Die meisten Trader fallen beim Eingehen einer Handelsposition unbewusst in eine einseitige Denkweise. Wenn sie den Long-Button drücken, sehen sie nur die Aussicht auf steigende Preise, ein grünes Konto und wie hoch der Gewinn sein wird. Wenn sie Short gehen, denken sie ebenfalls nur an das Szenario eines starken Preisrückgangs und das potenzielle Gewinnpotenzial vor ihnen. Der Geist ist vollständig von dem gewünschten Ergebnis besetzt, während das gegenteilige Szenario – falls der Markt nicht der Einschätzung folgt – fast leer bleibt.
Diese mangelnde Vorbereitung bringt Trader in einen passiven Zustand, wenn sich die Preise gegen sie bewegen. Zunächst ist es nur ein kleiner Verlust, der dem erlaubten Risiko entspricht, aber da kein Aktionsplan vorhanden ist, beginnt die Angst und Hoffnung, in die Entscheidung einzudringen. Man zögert, den Stop-Loss zu setzen, tröstet sich selbst, dass der Preis umkehren wird, oder verschiebt den Stop-Loss weiter weg, um dem Markt mehr Raum zu geben. Aus einem kontrollierbaren Fehler wird der Handelsauftrag allmählich zu einer großen Wunde auf dem Konto.
In der Tat interessiert sich der Markt nicht dafür, wie gut Sie analysieren oder was Sie sich wünschen. Der Unterschied zwischen professionellen Tradern und emotionalen Tradern liegt nicht in der Genauigkeit ihrer Trendprognosen, sondern darin, dass sie sich auf das falsche Szenario vorbereiten, bevor sie an das richtige denken. Für sie beginnt ein Handelsauftrag nicht mit der Frage "Wo wird der Preis hingehen?", sondern mit der Frage "Wenn ich falsch liege, wie viel verliere ich und wie werde ich aus dem Auftrag aussteigen?"
Wenn Trader im Voraus Risiken akzeptieren, ist das Setzen von Stop-Loss nicht mehr ein Misserfolg, sondern ein unvermeidlicher Teil des Spiels. Ein kleiner, festgelegter Verlust hilft ihnen, das Kapital zu bewahren, die Ruhe zu bewahren und weiterhin im Markt zu bleiben, um andere Möglichkeiten zu nutzen. Im Gegensatz dazu führt das Nicht-Konfrontieren mit einem negativen Szenario dazu, dass jede Preisschwankung gegen sie zu einem psychologischen Druck wird, der die Trader in einen Strudel aus Angst, Zögern und undisziplinierten Entscheidungen hineinzieht.
Zweiseitiges Denken im Trading macht Sie nicht pessimistisch oder schwach, sondern hilft Ihnen, proaktiv zu sein. Wenn Sie einen Auftrag mit vollständiger Vorbereitung für beide Möglichkeiten erteilen, lassen Sie sich nicht mehr vom Markt führen. Egal, ob der Preis mit der ursprünglichen Einschätzung übereinstimmt oder nicht, Sie wissen immer, was Sie tun müssen, wo und wann.