Die Handels Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa sind erneut zum Hauptauslöser für die Turbulenzen auf dem globalen Markt geworden. Diesmal sind die Auswirkungen stark auf dem Kryptowährungsmarkt zu spüren, insbesondere bei Bitcoin, das aufgrund von hochriskanten Hebelpositionen, die in plötzlichen Risiko-Bewegungen gefangen sind, eine große Welle von Liquidationen erlebte. In kurzer Zeit wurden Hunderte Millionen Dollar an Derivate-Positionen in Bitcoin gelöscht, was die Sensibilität dieses Vermögenswerts gegenüber makroökonomischen Schocks verdeutlicht.

Verschiedene Datenquellen verzeichnen unterschiedliche Liquidationszahlen, aber alle liegen in einem signifikanten Rahmen. Einige Berichte schätzen, dass die Liquidation von Bitcoin im Bereich von 200 Millionen bis über 400 Millionen Dollar liegt, während die gesamte Liquidation des Kryptowährungsmarktes innerhalb von 24 Stunden auf zwischen 650 Millionen und fast 1 Milliarde Dollar geschätzt wird. Diese Unterschiede in den Zahlen sind größtenteils auf Variationen in der Zeitmessung und Methodologie zwischen den Datenplattformen zurückzuführen.

Eine Analyse, die sich auf Daten von CoinGlass bezieht, verzeichnete fast 1 Milliarde Dollar an Liquidationen von Long-Positionen in Kryptowährungen innerhalb von 24 Stunden, wobei etwa 440 Millionen Dollar aus Bitcoin und mehr als 390 Millionen Dollar aus Ethereum stammen. In diesem Zeitraum fiel der Preis von Bitcoin kurzfristig auf fast 87.000 Dollar, während Ethereum auf etwa 3.000 Dollar abrutschte. Ein weiterer Bericht zeigt, dass als die ersten Nachrichten über die Drohung von Zöllen auftauchten, rund 345 Millionen Dollar an Bitcoin-Positionen und 277 Millionen Dollar an Ethereum-Positionen liquidiert wurden. Selbst in dem folgenden Intraday-Rückgang wurden mehr als 320 Millionen Dollar an Long-Positionen in Bitcoin gelöscht, was die Liquidation von Short-Positionen weit überstieg.

Die Rekapitulation der CoinMarketCap-Community zeigt eine Gesamtliquidation von Kryptowährungen von etwa 648,6 Millionen Dollar an einem Tag, mit einer relativ ausgewogenen Verteilung zwischen Long- und Short-Positionen. Dies spiegelt die extreme Volatilität wider, die beide Seiten des Marktes einfängt und gleichzeitig bekräftigt, dass die Preisbewegungen diesmal nicht nur eine gewöhnliche technische Korrektur sind.

Der Hauptauslöser für die Turbulenzen kam nicht von internen Faktoren der Kryptowährungen, sondern von der Eskalation der Handelsrichtlinien der Vereinigten Staaten, die den Markt überraschten. Präsident Trump drohte damit, ab Februar Zölle von 10 Prozent auf bestimmte europäische Verbündete zu erheben, mit dem Potenzial einer Erhöhung auf bis zu 25 Prozent, wenn Dänemark dem Abkommen über Grönland nicht zustimmt. Auf der anderen Seite bereitet die Europäische Union Berichten zufolge Gegenmaßnahmen in Höhe von bis zu 93 Milliarden Dollar vor und erwägt den Einsatz aggressiverer Antipressionsinstrumente.

Die Reaktion des globalen Marktes erfolgt schnell. Die wichtigsten Aktienindizes wie der S&P 500 und der Nasdaq korrigierten um etwa 2 Prozent, während Gold auf ein neues Rekordhoch von etwa 4.800 bis 4.900 Dollar pro Unze als Absicherungsanlage sprang. In dieser risk-off Stimmung bewegte sich Bitcoin jedoch in die gleiche Richtung wie die Aktien und fiel innerhalb von 48 Stunden um etwa 9 Prozent, wobei er kurzzeitig unter die 88.000 Dollar-Marke fiel. Die Marktkapitalisierung der gesamten Kryptowährungen schrumpfte um etwa 150 Milliarden Dollar, und in einer bestimmten Stunde wurden mehr als 360 Millionen Dollar an Long-Positionen in Bitcoin liquidiert, so ein Markbericht.

Zur gleichen Zeit zeigen die neuesten Daten, dass die globale Marktkapitalisierung der Kryptowährungen bei etwa 3,04 Billionen Dollar liegt, wobei die Dominanz von Bitcoin nahe bei 59 Prozent liegt. Der Angst- und Gierindex befindet sich im „Angst“-Bereich und spiegelt das nach wie vor fragile Marktgefühl wider. Die kurzfristige Korrelation zwischen Bitcoin und den wichtigsten Aktien-ETFs ist ebenfalls sehr hoch, was die Ansicht verstärkt, dass Bitcoin unter diesen Umständen als hochriskante Beta-Anlage und nicht als sicherer Hafen wie Gold gehandelt wird.

Die Aufmerksamkeit des Marktes richtet sich nun auf die Entwicklung der Handelsrichtlinien. Trump gab dann ein Signal für mögliche Rahmenabkommen über Grönland und erklärte, dass er im Februar keine Zölle erheben werde. Diese Erklärung löste eine partielle Erholung am Aktienmarkt aus und half Bitcoin, wieder in den Bereich von 80.000 bis 90.000 Dollar zu steigen. Doch die Drohung neuer Zölle oder eine Gegenreaktion der Europäischen Union könnte weiterhin potenziell eine weitere Verkaufswelle auslösen.

Im Bereich der Derivate zeigen die Daten, dass das Open Interest an unbefristeten Futures-Kontrakten wieder auf fast 707 Milliarden Dollar gestiegen ist, ein Anstieg von etwa 2 bis 3 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Die Funding-Rate befindet sich weiterhin im positiven Bereich, obwohl sie zu sinken beginnt, was darauf hindeutet, dass die Hebelwirkung noch nicht vollständig aus dem Markt verschwunden ist. Diese Bedingungen machen Bitcoin anfällig für die nächsten makroökonomischen Schocks, sowohl von Handelsrichtlinien, der Bewegung von Anleiherenditen als auch von Aussagen globaler Beamter in internationalen Foren.

Insgesamt spiegelt diese Episode das klassische Muster von Liquidationen mit hoher Hebelwirkung in Bitcoin wider. Die Handels Spannungen zwischen den USA und Europa in Bezug auf Grönland waren der anfängliche Auslöser und zwangen die Trader, sowohl Long- als auch Short-Positionen gleichzeitig zu verlassen. Bitcoin zeigt erneut seine Eigenschaften als ein sehr sensibler Vermögenswert gegenüber makroökonomischen Dynamiken, fiel zusammen mit den Aktien, als die Angst zunahm, und versuchte dann, sich zu stabilisieren, als der Druck nachließ. In Zukunft wird die Richtung der Volatilität von Bitcoin stark davon abhängen, wie sich die globalen Handelsfragen entwickeln und wie aggressiv die Marktakteure wieder spekulative Hebel aufbauen.

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