Eine neue Interessengruppe hat eine landesweite Werbekampagne gestartet. Diese lehnt es ab, dezentrale Finanzsysteme (DeFi) in das kommende Krypto-Gesetz aufzunehmen.
Die Aktion verschärft den Streit um Lobbyarbeit. Dieser findet nur wenige Tage vor einer wichtigen Abstimmung im Senat über das Gesetz zur Struktur des Krypto-Marktes statt.
„Investors for Transparency“ kritisiert DeFi, verschweigt dabei eigene Geldgeber
Die Gruppe nennt sich „Investors for Transparency“. Sie zeigt ihre Werbespots während der Hauptsendezeit auf Fox News.
Die Werbung fordert die Zuschauer auf, Druck auf die Senatoren auszuüben. DeFi soll aus dem erwartet vorteilhaften Regulierungsrahmen ausgeschlossen werden, der im Rahmen des Gesetzentwurfs zur Marktstruktur am 16. Januar vom Bankenausschuss des Senats behandelt wird.
Die Kampagne hat bei führenden Köpfen der Krypto-Branche und bei Politikern, die Krypto unterstützen, sofort Kritik ausgelöst. Sie meinen, die Gruppe stehe für traditionelle Finanzinteressen, die Konkurrenz verhindern wollen.
Der US-Politiker Warren Davidson kritisierte die Kampagne als Schutzmaßnahme großer Institutionen, um den Ist-Zustand zu bewahren.
„Dezentrale Finanzsysteme (DeFi) machen großen Finanzinstituten und dem Überwachungsstaat Angst. Mit DeFi kannst du Mittelsmänner ausschalten, Kosten senken, Privatsphäre schützen … Kurz gesagt: DeFi verteidigt Freiheit, deshalb wollen sie es abschaffen”, sagte er.
Bemerkenswert finden Branchenmitglieder auch, wie ironisch der Name der Lobby-Gruppe ist.
Auf der eigenen Website schreibt die Organisation, dass sie ein „goldenes Zeitalter haltbarer Finanzinnovationen” mit Vertrauen und Integrität schaffen will. Allerdings nennt sie weder ihre Geldgeber noch ihr Führungsteam.
„Eine Gruppe mit dem Namen ‚Investors for Transparency‘ schaltet öffentliche Werbung und macht Lobbyarbeit, um DeFi zu beenden. Das ist ironisch, denn DeFi ist das transparenteste Finanzsystem der Welt. Wenig überraschend nennt die Website nicht, wer sie finanziert”, sagte Hayden Adams, der Gründer des DeFi-Protokolls Uniswap, auf X.
Der Streit zeigt auch einen zentralen Konflikt im vorgeschlagenen Gesetz. Es geht darum, wie bestehende Finanzregeln auf Software-Protokolle angewendet werden können, die ohne zentrale Vermittler arbeiten.
Das Gesetz soll zwar ein einheitliches System für digitale Börsen, Verwahrung und Einordnung schaffen. Allerdings bleibt DeFi ein strittiges Thema.
Die Aufsichtsbehörden wollen den Bereich streng überwachen, um Geldwäsche zu verhindern. Entwickler meinen jedoch, dass Regeln wie bei Banken für reine Software technisch unmöglich sind.
Der Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, Tim Scott, begleitet den Gesetzesprozess. Er erklärt, dass die neuen Regeln eine Balance zwischen Innovation und Sicherheit bieten sollen.
Scott erklärte weiter, das neue Regelwerk gebe Unternehmern Planungssicherheit in den USA. Gleichzeitig werde es „Kriminellen und feindlichen Staaten“ schwer gemacht, die Technik auszunutzen.
Branchenkenner erwarten, dass das Komitee den endgültigen Text zu den DeFi-Regeln kurz vor der Abstimmung veröffentlicht.
