🤯 Sie haben diese Bilder mit Sicherheit in Ihrem Feed gesehen. Sie tauchen in sozialen Medien mit beneidenswerter Regelmäßigkeit auf, begleitet von Bildunterschriften wie "Opfer der Schönheit des 19. Jahrhunderts" oder "Spezifische Geschmäcker eines östlichen Herrschers". Von Schwarz-Weiß-Fotos sehen uns schwergewichtige Figuren in Ballettpässen an, mit dichten, zusammengewachsenen Augenbrauen und auffälligen Bärten. Das Internet hat sie längst als "iranische Prinzessinnen" bezeichnet, und die farbenfrohste – Anis al-Doliah, die Lieblingsfrau des Schahs. Millionen von Nutzern teilen diese Aufnahmen seit Jahrzehnten, erschrocken oder schmunzelnd über den "Harem" von Nasir al-Din Schah. Aber was, wenn ich Ihnen sage, dass die Geschichte, an die die ganze Welt geglaubt hat – einer der grandiosesten und langlebigsten historischen Memes ist, die kaum etwas mit der Realität zu tun haben? Schnallen Sie sich an, die Wahrheit ist viel interessanter als die Fiktion.

Der größte Fake des 19. Jahrhunderts: Warum die "bärtige Prinzessin" aus dem Harem des Schahs... ein Mann war?

Der Schah-Nerd und seine Kamera

Um dieses historische Kuriosum zu verstehen, muss man zuerst den Schah rechtfertigen. Nasir al-Din Qadschar, der fast ein halbes Jahrhundert lang den Iran regierte, war alles, nur kein primitiver Despot mit rückständigen Geschmäckern. Er war ein äußerst gebildeter Mensch seiner Zeit: Er sprach mehrere Sprachen, darunter Französisch, hatte ein lebhaftes Interesse an europäischer Malerei, Poesie und Geografie.

Der größte Fake des 19. Jahrhunderts: Warum die "bärtige Prinzessin" aus dem Harem des Schahs... ein Mann war?
Der größte Fake des 19. Jahrhunderts: Warum die "bärtige Prinzessin" aus dem Harem des Schahs... ein Mann war?

Doch seine größte Leidenschaft war die neueste Technologie seiner Zeit – die Fotografie. Der Schah war ein echter "Techno-Nerd" des 19. Jahrhunderts. Kaum hatte er von der Erfindung der Daguerreotypien erfahren, bestellte er in Teheran die Ausrüstung und Experten. Er hatte ein eigenes Fotolabor im Palast, und am Hof arbeiteten professionelle Fotografen, darunter Europäer und die berühmten Brüder Sevryugin. Der Schah dokumentierte persönlich alles um sich herum, einschließlich seiner Familie und dem Hofleben.

Woher kamen die Bärte?

Es ist wichtig, den historischen Nuance zu beachten: Die Schönheitskanons im Iran zur Zeit der Qadschar waren tatsächlich grundlegend anders als die modernen westlichen Standards. "Mondgesichtige" Frauen mit dichten, zusammengewachsenen Augenbrauen und feinem Flaum über der Oberlippe galten als Schönheitsideal. Einige Frauen zeichneten sich sogar absichtlich mit Surma Bärte und Augenbrauen auf, um dem Trend zu entsprechen.

Der größte Fake des 19. Jahrhunderts: Warum die "bärtige Prinzessin" aus dem Harem des Schahs... ein Mann war?

Doch die grotesken und männlichen Bilder, die im Internet viral wurden, gehen weit über diese spezifischen Schönheitsstandards hinaus. Und hier beginnt das Interessanteste.

Das Hauptbühnenbild des Jahrhunderts

Historiker und Fotoforscher neigen zu einer Version, die alles auf den Kopf stellt. Die berühmte "Anis al-Doliah" von den viralen Fotos existierte wahrscheinlich ... überhaupt nicht als reale Frau aus dem Harem.

Die Sache ist die, dass unter Nasir al-Din Schah das erste staatliche Theater gegründet wurde. Das war progressiv, aber mit einer Einschränkung: Frauen war es strikt verboten, auf die Bühne zu treten (dieses Verbot wurde erst nach 1917 aufgehoben). Wer spielte also die weiblichen Rollen? Richtig, Männer.

"Anis al-Doliah" auf den am meisten verbreiteten Bildern ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bühnenfigur, der Name der Heldin satirischer Stücke über das Hofleben, die über Jahre hinweg von demselben männlichen Schauspieler aus der Hoftruppe des Schahs gespielt wurde. Das, was wir für dokumentarische Aufnahmen der Frauen des Schahs halten, sind in Wirklichkeit Fotos von Schauspielern in Schminke und Kostümen (einschließlich der seltsamen Ballettpässe, die am Hof nach dem Besuch des Schahs beim russischen Ballett in Mode kamen).

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Wir betrachten "Fake News" aus dem vorletzten Jahrhundert, die das Internet für bare Münze genommen hat. Es ist fast so, als würden unsere Nachkommen in 200 Jahren Aufnahmen aus einer Comedy-Sketch-Show finden und denken, so sahen die realen Politiker unserer Zeit aus.

Eine Geschichtsstunde für das digitale Zeitalter

Diese Geschichte ist eine perfekte Erinnerung daran, wie leicht Illusionen die Realität ersetzen, und wie ein aus dem Kontext gerissenes Bild zur "Wahrheit" für Millionen wird. In unserer modernen Welt, die von Informationen, Deepfakes und viralen Mythen überflutet ist, ist das Bedürfnis nach etwas Echtem, Verifizierbarem und Unveränderlichem höher denn je.

Gerade deshalb achten heute viele auf Technologien, die nicht "nachträglich gefotoshopt" oder zum Vorteil der Massen gefälscht werden können. Blockchain und Kryptowährungen werden zum Anker objektiver Realität in einem tobenden finanziellen und informativen Ozean. Vielleicht ist es in einer Ära globaler Fakes sinnvoll, Werkzeuge zu haben, die Transparenz garantieren. Sei es das anerkannte digitale Gold $BTC und $ETH, das Fundament des Börsenökosystems $BNB, schnelle Blockchains wie $SOL und $SUI oder sogar Teile der modernen Internetkultur in Form von $DOGE und $PEPE. Eine kluge Diversifikation, die infrastrukturelle $POL oder private $ZEC einschließt, hilft, das Gleichgewicht in einer Welt zu wahren, in der selbst eine "Prinzessin" sich als nur talentierter Schauspieler herausstellen kann.

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