By @MrJangKen • ID: 766881381 • 6. Januar, 2026
Seit Jahren wird die Blockchain-Industrie von einem einzigen, hartnäckigen Gespenst heimgesucht: dem Blockchain-Trilemma. Geprägt vom Mitbegründer von Ethereum, Vitalik Buterin, besagt das Trilemma, dass ein dezentrales Netzwerk nur zwei der drei zentralen Eigenschaften auswählen kann: Dezentralisierung, Sicherheit und Skalierbarkeit. Bitcoin und das ursprüngliche Ethereum entschieden sich für Dezentralisierung und Sicherheit, was zu einer "Engstelle" führte, bei der jedes Knoten alle Transaktionen überprüfen muss, wodurch die Bandbreite stark eingeschränkt wird. Doch nach den jüngsten Updates von Buterin Anfang 2026 tritt Ethereum offiziell in eine "grundsätzlich neue" Ära ein. Mit dem Mainnet-Launch von PeerDAS und der Reife von zkEVMs ist Ethereum nicht mehr nur ein "schneller Bitcoin" – es entwickelt sich zu einem hochbandbreiten, dezentralen Supercomputer.

Das Ende der "Replikations"-Ära
Um zu verstehen, warum dies von Bedeutung ist, müssen wir uns ansehen, wie Blockchains traditionell funktionieren. In einem Netzwerk wie Bitcoin ist die Durchsatzleistung gering, weil das System auf Redundanz angewiesen ist. Jeder einzelne Teilnehmer (Knoten) muss jedes einzelne Datenstück herunterladen und überprüfen. Obwohl dies das Netzwerk unglaublich sicher macht, bedeutet es, dass das Netzwerk nur so schnell ist wie sein langsamster einzelner Knoten.
Buterin vergleicht das neue Ethereum-Modell mit BitTorrent. BitTorrent kann riesige Datenmengen übertragen, weil nicht jeder Benutzer die gesamte Datei speichern muss; stattdessen halten die Benutzer nur "Teile" der Daten. Allerdings fehlt BitTorrent jedoch ein "Konsens" – es kümmert sich nicht um die Reihenfolge oder Gültigkeit der Daten im finanziellen Sinne.
Ethereums neues Ziel ist es, die Bandbreite auf BitTorrent-Niveau zu erreichen, während gleichzeitig die Konsensqualität auf Bitcoin-Niveau beibehalten wird.
Säule I: PeerDAS (Der Durchbruch bei der Bandbreite)
Der erste große Meilenstein in dieser Transformation ist die Einführung von PeerDAS (Peer Data Availability Sampling) auf der Ethereum-Hauptnetzwerk.
PeerDAS ist die praktische Umsetzung von "Sharding"-Konzepten, die bereits seit Jahren diskutiert werden. Anstatt, dass ein Knoten einen riesigen Datenblock herunterladen muss, um dessen "Verfügbarkeit" zu gewährleisten, ermöglicht PeerDAS Knoten, eine Datenverfügbarkeitsprobenahme durchzuführen.
So funktioniert es: Knoten ziehen kleine, zufällige Teile der Daten. Durch cleveres Mathematik kann das Netzwerk mathematisch nachweisen, dass das gesamte Datenset vorhanden ist, wenn genügend Knoten genügend kleine Teile abgefragt haben.
Das Ergebnis: Ethereum kann nun viel größere Datenmengen (Blobs) verarbeiten, ohne dass die Hardwareanforderungen für einzelne Staker steigen. Dies senkt direkt die Kosten für Layer-2-(L2)-Rollups und macht Transaktionen für den Endnutzer erheblich günstiger.
Säule II: zkEVMs (Die Verifizierungsrevolution)
Während PeerDAS die Speicherung von Daten übernimmt, übernimmt zkEVMs (Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machines) die Berechnung.
Buterin stellte kürzlich fest, dass zkEVMs nun eine "Alpha-Stufe" erreicht haben. Das bedeutet, dass ihre Leistung nun produktionsreif ist. Der Fokus hat sich von "Können wir dies schnell genug machen?" zu "Können wir dies sicher genug machen?" verschoben.
Ein zkEVM ermöglicht es dem Netzwerk, Transaktionen außerhalb der Chain zu verarbeiten und anschließend einen winzigen "kryptografischen Beweis" an die Haupt-Ethereum-Kette zu übermitteln. Dieser Beweis besagt: "Wir haben 10.000 Transaktionen verarbeitet, und hier ist der mathematische Nachweis, dass sie alle gültig waren." Die Hauptnetzwerk muss die Transaktionen nicht erneut ausführen; es genügt, den Beweis zu verifizieren, was nur einen Bruchteil einer Sekunde dauert. Bis 2026 erwarten wir, dass zkEVM-Knoten in eingeschränkter Form auftauchen, was die Belastung des Hauptnetzwerks weiter reduziert.
Die Zukunft: Verteilter Blockaufbau
Das letzte Element von Buterins Vision betrifft den verteilten Blockaufbau. Derzeit sammeln sogenannte "Builder" Transaktionen zu Blöcken. Dies birgt das Risiko einer Zentralisierung, bei der wenige mächtige Akteure Transaktionen möglicherweise zensieren oder unfairen Wert (MEV) ausbeuten könnten.
Durch die Aufteilung der Arbeit beim Aufbau eines Blocks auf viele verschiedene Parteien stellt Ethereum sicher:
Zensurresistenz: Keine einzelne Entität kann entscheiden, was in einen Block aufgenommen wird.
Geografische Fairness: Ein verteiltes Netzwerk ist nicht von Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu einem einzigen Rechenzentrum in einem Teil der Welt abhängig.
Warum 2026 der "entscheidende Moment" ist
Wir erleben das Ende der "replizierten Zustandsmaschine" und die Geburt der "partitionierten Verifizierungsmaschine".
Ethereum entfernt sich vom Modell, bei dem jeder Knoten die gesamte Arbeit leistet. Stattdessen bewegt es sich in ein Modell, bei dem die Arbeit aufgeteilt wird, aber die Sicherheit gemeinsam geteilt wird. Dadurch kann Ethereum Skalierung auf Millionen von Transaktionen pro Sekunde erreichen, ohne zu einer zentralisierten Unternehmensdatenbank zu werden.
Wie Buterin es ausdrückt, handelt es sich hierbei nicht um "kleine Verbesserungen". Sie repräsentieren eine Veränderung im grundlegenden Bauplan dezentraler Netzwerke. Ethereum bricht endlich die Grenzen, die den Blockchain-Bereich seit 2009 geprägt haben.
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