Das Vertrauen der Anleger in Adobe an der Wall Street schwindet schnell. Analysten sind gegenüber dem kreativen Software-Riesen skeptischer als zu irgendeinem Zeitpunkt im vergangenen Jahrzehnt, hauptsächlich aufgrund wachsender Zweifel, ob das Unternehmen Schritt halten kann in der rasch sich entwickelnden Ära der künstlichen Intelligenz.
Die Investmentbank Oppenheimer hat am Dienstag die Bewertung von Adobe-Aktien auf „perform“ herabgestuft. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Welle von Herabstufungen, die steigende Besorgnis über die Konkurrenz widerspiegeln – insbesondere von Akteuren wie OpenAI, die es Nutzern ermöglichen, Bilder und Videos einfach durch Eingabe von Text zu generieren, ohne professionelle kreative Werkzeuge benötigen zu müssen.
Infolge dieser negativen Revisionen ist die Konsensbewertung der Analysten für Adobe auf 3,91 von 5 gefallen, das ist der niedrigste Stand seit 2013. Diese Kennzahl spiegelt das Gleichgewicht der Analystenempfehlungen wider, die Aktie zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen.
Verlangsamtes Wachstum, Wettbewerbsdruck und Margenbedenken
Oppenheimer-Analyst Brian Schwartz skizzierte mehrere Gegenwinde, von denen er glaubt, dass sie in diesem Jahr auf Adobes Aktie lasten werden. Dazu gehören ein herausforderndes Geschäftsumfeld, da Unternehmen zunehmend auf KI-gesteuerte Technologien umschwenken, was zu schwachem und stetig langsamerem Umsatzwachstum führt. Er verwies auch auf enttäuschende Produkteinführungen, Zweifel an der tatsächlichen Stärke von Adobes Wettbewerbsposition, eine reduzierte Anlegernachfrage nach Softwareaktien und einen erwarteten Rückgang der Gewinnmargen im Vergleich zum Vorjahr.
Die Aktienperformance bleibt weit hinter dem Technologiesektor zurück
Die Aktienperformance von Adobe hat die breitere Technologiebranche erheblich untertroffen. Die Aktie fiel am Dienstag um 2,6 % und lag seit Jahresbeginn bis Montag um 6,4 % im Minus. Dies folgt auf Rückgänge von mehr als 20 % in den Jahren 2024 und 2025. Seit Ende 2023 haben die Adobe-Aktien über 45 % ihres Wertes verloren.
Im Vergleich dazu hat ein Fonds, der Softwareunternehmen verfolgt, im gleichen Zeitraum fast 30 % zugelegt. Unternehmen, die als Gewinner des KI-Booms angesehen werden – wie Microsoft, Oracle und Palantir Technologies – haben ebenfalls stark abgeschnitten. Der Nasdaq 100-Index ist um mehr als 50 % gestiegen, was hauptsächlich durch die sogenannten Magnificent Seven-Aktien getrieben wird.
SaaS-Sektor steht unter Druck von KI-Startups
Software-as-a-Service-Unternehmen sehen sich wachsendem Anleger-Skeptizismus gegenüber. Die Sorge besteht darin, dass KI-fokussierte Startups günstigere, zugänglichere Alternativen anbieten werden, die Kunden von etablierten Softwareanbietern abziehen und langfristige Wachstumsprognosen untergraben.
Oppenheimer war nicht allein bei der Senkung seiner Prognose für Adobe im Januar. BMO Capital Markets hat die Aktie auf „Markt performen“ heruntergestuft und dabei den zunehmenden Wettbewerbsdruck im Bereich der Kreativsoftware und das Fehlen positiver Katalysatoren angeführt. Jefferies hatte zuvor seine Bewertung auf „halten“ gesenkt und festgestellt, dass es bisher keinen klaren Anstieg der Einnahmen aus KI gegeben hat. Das Wachstum verlangsamt sich seit dem Geschäftsjahr 2023, wobei frühe Prognosen auf anhaltende Schwäche bis zum Geschäftsjahr 2026 hindeuten.
Goldman Sachs: KI ändert die Regeln
Gabriela Borges von Goldman Sachs begann am 11. Januar mit der Berichterstattung über Adobe mit einer „Verkauf“-Bewertung und kehrte damit die frühere „Kaufen“-Haltung der Firma um. Sie schrieb, dass Adobe zwar historisch gesehen technologische Veränderungen gut bewältigt hat, die künstliche Intelligenz jedoch eine grundlegend andere Störung darstellt. Durch die Zugänglichmachung von Designwerkzeugen für jedermann verringert KI die Notwendigkeit für professionelle Software wie die von Adobe.
Canva tritt als große Bedrohung auf
BMO hat auch sein Kursziel für die Adobe-Aktien von 400 $ auf 375 $ gesenkt und betont, dass die Bewertung nicht das Kernproblem ist. Vielmehr besteht die Hauptsorge in dem intensiveren Wettbewerb. BMO stuft Adobe jetzt am unteren Ende seines Software-Abdeckungsuniversums ein und bevorzugt Rivalen wie Salesforce und HubSpot.
Umfragedaten untermauern diese Bedenken. Mehr als 50 % der Studierenden nutzen jetzt Canva anstelle von Adobe. Fast die Hälfte der Freiberufler verlässt sich hauptsächlich auf Canva, im Vergleich zu nur etwa 10 %, die ausschließlich Adobe verwenden. Mehr als die Hälfte der Befragten berichtete, beide Tools zu nutzen, was ein besorgniserregendes Zeichen angesichts von Adobes früherer Dominanz ist.
Canva wird voraussichtlich 2026 oder 2027 an die Börse gehen, ein Schritt, der den Druck auf Adobe weiter erhöhen könnte. Die Aktien von Canva sind im letzten Jahr um etwa 20 % gefallen und schneiden schlechter ab als der breitere Softwaresektor – und signalisieren, dass der Wettbewerb im Bereich der Kreativsoftware nur intensiver werden wird.
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