Finanzwissen: ROE
1. Was ist ROE?
ROE (Return on Equity, Eigenkapitalrendite) ist ein wichtiger Indikator zur Messung der Rentabilität eines Unternehmens und zeigt die Fähigkeit des Unternehmens, Gewinne aus dem von den Aktionären investierten Kapital zu erwirtschaften.
Die Berechnungsformel lautet: ROE = Nettogewinn ÷ Eigenkapital x 100%
Dabei gilt: Nettogewinn: Der nach Steuern verbleibende Gewinn des Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum
Eigenkapital: Die Summe der Vermögenswerte des Unternehmens abzüglich der Verbindlichkeiten, d.h. das Eigenkapital der Aktionäre.
2. Die tiefere Bedeutung von ROE
1. Aktionärsrendite
ROE spiegelt direkt wider, wie viel Rendite die Aktionäre für jeden investierten Euro erhalten. Beispielsweise bedeutet ein ROE von 15%, dass die Aktionäre für 100 Euro, die sie investieren, 15 Euro im Jahr verdienen können.
2. Fähigkeit des Unternehmens, Gewinne zu erzielen
Je höher der ROE, desto mehr Gewinn kann das Unternehmen mit demselben Eigenkapital der Aktionäre erwirtschaften, was auf eine stärkere Gewinnfähigkeit hinweist.
3. Nachhaltiges Wachstum
Laut der DuPont-Formel ist die nachhaltige Wachstumsrate = ROE x (1 - Ausschüttungsquote). Je höher der ROE, desto schneller kann das Unternehmen organisches Wachstum erreichen, ohne auf externe Finanzierung angewiesen zu sein.
3. DuPont-Analyse: Die drei Säulen des ROE
ROE kann mithilfe der DuPont-Formel in drei Kernfaktoren zerlegt werden:
ROE = Nettogewinnmarge x Gesamtkapitalumschlag x Eigenkapitalmultiplikator.
Nettogewinnmarge (Rentabilität)
Nettogewinnmarge = Nettogewinn ÷ Umsatz
Sie zeigt, wie viel das Unternehmen für jeden Euro Umsatz verdient. Unternehmen mit einer hohen Nettogewinnmarge haben in der Regel einen Markenaufschlag, technische Barrieren oder Kostenvorteile.
2. Gesamtkapitalumschlag (Betriebliche Effizienz)
Gesamtkapitalumschlag = Umsatz ÷ Gesamtkapital
Er zeigt die Effizienz des Unternehmens bei der Nutzung von Vermögenswerten zur Erzielung von Einnahmen. Unternehmen mit einem hohen Umschlag haben in der Regel eine hohe Betriebseffizienz und eine gute Nutzung ihrer Vermögenswerte.
3. Eigenkapitalmultiplikator (Finanzielle Hebelwirkung)
Eigenkapitalmultiplikator = Gesamtkapital ÷ Eigenkapital
Er zeigt das Maß, in dem das Unternehmen Schulden verwendet. Je höher der Eigenkapitalmultiplikator, desto mehr Schulden hat das Unternehmen und desto größer ist die finanzielle Hebelwirkung.