Der Zcash-Kurs ist stark gefallen, weil es Streit im Entwicklerteam gab. Die Krypto für Privatsphäre hat deutlich an Wert verloren, da das Vertrauen schwächer wurde.
Gleichzeitig zeigen die Märkte, dass vielleicht Kapital von Zcash zu Monero fließt. Es gibt nun die Frage, ob XMR vom ZEC-Problem profitieren könnte.
Zcash-Entwickler steigen aus – Was steckt dahinter?
Der Chef der Electric Coin Company, Josh Swihart, hat bestätigt, dass das ganze ECC-Team nach einer „konstruktiven Kündigung“ gegangen ist. Der Begriff beschreibt Situationen, in denen sich die Arbeitsbedingungen so stark ändern, dass die Mitarbeitenden praktisch keine andere Chance haben, als zu kündigen.
Laut Swihart hat der Aufsichtsrat von ECC Entscheidungen getroffen, die die Verträge so verändert haben, dass das Team nicht mehr eigenständig arbeiten konnte.
„Gestern hat das ganze ECC-Team nach einer konstruktiven Kündigung* durch ZCAM das Unternehmen verlassen. Wir gründen eine neue Firma, bleiben aber das gleiche Team mit der gleichen Mission: ein nicht aufzuhaltendes, privates Geld zu erschaffen. Wichtig ist: Das Zcash-Protokoll bleibt unbeeinflusst. Die Entscheidung schützt nur unsere Arbeit vor böswilligen Entscheidungen in der Verwaltung, die unsere ursprüngliche Mission unmöglich gemacht haben“, so Swihart.
Zcash-Holder ziehen sich zurück
ZEC-Inhaber haben schnell auf die Nachricht reagiert. Laut On-Chain-Daten kam es schon nach wenigen Stunden zu mehr Verkäufen. Nansen berichtet von mehr Einzahlungen auf Börsen. Die ZEC-Bestände auf Börsen sind in 24 Stunden um etwa 7 Prozent gestiegen.
Steigende Börsenbestände bedeuten oft, dass verkauft werden soll. Dieses Verhalten zeigt, wie stark sich die Stimmung bei Zcash-Investoren plötzlich geändert hat. Das Vertrauen ist schnell gesunken, als die Anleger mehr Risiko durch die unsichere Führung und Entwicklung sahen.
Schnelles Verkaufen zeigt, dass viele misstrauisch sind und nicht abwarten. Wenn es zu Überraschungen bei der Verwaltung kommt, reduzieren vor allem kurzfristige Halter ihr Risiko. Das setzt den Kurs weiter unter Druck, besonders wenn der Markt eh schon schwankt.
Monero profitiert von Zcashs Verlust
Daten zum Kapitalfluss deuten auf eine mögliche Umschichtung von ZEC zu Monero hin. Ganz sicher ist das nicht, aber die Hinweise zeigen unterschiedliche Trends bei den beiden Privacy-Coins. Der Chaikin Money Flow von Zcash ist ins Negative gerutscht. Das zeigt, dass mehr Kapital abgezogen wird.
Zur selben Zeit ist Moneros CMF stark gestiegen – also kommt dort mehr Kapital rein. Diese Unterschiede sieht man auch beim Kurs. Der Zcash-Kurs ist um 16,7 Prozent gefallen und liegt bei etwa 398 USD. Der XMR-Kurs ist im gleichen Zeitraum um etwa 5 Prozent gestiegen.
Die Zeitpunkte legen nahe, dass Anleger wohl nicht komplett aus dem Privacy-Bereich aussteigen. Sie verschieben ihr Geld eher innerhalb dieser Coins. Wenn ein Projekt unsicher ist, wandern Geldmittel oft zu einem anderen mit scheinbar mehr Stabilität.
XMR kurz vor neuem Allzeithoch?
Weitere Indikatoren zeigen eine bessere Lage für Monero. Der Money Flow Index (MFI) von XMR ist kurz nach der Zcash-Meldung deutlich gestiegen. Der MFI misst, wie viel Kauf- oder Verkaufsdruck durch Kurs und Volumen entsteht.
Ein steigender MFI zeigt, dass viele kaufen und die Nachfrage steigt. Bei Monero bedeutet das, dass Investoren überzeugt sind und stark zugreifen. Vielleicht wählen sie deshalb Monero, weil dort keine Führungsprobleme wie bei Zcash auftreten.
Derzeit steht XMR bei rund 456 USD. Das sind etwa 13,5 Prozent unter dem Allzeithoch von 518,99 USD. Hält die Nachfrage an, könnte das XMR nochmal Schwung geben. Wenn Kapital weiterhin von ZEC zu Monero wandert, kann Monero vielleicht bald sein früheres Hoch herausfordern.


