Ein Polymarket-Händler ist nach sieben Monaten Pause zurück und wettet jetzt auf einen israelischen Angriff gegen den Iran. Das führt wieder zu Spekulationen im Markt, ob der Händler mit guten Informationen handelt oder ob es ein Zufall ist.

Diese Aktionen erinnern an Diskussionen aus Venezuela. Dort sollen drei Wallets mehr als 630.000 USD gewonnen haben, weil sie auf die Verhaftung von Präsident Nicolás Maduro wetten.

Schlafender Polymarket-Trader sorgt mit Israel-Iran-Wetten für Aufsehen

Der Trader, bekannt als ricosuave666, hat bisher insgesamt 8.198 USD darauf gesetzt, dass Israel vielleicht militärisch gegen den Iran vorgeht. Sein Profil zeigt einen Gewinn von 155.699,12 USD. Bisher waren alle Wetten zu Israel erfolgreich.

Das Blockchain-Analyseunternehmen Lookonchain hat die Aktivitäten dieses Accounts beobachtet. Dabei fiel auf: Der Trader setzt darauf, dass ein israelischer Angriff bis zum 31. Januar oder 31. März 2026 passiert.

„Auffällig ist, dass ricosuave666 vor sieben Monaten bei Polymarket eingestiegen ist und alle seine Wetten zu Israel-Themen Gewinne gebracht haben. Ist er ein Insider? Jetzt setzt er wieder auf Nachrichten aus Israel – gibt es einen weiteren Angriff?”, schrieb Lookonchain.

Laut aktuellen Daten von Polymarket liegt die Chance für einen israelischen Angriff bis zum 31. Januar bei 38 Prozent. Wenn man bis März schaut, steigt die Wahrscheinlichkeit auf 54 Prozent.

Vor allem kommen die Wetten des Traders zu einem Zeitpunkt, zu dem die Lage im Nahen Osten immer angespannter wird. BeInCrypto hat berichtet, dass der starke Wertverlust der iranischen Währung gegenüber dem US-Dollar seit Ende Dezember zu Protesten führt.

Laut The Times of Israel unterstützt Israels Premier Benjamin Netanjahu die Demonstrationen, die sich zuletzt im Iran ausgebreitet haben. Die Proteste werden immer größer. Die iranischen Behörden werfen Israel jedoch vor, die „nationale Einheit schwächen zu wollen“.

Inmitten der Unruhen warnt der Iran, dass das Land auch einen Präventivschlag gegen seine Feinde führen könnte, falls konkrete Bedrohungen für die Sicherheit vorliegen. Irans Nationaler Verteidigungsrat hat Israel oder die USA dabei nicht ausdrücklich genannt.

„Die langjährigen Feinde dieses Landes… verfolgen eine gezielte Strategie, indem sie bedrohliche Sprache verstärken und sich durch einmischende Aussagen klar gegen die Grundsätze des Völkerrechts stellen. Das soll unser geliebtes Iran spalten und der Identität des Landes schaden“, steht in der Erklärung.

Die regionalen Spannungen werden immer größer. Deshalb könnten die Wetten des Traders einfach die hohe Unsicherheit widerspiegeln und nicht unbedingt Insiderwissen. Trotzdem fällt das Timing seiner Einsätze auf. Bislang gibt es aber keine Beweise für Insiderhandel, also bleibt offen, ob es kluges Spekulieren oder Zufall ist.

Allerdings sind Sorgen über möglichen Insiderhandel nicht neu. Denn kürzlich hatten drei Wallets wenige Stunden vor der Festnahme von Präsident Maduro auf seinen Abgang gewettet. Dadurch kam die Zeitfrage der Deals ins Visier.