Der US-Präsident Donald Trump deutet in seinen jüngsten Äußerungen zunehmend an, dass Kuba das nächste Ziel des Drucks aus Washington werden könnte. Dabei hat der derzeitige US-Außenminister Marco Rubio über viele Jahre hinweg offen die mögliche Stürzung des Regimes von Nicolás Maduro in Venezuela mit der Perspektive einer «Befreiung» Kubas von der kommunistischen System in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund analysiert BBC, welche Prüfungen die «Insel der Freiheit» in Zeiten einer neuen Welle amerikanischer Vorherrschaft im westlichen Hemisphäre erwarten könnten.

Ein zentraler Faktor der aktuellen Krise ist das Öl – genauer gesagt, dessen Fehlen. Laut Donald Trump befindet sich Kuba angeblich am Rande des Zusammenbruchs, da es seinen wichtigsten Einnahme- und Energiequelle verloren hat. Er erklärte, dass die Wirtschaft der Insel jahrelang auf den Lieferungen venezuelanischen Öls basierte, und nun, da dieser Strom abgebrochen ist, verfügt Havanna praktisch über keine Mittel mehr zum Überleben. Nach Ansicht des amerikanischen Präsidenten steht das Land buchstäblich vor dem Zusammenbruch.

Die kubanischen Behörden lehnen solche Aussagen ab. Präsident Miguel Díaz-Canel erinnerte in seiner Antwort daran, dass sein Land bereits mehr als sechs Jahrzehnte unter US-Sanktionen und Druck lebt. Laut ihm sei das kubanische Volk bereit, Unabhängigkeit und Souveränität der Nation zu jeder Zeit zu verteidigen. Díaz-Canel betonte, dass Kuba weiterhin ein freies und unabhängiges Land sei, das sich nicht von außen bestimmte Bedingungen auferlegen lasse.

Venezuela spielte tatsächlich eine entscheidende Rolle bei der Versorgung Kubas mit Öl. Vor etwa einem Monat wurde der Export von venezuelanischem Treibstoff jedoch faktisch eingestellt, da die Vereinigten Staaten eine Seeblockade verhängt haben. Wie das Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf interne Dokumente des staatlichen Ölkonzerns PDVSA berichtet, verließ der letzte Öltanker im Dezember die Häfen. Seitdem wurden regelmäßige Lieferungen unterbrochen.

Der Kraftstoffmangel belastet die kubanische Wirtschaft und den Alltag der Bürger bereits seit mehreren Jahren erheblich. Das Land leidet unter ständigen Strom- und Kommunikationsausfällen, und der Mangel an Lebensmitteln und Grundnahrungsmitteln ist zur Alltagsrealität geworden. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden durch eine demografische Krise verschärft: Laut kubanischen Experten ist die Bevölkerung in den letzten Jahren um etwa 18 Prozent zurückgegangen, hauptsächlich aufgrund massenhafter Auswanderung. Besonders junge Menschen verlassen das Land, da sie auf der Insel keine Perspektiven sehen.

Es ist derzeit unklar, ob andere Länder die Einstellung venezuelanischer Lieferungen kompensieren können. Laut Reuters traf am Ende der Woche ein Tanker mit Öl aus Mexiko in den Hafen von Havanna ein. Die Mengen dieser Lieferungen bleiben jedoch vergleichsweise gering. Außerdem ist der Anteil mexikanischen Öls am kubanischen Import im letzten Jahr zurückgegangen, was Analysten auf den Druck durch die Regierung Trump zurückführen. Zudem veröffentlicht Kuba keine offiziellen Statistiken zum Ölimport, was eine genaue Einschätzung der Lage erschwert.

Experten weisen darauf hin, dass Havanna theoretisch versuchen könnte, ihre Lieferquellen zu diversifizieren und enge Kooperationen mit anderen sympathisierenden Ländern der Region aufzubauen. Insbesondere werden Brasilien und Kolumbien genannt, wo linke Regierungen an der Macht sind. Laut Paul Webster Hare, Senior-Dozent für Internationale Beziehungen an der Boston University und ehemaliger britischer Botschafter auf Kuba, sind solche Optionen möglich, doch ihre Umsetzung würde Zeit und erhebliche diplomatische Anstrengungen erfordern.

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