt zu sein. Kurz nach dem Urteil trat Rodríguez im staatlichen Fernsehen auf, flankiert von hochrangigen Militärbeamten und ihrem Bruder, dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez. In einer herausfordernden Ansprache bezeichnete sie die Festnahme von Maduro als "Entführung" und "barbarisch" und bestand darauf, dass er der "einzige legitime Präsident Venezuelas" bleibt.

Diese Haltung steht im scharfen Gegensatz zu den Erklärungen aus Washington. US-Präsident Donald Trump schlug nach der Operation vor, dass Rodríguez "bereit sei, das Notwendige zu tun", um Stabilität wiederherzustellen, und deutete an, dass die USA eine bedeutende Rolle in der Übergangsverwaltung spielen würden.

Markt- und wirtschaftliche Auswirkungen

Für Investoren wirft der plötzliche Führungswechsel kritische Fragen zur venezolanischen Ölindustrie auf. Als derzeitige Ölministerin ist Rodríguez die Hauptarchitektin der Bemühungen der Regierung, die US-Sanktionen zu umgehen und die Rohölexporte aufrechtzuerhalten.

Während die USA eine potenzielle "Präsenz" in Venezuela in Bezug auf Energieinteressen signalisiert haben – konkret Unternehmen wie Chevron erwähnend – bleibt die unmittelbare Zukunft der Ölproduktion des Landes ungewiss. Analysten warnen, dass, wenn der Übergang nicht "sicher, ordnungsgemäß und umsichtig" ist, wie das Weiße Haus versprochen hat, die daraus resultierende Instabilität die bereits fragile Infrastruktur des Landes weiter schädigen könnte.

Was kommt als Nächstes?

Während Nicolás Maduro in New York wegen Drogenhandelsvorwürfen auf seinen Prozess wartet, bleibt die Aufmerksamkeit der Welt auf Caracas gerichtet. Die kommenden Tage werden entscheiden, ob Delcy Rodríguez die Macht unter der Militärelite konsolidieren kann oder ob das von den USA geführte Eingreifen eine radikalere Veränderung in der Regierungsführung der Nation auslösen wird.

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