Branchenstimmen argumentieren, dass die Einführung einer Ban auf Stablecoin-Belohnungen die Wettbewerbsfähigkeit der USA schwächen und Chinas Digitalyuan stärken könnte
Die Debatte in Washington über vorgeschlagene Änderungen am GENIUS-Gesetz, dem US-amerikanischen Gesetzgebungsrahmen zur Regelung von Stablecoins, nimmt zunehmend an Intensität zu. Kryptowährungs-Unternehmer und Interessenverbände warnen davor, dass der Druck durch Bankenlobbyisten, die Belohnungsmechanismen für Stablecoins weiter einzuschränken, den Wettbewerb untergraben und die globale Stellung des US-Dollars schwächen könnte.
Die Blockchain Association kritisierte jüngste Bemühungen von Gemeindebankgruppen, Gesetzgeber dazu zu bringen, das zu schließen, was sie als eine „Lücke“ bezeichnen, die Drittanbietern die Gewährung von Belohnungen an Stablecoin-Inhaber ermöglicht. Laut der Vereinigung hatte der Kongress bereits eine sorgfältig abgestimmte, parteiübergreifende Einigung erzielt, und der erneute Druck spiegelt die Bemühungen etablierter Finanzinstitute wider, aufkommende Konkurrenten zu unterdrücken.
Während das GENIUS-Gesetz stabile Münzemittenten daran hindert, direkt Zinsen oder Erträge zu zahlen, bieten Krypto-Börsen und Plattformen weiterhin Anreizprogramme, die über alternative Strukturen finanziert werden. Gemeindebanken befürchten, dass diese Belohnungen ihre Kreditvergabe beeinträchtigen, doch Branchenvertreter entgegnen, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Einführung stabiler Münzen das traditionelle Bankensystem untergräbt.
Vertreter der Blockchain Association betonten, dass niedrige Zinssätze bei Bankkonten historisch große Institutionen begünstigt hätten, während stabile Münzen konkrete Vorteile für den Durchschnittsverbraucher bieten. Sie argumentieren, dass Innovation, nicht Protektionismus, die regulatorische Politik leiten sollte.
Der pro-Krypto-Anwalt John Deaton ging noch weiter und nannte die vorgeschlagenen Änderungen eine mögliche „nationalen Sicherheitsfalle“. Er wies darauf hin, dass China bereits zinstragende Funktionen für seine digitale Yuan eingeführt hat, was ihn zu einer konkurrenzfähigen Alternative zum US-Dollar macht. Die Beschränkung von Anreizen für stabile Münzen in den USA, warnte er, könnte unbeabsichtigt die weltweite Akzeptanz der staatlich unterstützten digitalen Währung Chinas beschleunigen.
Der Leiter der Regierungspolitik bei Paradigm, Alexander Grieve, warnte davor, dass die Umkehrung der belohnungsbezogenen Bestimmungen den legislativen Fortschritt zunichte machen würde. Der CEO von Galaxy Digital, Mike Novogratz, äußerte sich in ähnlicher Weise und rief die Banken dazu auf, zu konkurrieren, anstatt sich auf regulatorische Hindernisse zu stützen, um Innovation zu verlangsamen.
Da digitale Währungen die globale Finanzwelt verändern, argumentieren Branchenführer, dass die Debatte um das GENIUS-Gesetz mehr als nur um Regulierung geht – es ist eine strategische Entscheidung über die zukünftige Rolle des US-Dollars in einer zunehmend tokenisierten Welt.