Wichtige Erkenntnisse
Die Akzeptanz von Krypto-Zahlungen bleibt nach einem Jahrzehnt der Entwicklung begrenzt
Meme-Coins sind hochspekulative Vermögenswerte, den meisten fehlt die Langlebigkeit
Globale Krypto-Regulierung bleibt fragmentiert, die regulatorische Passerelle kann eine kurzfristige Lösung sein
CZ in Davos 2026 über Krypto-Zahlungen, Meme-Coins und Regulierung
Binance-Mitbegründer und ehemaliger CEO Changpeng Zhao (CZ) sprach bei dem Weltwirtschaftsforum 2026 in Davos über Krypto-Zahlungen, Meme-Coins und Regulierung und hob die strukturellen Herausforderungen im globalen Finanzsystem und auf dem Kryptomarkt hervor. Seine Bemerkungen konzentrierten sich auf Adoptionslücken bei Krypto-Zahlungen, spekulative Risiken von Meme-Coins und warum eine einheitliche globale Regulierung für Krypto in naher Zukunft unwahrscheinlich bleibt.
Die Akzeptanz von Krypto-Zahlungen entspricht nicht den Erwartungen
CZ sagte, die Akzeptanz von Krypto-Zahlungen habe die frühen Erwartungen nicht erfüllt, trotz mehr als einem Jahrzehnt der Entwicklung. Er stellte fest, dass Bitcoin und Krypto-Zahlungen immer noch nicht im Mainstream sind.
CZ verglich Krypto-Zahlungen mit anderen bahnbrechenden Technologien, bei denen die meisten Experimente scheitern, aber einige Erfolge einen exponentiellen Einfluss haben.
Die meisten Memes werden nicht sehr weit kommen, nur solche mit kulturellem Wert können langfristig bestehen
Bei der Diskussion über Meme-Coins sagte CZ, dass sie nach wie vor zu den risikoreichsten Segmenten des Krypto-Marktes gehören. Er stellte fest, dass die meisten Meme-Coins keine praktische Nützlichkeit haben und stark auf Marktsentiment und Spekulation angewiesen sind, was es schwierig macht, sie über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten.
Während eine kleine Anzahl von Meme-Coins, wie Dogecoin, länger als ein Jahrzehnt überlebt hat, sagte CZ, dass die meisten Memes nicht sehr weit kommen werden und dass nur solche mit kulturellem Wert langfristig bestehen können. Er verglich diese Dynamik mit dem NFT-Markt und fügte hinzu, dass ohne fundamentale Unterstützung spekulativer Hype dazu neigt, schnell zu verblassen.
Krypto-Börsen vs. traditionelle Banken
Um Bedenken hinsichtlich von KI-gesteuerten Bank-Runs zu adressieren, argumentierte CZ, dass die Technologie selbst kein Risiko einführt. Vielmehr beschleunigt die Technologie lediglich die Offenlegung bestehender struktureller Probleme. Wenn eine Bank eine Liquiditätsdifferenz hat, zeigen schnellere Abhebungen das Problem nur früher auf. Langsame Abhebungen, so sagte er, verzögern lediglich den Zugang zu Geldern, ohne das zugrunde liegende Problem zu beheben.
CZ nannte Binance als Beispiel. Die Börse verzeichnete in einer Woche Nettomittelabflüsse von 14 Milliarden Dollar. Die täglichen Höchstabhebungen erreichten 7 Milliarden Dollar, ohne dass es zu Liquiditätsstörungen kam.
Er stellte dies traditionellen Banken gegenüber und stellte fest, dass nur wenige ähnlichen Druck aushalten könnten, da ihr System der fractional reserves eine strukturelle Schwäche darstellt. Er stellte fest, dass dieses strukturelle Problem, und nicht die Geschwindigkeit der Abhebungen oder KI, ein relevanteres Risiko für das traditionelle Bankwesen darstellt.
Globale Krypto-Regulierung bleibt fragmentiert
CZ sagte, die globale Krypto-Regulierung bleibe inkonsistent, da jedes Land unterschiedlichen Rahmenbedingungen folgt oder gar keinen hat. Während die Bankenregulierungen weitgehend harmonisiert sind, variieren die Krypto-Vorschriften erheblich.
Binance hält derzeit 22–23 internationale Lizenzen, doch die meisten Länder haben immer noch keine umfassenden Krypto-Gesetze. Wichtige Gesetze, einschließlich des Marktstrukturgesetzes der USA, befinden sich noch in der Entwicklung.
Regulatorisches Passporting könnte vor globaler Aufsicht kommen
CZ sagte, dass ein einzelner globaler Krypto-Regulator kurzfristig unwahrscheinlich ist, aufgrund von Unterschieden in den Steuersystemen, Kapitalverkehrskontrollen und politischen Prioritäten. Er berät derzeit mehrere Regierungen zur Gestaltung der Krypto-Politik.
Stattdessen hob er regulatorisches Passporting als einen praktischeren ersten Schritt hervor. Unter diesem Modell könnte eine Lizenz in einer Gerichtsbarkeit an anderer Stelle anerkannt werden, was schnellere grenzüberschreitende Compliance ohne neue globale Institutionen ermöglicht.
CZs Bemerkungen in Davos untermauerten eine vorsichtige, aber strukturelle Sicht auf die Evolution von Krypto, wobei er auf Risikobewusstsein, regulatorischen Realismus und die Grenzen technologiegetriebener Lösungen zur Behebung finanzieller Designfehler hinwies.


