Walrus erstellt "verifizierbare Dekontextualisierung": Wenn Dateninseln die Wurzeln des Bedeutungswachstums unterbrechen
Walrus verpackt jede Erinnerung als unabhängiges On-Chain-Objekt und stellt sicher, dass ihr Zustand isoliert und unveränderlich ist. Dieser Mechanismus gewährleistet die Reinheit der Daten, unterbricht jedoch systematisch die Wurzeln des Bedeutungswachstums - nämlich wie Erinnerungen in der Interaktion mit anderen kontinuierlich neue Bedeutungen generieren.
Das Verständnis der Menschheit für die Welt hängt von Netzwerken des Kontexts ab: Der Wert eines Bildes zeigt sich oft in seinem intertextuellen Zusammenhang mit relevanten Archiven, gegensätzlichen Ansichten und nachfolgenden Entwicklungen; die Bedeutung einer Familiengeschichte vertieft sich häufig im Vergleich mit Stammbäumen, alten Fotos und mündlicher Tradition. Bedeutung ist nicht in den inhärenten Eigenschaften des Objekts eingebettet, sondern entsteht in dynamischen Prozessen der Beziehung.
Aber das Objektmodell von Walrus fixiert Erinnerungen als isolierte Einheiten. Ein Objekt kann nicht aktiv die tiefere Bedeutung eines anderen Objekts im On-Chain-Kontext „zitieren“, noch kann es Beziehungen wie „Dieser Inhalt ist eine Antwort auf jenen Inhalt“ tragen. Alle Verbindungen müssen von der externen Anwendungsebene erzwungen zusammengefügt werden, es fehlen die protokollierten semantischen Verbindungsprimitiven.
Fundamentaler ist, dass das System die schichtweise Evolution von Bedeutung nicht unterstützt. Du kannst keine „historischen Korrekturen“, „Nachkommenanmerkungen“ oder „kulturelle Übersetzungen“ auf das ursprüngliche Objekt anwenden, sondern nur völlig neue, unabhängige Objekte erstellen. Alte Bedeutungen werden nicht überschrieben, neue Bedeutungen werden nicht verknüpft, Erinnerungen werden zu einer Ansammlung verstreuter, einander unbekannter Fragmente.
Das Ergebnis ist, dass Walrus‘ „Unabhängigkeit“ auf Kosten der Entziehung des Kontexts geht. Es bewahrt isolierte Knoten, unterbricht jedoch die Fäden, die Bedeutung weben; es zeichnet Momentaufnahmen auf, verhindert jedoch, dass der Fluss des Verstehens vorwärts fließt.
Fazit: Wenn Erinnerungen als undurchdringliche Atome verpackt werden, verlieren sie die Fähigkeit, mit der Welt zu kommunizieren. Walrus baut keinen Wissenswald, sondern schafft mit Isolierkapseln stille Inseln - im Namen der Verifizierbarkeit wird die Dekontextualisierung vollzogen.

