🇺🇸🇻🇪 US – VENEZUELA: WIRTSCHAFTSANALYSE & MARKTWIRKUNG
Zunächst sollten wir etwas klarstellen. Wir sprechen hier nicht darüber, ob es richtig oder falsch, legal oder illegal ist, wenn die USA in Venezuela intervenieren. Diese Analyse konzentriert sich ausschließlich auf die wirtschaftlichen Folgen und die Auswirkungen auf die Finanzmärkte nach dem Ereignis. Finanzmärkte handeln nicht ethisch oder rechtlich; sie handeln mit Konsequenzen.
Das Kernproblem liegt im schweren Öl. Venezuela besitzt etwa 303 Milliarden Barrel Öl, das größte der Welt, aber der Großteil davon ist schweres Öl – ein dickflüssiges, schwer zu förderndes und sehr teures Öl. Nach Jahren von Sanktionen hat sich die Öl-Infrastruktur Venezuelas erheblich verschlechtert, was sie ineffizient macht, trotz der verbleibenden Reserven.
In der Zwischenzeit befinden sich die USA in einer sehr einzigartigen Position. Texas und Louisiana haben derzeit sechs der größten Raffinerien für schweres Öl der Welt. Noch wichtiger ist, dass die USA zunehmend von schwerem Öl abhängig sind. Im Jahr 1980 waren nur etwa 10–20 % des importierten Öls der USA schweres Öl. Heute ist diese Zahl auf etwa 70 % gestiegen. Die USA benötigen schweres Öl, und Venezuela hat Milliarden von Barrel schwerem Öl ungenutzt.
Wenn man auf die Geschichte zurückblickt, produzierte Venezuela in den frühen 2000er Jahren fast 3,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, etwa dreimal so viel wie die USA zu dieser Zeit. Doch bis 2020 war die Produktion Venezuelas auf etwa 900.000 Barrel pro Tag gefallen, während die USA auf etwa 5 Millionen Barrel pro Tag anstiegen. Das lag nicht daran, dass Venezuela kein Öl mehr hatte, sondern an einem Mangel an Kapital, Technologie und Infrastruktur zur Förderung von schwerem Öl.
In diesem Kontext wird die Aussage von Präsident Trump wirtschaftlich sehr klar. Als Präsident Trump sagte, die USA würden großen Ölgesellschaften erlauben, die Infrastruktur zu reparieren, Öl zu pumpen und „Geld zu verdienen“, war das nicht nur eine politische Botschaft. Es war ein pragmatischer Wirtschaftsplan. Mit steigender Produktion wird mehr Öl verkauft, die Unternehmensgewinne steigen, und folglich steigen die Steuereinnahmen der USA durch Unternehmenssteuern, Einkommenssteuern und Aktivitäten entlang der Energiekette.
