World Liberty Financial (WLFI) ist am Mittwoch das jüngste Unternehmen, das eine nationale Trustbank-Lizenz beantragt hat. Das Unternehmen reiht sich damit neben Krypto-Firmen wie Circle, Ripple, Fidelity Digital Assets, BitGo und Paxos ein. Damit will WLFI vor allem seine Stablecoin-Dienste ausbauen.

Allerdings sorgt diese Ankündigung für große Sorgen. Etablierte Banken sagen, dass dies ein Versuch ist, eine bundesweite Anerkennung zu bekommen, ohne die strengen Vorschriften und Kontrollen erfüllen zu müssen, die für voll lizenzierte Banken gelten.

Trump unterstützt: WLFI beantragt Trust-Charter

Das von Trump unterstützte Krypto-Projekt WLFI teilte mit, dass seine Tochterfirma WLTC Holdings LLC eine neue Bewerbung beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht hat. Ziel ist es, die World Liberty Trust Company, National Association (WLTC), zu gründen.

Das geplante Institut soll als nationale Trustbank arbeiten und sich vor allem auf Stablecoin-Angebote konzentrieren. Mit so einer Lizenz dürfen Firmen in den gesamten USA mit nur einer bundesweiten Erlaubnis arbeiten. Einzelne Genehmigungen in jedem Bundesstaat sind dann nicht mehr nötig.

Trustbanken sind anders als normale Banken, weil sie in der Regel keine Einlagen annehmen oder Kredite vergeben dürfen.

WLFI sagt, dass WLTC nach einer möglichen Erlaubnis komplett unter bundesweiter Aufsicht steht und den GENIUS Act einhält. Es gelten dann strenge Regeln gegen Geldwäsche, Sanktionsprüfungen und hohe Cyber-Sicherheits-Standards.

Die Vermögenswerte der Kunden werden getrennt von den Firmengeldern aufbewahrt, die Reserven werden unabhängig verwaltet und die Firma regelmäßig kontrolliert. Mack McCain, Chefjustiziar von World Liberty Financial, soll als Trust-Officer arbeiten.

Bankenverbände melden Bedenken an und warnen, dass solche Trust-Lizenzen das Risiko im System erhöhen könnten. Sie sagen auch, dass der Grundgedanke der Lizenz so verloren gehen könnte.

Bankengruppen stellen OCC-Trust-Lizenzen infrage

Ein besonders umstrittener Punkt ist das Risiko durch Lücken bei Aufsicht und Regulierung.

Krypto-Firmen bekommen mit so einer Lizenz fast denselben Status wie Banken, müssen aber nicht alle strengen Regeln einhalten. Zum Beispiel gibt es nicht dieselben Vorschriften zu Eigenkapital, Liquidität und Risikomanagement.

Weil immer mehr Krypto-Firmen solche Lizenzen beantragen, schlagen Banken jetzt Alarm.

„Die vorläufigen Genehmigungen von fünf nationalen Trustbanken durch das OCC dehnen die nationale Trustbank-Lizenz über ihren rechtlichen und ursprünglichen Zweck aus, gefährden Verbraucher und schaffen Institute, die das OCC nicht ordentlich abwickeln kann”, sagte Rebeca Romero Rainey, Präsidentin und Geschäftsführerin der Independent Community Bankers of America, im Dezember.

Alteingesessene Banken warnen außerdem vor sogenanntem „Regulierungsarbitrage“, weil Krypto-Firmen bundesweite Aufsicht bekommen, aber nicht dieselben Sicherungen wie die Banken einhalten. Das könnte am Ende den Verbraucherschutz und die Finanzstabilität schwächen.

Nationale Trustbank-Lizenzen bringen zudem nicht automatisch einen Einlagenschutz durch die FDIC mit sich, wie es bei normalen Banken üblich ist.

Geht eine Krypto-Trustbank pleite, haben die Kunden vielleicht nicht den gleichen Versicherungsschutz. Das könnte zu Verlusten für alle führen, die das Risiko nicht richtig einschätzen können.

Kommt es bei oft genutzten Krypto-Bank-Diensten zu Problemen oder einer Pleite, könnte so das Vertrauen ins gesamte Finanzsystem leiden.

Das OCC prüft diese Anträge meist zwölf bis achtzehn Monate lang. Darum dürfte WLFI eine endgültige Entscheidung wohl erst 2027 bekommen.