US-Senatorin Elizabeth Warren fordert, dass das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die Prüfung des Antrags auf eine nationale Trustbank-Lizenz von World Liberty Financial (WLFI) verschiebt. Dies soll gelten, bis der Präsident seine Anteile an dem Unternehmen verkauft hat.

In einem Brief an OCC-Chef Jonathan Gould betonte Warren bisher noch nie dagewesene Interessenkonflikte. Ihrer Meinung nach entstehen sie durch die Beteiligung der Trump-Familie an dem Projekt.

Warren fordert OCC auf, WLFI-Banklizenz zu verschieben

BeInCrypto berichtete, dass WLFI den Antrag in der vergangenen Woche über seine Tochterfirma WLTC Holdings LLC eingereicht hat. Ziel ist es, die World Liberty Trust Company, National Association (WLTC), zu gründen.

Das neue Unternehmen soll sich auf Stablecoin-Dienstleistungen spezialisieren. Dazu gehören die Ausgabe und Rücknahme des USD1 sowie Verwahr- und Umtauschdienste.

Laut Warrens Schreiben verursachen die Verbindungen des Präsidenten und seiner Familie zum Unternehmen große Bedenken. Nach dem GENIUS Act von 2025 wurde das OCC zur wichtigsten Aufsichtsbehörde für bundesweit zugelassene Stablecoin-Anbieter.

Durch diese Rolle ist das Amt für die Erteilung von Lizenzen, die Überwachung der Geschäfte und die Durchsetzung der Vorschriften zuständig. Wird der Antrag von WLFI genehmigt, müsste das OCC ein Unternehmen überwachen, das finanzielle Interessen des Präsidenten betrifft. Warren betont außerdem, dass die Familie „wahrscheinlich“ mehr als 1 Mrd. USD mit WLFI und anderen Krypto-Geschäften verdient hat.

„Wenn der Antrag genehmigt wird, würden Sie Regeln aufstellen, die die Gewinne des Unternehmens vom Präsidenten beeinflussen. Sie wären außerdem für die direkte Aufsicht und die Einhaltung von Gesetzen bei dem Unternehmen des Präsidenten – und dessen Konkurrenten – zuständig. Diese Aufgaben hätten Sie, solange Sie vom Präsidenten ins Amt berufen wurden. Damit könnte zum ersten Mal in der Geschichte der Präsident der Vereinigten Staaten selbst sein eigenes Finanzunternehmen beaufsichtigen,” heißt es in dem Brief.

Auf der Webseite werden Präsident Trumps Söhne Barron, Eric und Donald Trump Jr. als Mitgründer von WLFI aufgeführt. Außerdem steht der Präsident selbst dort als Co-Founder Emeritus.

Ein Co-Founder Emeritus ist ein früherer Mitgründer, der keine aktive Führungsrolle mehr hat. Er bleibt aber als Berater oder Ehrenmitglied verbunden.

Warren betonte zudem, dass sie schon früher vor solchen Problemen gewarnt und das OCC um Auskunft gebeten hat. Damals fragte sie, wie das OCC verhindern will, dass Präsident Trumps „bedeutende finanzielle Interessenkonflikte“ die Aufsicht über Banken beeinflussen.

Das OCC hatte daraufhin zunächst nicht geantwortet und den Fall als theoretisch bezeichnet. Jetzt, da der Antrag von WLFI offiziell vorliegt, sieht Warren die Probleme als dringend und real an.

„Ihre gleichgültige Antwort und Ihre Bereitschaft, die gefährliche Agenda des Präsidenten während Ihrer Zeit als Leiter der Behörde einfach durchzuwinken, geben mir kein Vertrauen, dass Sie den Antrag nach den gesetzlichen Vorgaben prüfen werden”, sagte Warren.

Die Senatorin fordert, dass das OCC schriftlich zusagt, den Antrag erst zu prüfen, wenn Präsident Trump sämtliche Anteile an World Liberty Financial und alle damit verbundenen Familieninteressen verkauft hat. Für die Antwort hat sie der Behörde eine Frist bis zum 20. Januar gesetzt.

„Noch nie gab es so große finanzielle Interessenkonflikte oder Korruption. Der Kongress der Vereinigten Staaten hat sie nicht beseitigt, als er das GENIUS-Gesetz verabschiedet hat – deswegen muss der Senat diese echten und schweren Konflikte jetzt bei der Arbeit an neuen Krypto-Gesetzen berücksichtigen. Um in der Zwischenzeit die berechtigten Sorgen der Öffentlichkeit zu verringern, müssen Sie die Prüfung des Antrags aufschieben, bis Präsident Trump seine Anteile an WLF verkauft und alle Verbindungen, die zu Interessenkonflikten führen, beendet sind”, forderte Warren.

Diese Aktion spiegelt zudem weitere Sorgen im US-Bankensektor wider. Der Grund: Immer mehr Krypto-Unternehmen beantragen nationale Bank-Lizenzen. Die Independent Community Bankers of America (ICBA) und die American Bankers Association (ABA) haben ebenfalls Bedenken bei ähnlichen Anträgen geäußert. Das betrifft unter anderem Ripple, Circle, Fidelity, Paxos, First National Digital Currency Bank und BitGo.

Warrens Haltung gegenüber WLFI passt zu ihrer bisherigen Kritik an Krypto-Projekten mit Trump-Bezug. Anfang 2025 haben sie und Abgeordneter Jake Auchincloss unter anderem die SEC und die CFTC gebeten, den TRUMP- und MELANIA-Memecoin der Trumps zu untersuchen.