Koreas Bemühung, ein national unabhängiges künstliches Intelligenz-Ökosystem aufzubauen, ist auf einen unerwarteten Hindernis gestoßen. Bei dem führenden staatlichen KI-Wettbewerb des Landes wurden mehr als die Hälfte der Finalisten dabei erwischt, ausländische Technologien zu nutzen, in einigen Fällen sogar chinesisch stammenden Code – eine Enthüllung, die gerade zu dem Zeitpunkt kommt, an dem Seoul rekordvergleichende Mittel für dieses Vorhaben bereitstellt.

Das Parlament hat einen Haushalt von 727,9 Billionen Won (495,8 Mrd. USD) für das Jahr 2026 genehmigt, und Präsident Lee Jae-myung hat die KI-Investitionen mehr als verdreifacht auf 10,1 Billionen Won (6,9 Mrd. USD). Die Regierung betrachtet KI als Eckpfeiler der zukünftigen wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und der nationalen Sicherheit Koreas.

Eine teure Ironie

Die Kontroverse ist auffällig, da das ausdrückliche Ziel des Wettbewerbs darin besteht, die Abhängigkeit von US- und chinesischen KI-Systemen zu verringern. Der im Juni gestartete dreijährige Programm zielt darauf ab, bis 2027 zwei inländische Champions auszuwählen, die Modelle liefern, die ausschließlich auf in Korea entwickelten Technologien basieren.

Die Realität hat sich komplizierter erwiesen. Von den fünf Finalisten stellte sich heraus, dass drei ausländischen Code oder Komponenten integriert hatten, einschließlich Technologien, die mit China verbunden sind.

„Von Grund auf neu zu beginnen, ist nicht praktikabel“

Beteiligte Unternehmen argumentieren, dass es ineffizient und unrealistisch ist, bestehende Open-Source-Ökosysteme zu ignorieren und alles von Grund auf neu aufzubauen. Kritiker entgegnen, dass die Abhängigkeit von ausländischen Werkzeugen Sicherheitsrisiken schafft und die Idee von „souveräner KI“ untergräbt.

Der Harvard-Professor für Elektrotechnik Gu-Yeon Wei, der mit dem Wettbewerb vertraut ist, sagt, ein absolutes Verbot von externem Code sei nicht umsetzbar:

„Wenn Sie Open-Source-Software aufgeben, verlieren Sie eine enorme Menge an Vorteilen.“

Regierungen weltweit stehen vor demselben Dilemma: Wie kann man die Abhängigkeit von ausländischer Technologie verringern, ohne die Innovation in einem Bereich zu bremsen, der sowohl wirtschaftliche Macht als auch Verteidigung betrifft.

Scheinwerfer auf Finalisten: Upstage, Naver und SK Telecom

Die schärfste Prüfung fiel auf Upstage, nachdem der CEO von Sionic AI, Ko Suk-hyun, sichtbare Ähnlichkeiten mit Open-Source-Systemen von Chinas Zhipu AI behauptete, einschließlich sichtbarer Urheberrechtshinweise im Code.

Upstage reagierte mit einer Live-Verifizierungssitzung und präsentierte Entwicklungsprotokolle, um zu zeigen, dass ihr Modell mit internen Methoden trainiert wurde. Das Unternehmen räumte jedoch ein, dass sein Inferenzcode Open-Source-Komponenten enthielt, die weltweit häufig verwendet werden. Ko entschuldigte sich später.

Die Aufmerksamkeit verlagerte sich dann auf andere Finalisten. Naver sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass seine visuellen und audiovisuellen Encoder Produkte von Alibaba und OpenAI ähnelten. SK Telecom wurde über Inferenzcode, der dem von DeepSeek, einer anderen chinesischen KI-Firma, ähnlich war, befragt.

Sowohl Naver als auch SK Telecom gaben zu, standardisierte externe Komponenten verwendet zu haben, betonten jedoch, dass ihre zentralen Lern- und Trainingsmaschinen unabhängig entwickelt wurden.

Regeln unklar, Debatte intensiviert sich

Ein zentrales Problem bleibt ungelöst: Die Wettbewerbsregeln besagten nie klar, ob ausländischer Open-Source-Code erlaubt ist. Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft hat seit dem Ausbruch der Kontroverse keine neuen Leitlinien herausgegeben. Dennoch begrüßte Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon die Debatte:

„Wenn ich die technologischen Diskussionen sehe, die unsere KI-Branche jetzt beflügeln, sehe ich eine strahlende Zukunft für die koreanische KI.“

Was auf dem Spiel steht

Bis 2027 müssen die beiden Gewinner mindestens 95 % der Leistung führender globaler Modelle von Unternehmen wie OpenAI oder Google erreichen. Im Gegenzug erhalten sie staatliche Mittel für Daten, Talente und Zugang zu kritischen KI-Chips.

Die Episode unterstreicht eine breitere Wahrheit: souveräne KI geht nicht nur um Budgets. Es ist ein Test, wo die Grenze zwischen Offenheit und Sicherheit, Geschwindigkeit und Kontrolle gezogen werden sollte und ob ein wirklich nationaler KI-Stack in einem tief globalisierten Tech-Ökosystem machbar ist.

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