Die Schlagzeilen zur Inflation kühlen sich ab - aber die Geschichte ist nicht so einfach.
Berichte über sinkende US-Inflation haben Spekulationen neu entfacht, dass die Federal Reserve bald eine Wende hin zu Zinssenkungen vollziehen könnte. Auch die politische Erzählung gewinnt an Momentum, da Präsident Donald Trump öffentlich Fed-Vorsitzenden Jerome Powell drängt, die Politik zu lockern, und argumentiert, dass die Inflation genug abgekühlt sei, um niedrigere Zinsen zu rechtfertigen.
Aber die Zahlen erzählen eine vorsichtigere Geschichte. Der Inflationswert für Dezember liegt bei 2,7%, mit einer Kerninflation von 2,6%. Das ist ein Fortschritt im Vergleich zu den vorherigen Höchstständen, aber es ist noch ein weiter Weg von der dramatischen Zahl von 1,55%, die im Umlauf ist. Die Kluft zwischen Wahrnehmung und Daten ist dort, wo die wirkliche Spannung liegt.
Das bringt die Fed in eine vertraute Zwickmühle. Zu früh senken und das Risiko eingehen, dass die Inflation wieder anzieht. Zinsen länger hoch halten und wachsenden politischen und Markt-Druck ausgesetzt sein. Jede Datenveröffentlichung hat jetzt ein übergroßes Gewicht, während Investoren versuchen, den nächsten Schritt vorwegzunehmen.
Die Märkte diskutieren bereits über das Timing, nicht über die Richtung. Die Frage ist nicht mehr *ob* die Zinsen schließlich sinken - es ist, ob die Fed bereit ist, sich zu bewegen, bevor die Inflation wirklich in ihre Zielzone eintritt.
Für den Moment mag der Inflationskampf abkühlen, aber er ist noch nicht vorbei. Und die nächste Entscheidung der Fed könnte weit über die Zinssätze hinaus Wellen schlagen.


