MSCI hat entschieden, Digital Asset Treasury Companies (DATCOs) wie MicroStrategy weiterhin in seinen globalen Aktienindizes zu behalten. Dadurch wurden die Sorgen vor einem sofortigen Zwangsverkauf genommen.

Trotzdem ist die Debatte nicht vorbei. Die Entscheidung hat eine tiefere und immer stärker umstrittene Frage aufgeworfen: Soll eine Firma, deren Bilanz vor allem aus Bitcoin besteht, wie ein normales Unternehmen behandelt werden oder eher wie ein gehebeltes Investmentvehikel, das sich als Aktie ausgibt?

MSCI-Entscheidung stoppt schnellen Ausverkauf – neue Diskussion um MicroStrategy entfacht

In einer Mitteilung am späten Dienstag gab MSCI bekannt, dass DATCOs nicht aus den MSCI Global Investable Market Indexes herausgenommen werden. Das gilt zumindest bis zur Überprüfung im Februar 2026.

Gleichzeitig machte der Indexanbieter klar, dass die genaue Bewertung noch nicht beendet ist. MSCI plant eine größere Konsultation zum Umgang mit „nicht-operativen Unternehmen“ im Allgemeinen.

Der Anbieter globaler Aktienindizes, Analysen und Daten hat betont, dass institutionelle Anleger befürchten, manche DATCOs ähneln eher Investmentfonds als traditionellen Firmen.

Vorerst bleiben DATCOs, die schon in MSCI-Indizes enthalten sind, gelistet – aber nur, solange sie andere Zulassungskriterien erfüllen. Allerdings hat MSCI auch wichtige Einschränkungen verhängt.

  • Die Anzahl der Aktien, der Foreign Inclusion Factor und der Domestic Inclusion Factor werden für diese Wertpapiere nicht erhöht, und

  • Hinzufügungen oder Wechsel in andere Größenkategorien werden aufgeschoben.

Konkret bedeutet das: Ihr Platz im Index bleibt eingefroren. Neue Aktien bringen auch keine erhöhten Zuflüsse mehr – selbst wenn die Firmen neues Eigenkapital ausgeben.

Die Ankündigung sorgte für sehr unterschiedliche Meinungen an den Märkten. Strategy, also MicroStrategys Unternehmensidentität, begrüßte das Ergebnis – ebenso wie Michael Saylor, Vorsitzender und früherer CEO.

„MSTR wird weiterhin in MSCI-Indizes geführt“, sagte Saylor.

Strategy sieht das als gutes Ergebnis für neutrale Indizes und wirtschaftliche Realität. Auch viele Unterstützer stimmen dem zu.

„… viele große Konten sprachen von einer Abwärtsspirale und vom Verkauf von Mrd. USD an Aktien“, meinte Investor Zynx. Er sagt, bei genauer Prüfung sei das Risiko übertrieben gewesen. „Das können wir abhaken und weiter auf einem starken Start ins Jahr 2026 aufbauen.“

Kritiker warnen: Entscheidung verschiebt die MicroStrategy-Abrechnung nur

Kritiker sagen allerdings, MSCI schiebe das eigentliche Problem nur auf. Andy Constan beschrieb Strategy als „ein 1,27-fach gehebelte ETF, die zum Nettoinventarwert handelt und 10 Prozent für den Hebel zahlt“.

Constan ergänzte, dass das Unternehmen „keinen GAAP-Gewinn“ habe, „keinen Grund für eine Bewertung mit einem KGV“ und „nie zum NDX 100 hätte hinzugefügt werden dürfen. Es wird auch nie zum SPX oder einem anderen ‚Unternehmens‘-Index gehören.“

Kurz gesagt: Für Constan ist MicroStrategy kein normales Unternehmen. Vielmehr sei es wie ein riskanter, gehebelter Bitcoin-Fonds. Es wie eine normale Aktie zu behandeln, sei seiner Meinung nach irreführend.

Es gibt außerdem Sorgen wegen Strategys bevorzugten Aktienangeboten – besonders STRC. Analyst Novacula Occami widerspricht deutlich der Aussage, dass diese Instrumente Digital-Kredit darstellen.

„STRC ist nicht einmal Kredit. Es ist Eigenkapital, das allen Gläubigern nachgeordnet ist“, wobei „kein juristischer Anspruch auf irgendwelche Vermögenswerte, auch nicht auf den heiligen BTC“ besteht, erklärte Occami.

Nach Meinung von Occami gibt es bei dieser Struktur keine Schutzmechanismen, die sonst für Vorzugsaktien typisch sind. Es bleibt „nur Eigenkapitalrisiko“.

Sogar einige bullische Stimmen geben zu, dass das Ergebnis für MSCI nicht ganz so positiv ist, wie viele Überschriften denken lassen.

Analyst Finch merkte an, dass das Verbot von Anpassungen bei der Aktienanzahl bedeutet: „Neue Aktienausgaben sorgen nicht mehr für zusätzliches passives Kaufen durch Index-Neugewichtung.“ Für Aktien wie MSTR fällt dadurch ein wichtiger Aufwind weg.

Auch aus MSCl’s eigenen Aussagen wird klar, dass die Diskussion weitergeht. Die Sorge, DATCOs könnten vor allem Investmentmöglichkeiten statt echte Betriebe sein, lässt erkennen: Die Einordnung Bitcoin-schwerer Firmen bleibt offen.

MicroStrategys Bitcoin-Aufpreis und sein Platz am Aktienmarkt bleiben damit vorerst erhalten – stehen aber weiter unter Beobachtung.