Ray Dalio sorgt wieder für Aufsehen – und diesmal ist seine Warnung breiter gefasst als nur die Märkte.
In einer Reihe von aktuellen Beiträgen sagte der Bridgewater-Gründer, dass die globale Geldordnung "zusammenbricht", da das Vertrauen zwischen den USA und den großen ausländischen Inhabern ihrer Schulden weiter erodiert. Laut Dalio behandeln Zentralbanken Fiat-Währungen – insbesondere in US-Dollar denominierten Schulden – nicht mehr als die zuverlässigen Wertaufbewahrungsmittel, die sie einmal waren.
Er rahmt diesen Wandel in seine langjährige „Big Cycle“-These ein, die verfolgt, wie Imperien aufsteigen, ihren Höhepunkt erreichen und letztendlich verfallen. Und aus Dalios Sicht befinden sich die USA jetzt tief im späten Stadium dieses Bogens.
Was treibt den Zusammenbruch voran?
Wachsende geopolitische Misstrauen, sich ausweitende innenpolitische Gräben und die historischen Schuldenausgaben der USA. Er weist darauf hin, dass beide Seiten der Dollarbeziehung – die USA, die die Schulden ausgeben, und ausländische Regierungen, die sie traditionell kaufen – zunehmend unbehaglich miteinander sind. Diese Spannung, so schlägt er vor, wird gefährlich, wenn die Schuldenproduktion weiter ansteigt.
Dalio verbindet die heutige Turbulenz auch mit einem breiteren Wandel: der gleichzeitigen Schwächung der globalen Geldordnung, der innerpolitischen Kohäsion und des geopolitischen Gleichgewichts. In seinen Worten: "Es geschieht jetzt."
Für Geschäftsführende, Investoren und politische Entscheidungsträger ist seine Botschaft weniger eine Frage der Panik und mehr eine Frage, einen bereits im Gange befindlichen strukturellen Übergang zu erkennen. Dalio hat immer wieder argumentiert, dass die Ignorierung historischer Zyklen Länder verwundbar macht – und dass die heutigen Druckverhältnisse Veränderungen im globalen Finanzsystem schneller beschleunigen könnten, als viele erwarten.
Ob man seinen Schlussfolgerungen zustimmt oder nicht, Dalios neueste Kommentare sind eine Erinnerung daran, dass die Welt nicht nur mit Marktvolatilität zu kämpfen hat – sie navigiert durch die frühen Phasen einer viel größeren Neuausrichtung.