DAS "KLEINE DÄNEN-PROJEKT" UND DIE ZWANGSASSIMILIERUNG VON GRÖNLÄNDISCHEN KINDERN
Das Kleine Dänen-Experiment (auch bekannt als das "Kleine Dänen-Projekt" oder einfach "das Experiment") war eine kontroverse soziale Initiative, die 1951 von der dänischen Regierung während der kolonialen Verwaltung Dänemarks über Grönland durchgeführt wurde.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg suchten die dänischen Behörden, zusammen mit Organisationen wie Save the Children Denmark und dem Roten Kreuz, danach, die grönländische Gesellschaft zu "modernisieren", indem sie eine neue Generation von Inuit-Individuen schufen, die als Brücke zwischen dänischer und grönländischer Kultur dienen konnten. Sie glaubten, dass die dänische Gesellschaft und Kultur überlegen waren und dass ausgewählte Kinder zu einer gebildeten, dänischsprachigen Elite oder "Herrscherklasse" werden könnten, um die Insel zu entwickeln. Um dies zu erreichen, wurden 22 grönländische Inuit-Kinder – im Alter von etwa 4 bis 10 Jahren (hauptsächlich zwischen 6 und 10) – ausgewählt, oft von lokalen Priestern und Lehrern basierend auf Kriterien wie Intelligenz und wahrgenommenem Potenzial. Obwohl der Plan ursprünglich auf Waisen abzielte, hatten viele lebende Eltern und Familien.
Die Kinder wurden von Nuuk (Godthab) nach Dänemark mit dem Schiff transportiert, wo sie etwa anderthalb Jahre bei dänischen Pflegefamilien untergebracht wurden. Dort wurden sie in die dänische Sprache und Bräuche eingetaucht, durften kein Grönländisch (Kalaallisut) sprechen und wurden im Wesentlichen umgeschult, um "kleine Dänen" zu werden. Die Absicht war, dass sie als Vorbilder und Agenten der Modernisierung nach Grönland zurückkehren sollten.
Das Projekt scheiterte letztendlich tragisch. Sechs der Kinder wurden von ihren dänischen Pflegefamilien adoptiert und blieben in Dänemark. Die verbleibenden 16 wurden 1952 nach Grönland zurückgeschickt, konnten jedoch nicht mit ihren biologischen Familien wiedervereint werden. Stattdessen wurden sie in ein dänischsprachiges Waisenhaus in Nuuk untergebracht, das vom Roten Kreuz betrieben wurde, wo sie weiterhin von ihren Gemeinschaften isoliert waren, es ihnen untersagt war, ihre Muttersprache zu verwenden, und sie wenig oder keinen Kontakt zu Verwandten hatten. Diese Trennung verursachte tiefgreifende Traumata, Identitätsverlust, Sprachbarrieren (viele vergaßen oder konnten Grönländisch nicht mehr fließend sprechen).