Obwohl die modulare Erzählweise von ETH Entwickler dazu gebracht hat, sich an die Trennung der Datenschicht zu gewöhnen, erfordert die Auswahl eines neuen dezentralen Speicherprotokolls dennoch eine äußerst sorgfältige architektonische Bewertung. Das Walrus-Protokoll bietet kostengünstige Speicherlösungen und bringt gleichzeitig eine Reihe von Konstruktionsbeschränkungen und Abhängigkeitsrisiken mit sich, die sich grundlegend von traditionellen Cloud-Diensten unterscheiden. Dies erfordert von den Entwicklern, dass sie vor dem Anschluss klare psychologische Erwartungen aufbauen.
Walrus ist eng an die Sui-Blockchain gebunden, die als seine Kontrollfläche dient, was bedeutet, dass die Aktivität des gesamten Speichernetzwerks eng mit dem Zustand der Sui-Maschine gekoppelt ist. Walrus überträgt die Indizierung von Metadaten, die Zahlungsabwicklung und das Berechtigungsmanagement vollständig an intelligente Verträge von Sui. Dieses Design hat zwar eine hohe Leistung zur Folge, bedeutet jedoch auch, dass Entwickler bei Überlastungen oder Ausfällen des Sui-Netzwerks keine neuen Dateien hochladen oder Metadaten aktualisieren können. Diese architektonische Eigenschaft von Walrus macht es ungeeignet als Datenbank für heiße Daten mit extrem hohen Echtzeitanforderungen, sondern besser geeignet als Kaltlager für große Dateien, statische Ressourcen oder historische Archive.
Die von Walrus verwendete Red Stuff 2D-Reed-Solomon-Codierungstechnologie ist zwar akademisch äußerst innovativ, hat jedoch als neuartiges kryptographisches Konzept noch keinen langfristigen Angriffstest in einer großflächigen Hauptnetz-Umgebung durchlaufen. Theoretisch kann Walrus böswilligen Verhaltensweisen von byzantinischen Knoten widerstehen, aber in der praktischen Umsetzung müssen Stabilität des Knoten-Netzwerks, tatsächliche Verzögerungen bei der Datenwiederherstellung und die Effizienz der länderübergreifenden Datenverteilung noch verifiziert werden. Im Vergleich zu reifen AWS S3 erscheint die aktuelle Entwicklungswerkzeugkette und das SDK von Walrus immer noch unausgereift, wobei Entwickler während des Integrationsprozesses möglicherweise mehr von den zugrunde liegenden Logiken und Ausnahmesituationen selbst handhaben müssen.
Die Zensurresistenz von Walrus kann für bestimmte kommerzielle Anwendungen ein zweischneidiges Schwert sein, insbesondere in Szenarien, die nutzergenerierte Inhalte (UGC) betreffen. Walrus stellt sicher, dass Daten, sobald sie auf der Blockchain sind, nicht einseitig gelöscht werden können. Dies schützt zwar die Datensouveränität, bringt jedoch auch die Entwickler in die Lage, mit Compliance-Herausforderungen umzugehen. Wenn die Frontend-Anwendung von dApp gegen Vorschriften verstößt, könnte der Betreiber rechtlichen Risiken ausgesetzt sein. Walrus verlangt von den Entwicklern, dass sie beim Entwurf der Anwendungsarchitektur zusätzliche Filter- oder Index-Middleware über der dezentralen Speicherebene aufbauen, um potenziellen Anforderungen an die Inhaltskonformität gerecht zu werden.



