Was ist das?

Agentic Commerce (oder „Agentenwirtschaft“) ist ein revolutionäres Modell des digitalen Handels, bei dem nicht ein Mensch, sondern sein autonomer KI-Agent als Käufer auftritt. Es ist nicht nur ein Bot zur Suche nach Rabatten. Es ist ein System, das selbstständig Kaufentscheidungen trifft, verhandelt, die besten Konditionen auswählt und selbstständig Zahlungen vornimmt, indem es Ihre digitalen Vermögenswerte nutzt.

In der Welt von Web3 ist dieser Begriff viral geworden, da die Blockchain (durch Stablecoins und Smart Contracts) die ideale finanzielle Infrastruktur für solche „unmenschlichen“ Käufer bietet.

Wie funktioniert das?

  1. Intention bilden: Sie setzen die Aufgabe: „Ich benötige ein Abonnement für einen Cloud-Server mit der besten Verfügbarkeit zum niedrigsten Preis, Zahlungen automatisch einen Monat im Voraus.“

  2. Forschung und Auswahl: Der Agent analysiert den Markt über spezielle Protokolle (wie MCP von Worldline oder AP2 von Revolut) und vergleicht nicht nur die Preise, sondern auch die technischen Parameter.

  3. Autonome Zahlung: Der Agent nutzt Ihre Krypto-Wallet. Dank der Technologie der „Agententoken“ (Agentic Tokens) kann er eine Transaktion in USDC oder USDT ohne Ihr Eingreifen, aber innerhalb der von Ihnen festgelegten Limits, signieren.

  4. Ausführung: Der Agent hat Zugang zum Dienst oder zur Bestätigung der Lieferung und berichtet Ihnen über das Ergebnis.

Warum ist es heute, am 20. Januar 2026, ein „Buzzword“?

In dieser Woche hat X (Twitter) buchstäblich mit Nachrichten über Agentic Commerce, die zur Realität wurden, explodiert:

  • Revolut (19. Januar) hat das AP2-Protokoll integriert, das es KI-Agenten ermöglicht, Zahlungen direkt über das Zahlungssystem durchzuführen.

  • Worldline (15. Januar) hat die ersten Server für die Verbindung großer Sprachmodelle (LLM) mit Bank-APIs gestartet.

  • Das Jahr 2026 wird bereits als „Jahr, in dem KI anfing, Geld auszugeben“ bezeichnet. Da traditionelle Banken langsam sind, verlagert sich der gesamte Fokus des Agentic Commerce jetzt auf Web3, wo Transaktionen sofort und programmierbar sind.

Risiken und Herausforderungen

  • Sicherheit: Wenn der Agent kompromittiert wird („Halluzination“ oder Hack), kann er eine Reihe unnötiger Einkäufe bis zur Erschöpfung des Limits tätigen.

  • Identifizierung: Verkäufer müssen lernen, „autorisierte Agenten“ von bösartigen Bots zu unterscheiden. Zu diesem Zweck wird derzeit das „Agentic Commerce Trust Protocol“ entwickelt.

  • Rechtliche Verantwortung: Es ist noch nicht geklärt, wer für eine fehlgeschlagene Transaktion verantwortlich ist — der KI-Entwickler oder der Wallet-Besitzer.

Zusammenfassung

Agentic Commerce ist der Übergang vom Internet, wo wir „klicken und kaufen“, zum Internet, wo wir „ein Ziel setzen und ein Ergebnis erhalten“. Es ist der Moment, in dem Web3 zu einer unsichtbaren Schicht wird, die die Wirtschaft von Bots und Agenten bedient.

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