Wird Trump gegen den Iran militärisch vorgehen? Wie könnte dies Bitcoin beeinflussen?

Die Möglichkeit, dass Trump gegen den Iran militärisch vorgeht, besteht zwar, wird aber durch verschiedene Faktoren eingeschränkt. Aus der jüngsten militärischen Präsenz der USA geht hervor, dass die Zahl der Bombenflugzeuge auf der Luftwaffenbasis Udeid in Katar gestiegen ist, Aufklärungsdrohnen häufig eingesetzt werden und die US-Bürger bereits aufgefordert wurden, aus dem Iran auszureisen. Diese Signale deuten darauf hin, dass die USA sich auf eine militärische Aktion vorbereiten. Dennoch gibt es in den USA uneinheitliche Meinungen über eine erneute Einmischung im Nahen Osten, und man fürchtet die Gegenreaktion Irans. Auch die Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben klar abgelehnt, der US-Armee militärische Durchgangsrechte zu gewähren. Falls die USA letztendlich militärisch handeln, wird es höchstwahrscheinlich eine „begrenzte Strafaktion“ sein, deren Ziel möglicherweise iranische ballistische Raketenstartplätze oder nukleare Einrichtungen sind. Dennoch könnte dies eine starke Gegenreaktion Irans auslösen und die Lage in der Region weiter eskalieren lassen.

Aus historischer Sicht hat ein geopolitischer Konflikt eine mehrphasige und komplexe Wirkung auf den Markt für Kryptowährungen. In der Anfangsphase eines Konflikts neigt der Markt dazu, in eine Panikphase einzutreten, in der „Cash is King“ gilt. In diesem Fall verhält sich Bitcoin eher wie ein risikobehaftetes Asset und fällt synchron mit anderen risikobehafteten Anlagen wie Technologieaktien. Doch wenn sich der Konflikt über längere Zeit hinzieht und zu Finanzsanktionen und einer Störung des Zahlungssystems führt, wird die Eigenschaft von Bitcoin, gegen Zensur resistent zu sein und grenzüberschreitend zu transferieren, zu einem wichtigen „finanziellen Korridor“ für Regionen unter Sanktionen oder für Kapitalflucht. In diesem Fall könnte die Narrativ von Bitcoin als „digitales Gold“ an Bedeutung gewinnen. In Bezug auf die aktuelle Lage zwischen den USA und dem Iran könnte ein eskalierender Konflikt kurzfristig zu einem Rückgang des Bitcoin-Preises führen. Langfristig könnte jedoch, falls der Konflikt zu einer Instabilität des regionalen Finanzsystems führt, die Logik von Bitcoin als „finanzielles Backup-System“ gestärkt werden.