Heute ist der 29. Dezember, Montag. Bitcoin erholte sich plötzlich, legte innerhalb eines Tages um über 2 % zu und stieg kurzzeitig über die Marke von 90.000 US-Dollar. Der aktuelle Kurs liegt bei etwa 89.600 US-Dollar. Diese Aufwärtsbewegung ging mit einer Liquidation von über 25 Millionen US-Dollar bei Short-Positionen einher, wobei die Gesamtliquidationen im gesamten Kryptomarkt bei 160 Millionen US-Dollar lagen – hauptsächlich durch Short-Explosionen getrieben. Analysten weisen darauf hin, dass sowohl Privatanleger als auch große Akteure (Whales) gleichzeitig Käufe tätigten, wobei die Börsen starke Kaufsignale zeigten. Nach der Anpassung der Derivate-Positionen stieg die Finanzierungsrate, und die implizite Volatilität verringerte sich. Obwohl die Marktverwundbarkeit weiterhin besteht, schieben die Bullen stetig den Preis nach oben. 10x Research weist darauf hin, dass trotz niedriger Handelsvolumina Veränderungen im Optionsmarkt auf eine potenziell große Wende hindeuten, die den sogenannten 'Weihnachtsmann-Verlauf' vorbereiten könnte. Andere Kryptowährungen stiegen synchron: Ethereum (ETH) durchbrach die 3.000-US-Dollar-Marke und legte um über 3 % zu; Binance Coin (BNB), Ripple (XRP) und Solana (SOL) sowie andere Altcoins folgten dem Aufwärtstrend, wodurch die Gesamtmarktkapitalisierung erneut über 3 Billionen US-Dollar stieg.

Da 2025 nur noch wenige Handelstage vor der Tür stehen, befindet sich der Bitcoin (BTC)-Markt an einem entscheidenden Scheideweg. Wenn der Bitcoin-Preis am Jahresende nicht erheblich steigen kann, wäre dies das erste Mal seit Einführung des Halving-Mechanismus, dass der Markt nach dem Halving ein negatives Jahresergebnis erzielt – was die langjährige Erwartung eines vierjährigen Zyklus sprengt.

Jahresende-Druck: 6,24 % Erholungsfenster

Bekannte Analysten weisen darauf hin, dass Bitcoin um etwa 6,24 % über dem aktuellen Niveau steigen müsste, um mit einem höheren Kurs als zu Jahresbeginn zu schließen. Dies ist nicht nur eine rein numerische Meilensteine, sondern auch von großer Bedeutung für das Marktpsychologie und technische Unterstützung. Ein Misserfolg könnte auf eine potenzielle strukturelle Veränderung im Bullenmarkt nach dem Halving hindeuten. Seit dem Hoch von 125.000–126.000 US-Dollar im Oktober ist Bitcoin um fast 30 % gefallen und erreichte im November ein Tief von 80.000 US-Dollar, was Bedenken über das Ende des Bullenmarkts auslöste. Technisch gesehen liegt Bitcoin seit längerer Zeit unter der 365-Tage-Durchschnittslinie, und die Volatilitätsindikatoren deuten auf sinkendes Spekulationsinteresse und schwache strukturelle Unterstützung hin. Auch die Kapitalflüsse bei physischen Bitcoin-ETFs haben sich negativ entwickelt: In mehreren Wochen im Dezember wurden über 1 Milliarde US-Dollar abgezogen, was institutionelle Abverkäufe und Steueroptimierungen am Jahresende widerspiegelt.

Makroökonomische und geopolitische Faktoren treiben die Entwicklung voran

Während der Erholung erreichten geopolitische Entwicklungen positive Nachrichten. Der US-Präsident Trump traf sich am 28. Dezember mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Florida, um einen Friedensplan zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine zu besprechen. Beide gaben an, sich in Bezug auf den 20-Punkte-Plan auf 90–95 % Einvernehmen geeinigt zu haben, wobei die verbleibenden Fragen hauptsächlich territoriale und Sicherheitsfragen betreffen. Trump erklärte, dass der Frieden „näher als je zuvor“ sei, und kündigte an, anschließend mit Putin zu sprechen. Diese Nachricht stärkte die Stimmung bei risikobehafteten Anlagen, wobei die Rückkaufoperationen der Fed die Liquidität weiter erhöhten. Der Edelmetallmarkt zeigte dagegen eine Korrektur: Gold lag bei etwa 4.500 US-Dollar pro Unze, Silber bei etwa 79–80 US-Dollar pro Unze (obwohl dies ein historisches Hoch darstellt, kam es in letzter Zeit zu einem Rückgang). Einige Analysten vermuten, dass Kapital von traditionellen Sicherheitsanlagen in den Kryptomarkt umgeschichtet wird, ähnlich dem Muster von 2020 – Edelmetalle stiegen zunächst, danach flossen Kapital in Bitcoin.

Analystenstreit: Totemkatzenrally oder neuer Bullenstart?

Die Meinungen sind gespalten. Pessimisten wie Ali Martinez warnen vor einem 'Todesschlag-Rally', wobei Nettoabflüsse von über 4,5 Milliarden US-Dollar und kontinuierliche Rückgänge bei ETFs zu beobachten sind. Mike McGlone prognostiziert, dass der relative Wert von Bitcoin gegenüber Gold möglicherweise auf die Hälfte sinken könnte – von 20 auf 10. Optimisten betonen hingegen technische Signale: bullisches divergierendes RSI, Unterstützung nahe der 200-Tage-Durchschnittslinie und eine Erholung des Kupfer-Gold-Verhältnisses, die auf eine Umstellung risikobehafteter Anlagen hindeutet. PlanB und TechDev weisen darauf hin, dass die Divergenz zwischen Bitcoin und Gold/Silber oft auf eine starke Aufwärtsbewegung hindeutet. Institutionelle Meinungen wie die von Coinbase-CEO Brian Armstrong sehen Bitcoin gegenüber dem US-Dollar als 'rein positiv', da es der Inflation und dem Haushaltsdefizit entgegenwirken könnte.

Historische Erfahrungen zeigen, dass nach einer Stärke der Edelmetalle oft Bitcoin folgt. Bei einer lockeren Liquidität und klarer Regulierung könnte Bitcoin im Jahr 2026 ein neues Allzeithoch erreichen.

Ausblick auf 2026: Ist die Seitwärtsbewegung vorbei und beginnt eine neue Periode?

Trotz einer eher unauffälligen Leistung im Jahr 2025 (im Vergleich zu den Erwartungen nach dem Halving) stieg der Marktanteil von Bitcoin auf über 60 %, und die institutionellen Halter bleiben stabil. Wenn der Preis am Jahresende die Marke von 90.000 US-Dollar halten kann, könnte dies den Weg für 2026 ebnen. Die Marktteilnehmer beobachten die FOMC-Sitzung im Januar genau – obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung derzeit nur bei 18,8 % liegt, könnte jedes Signal einer Lockerung die nächste Aufwärtsbewegung auslösen.

Der Bitcoin-Markt hat noch nie an Dramatik gefehlt. Ob die aktuelle Erholungswelle bis zum Jahresende anhält, entscheidet darüber, ob 2025 ein 'Bärenmarkt-Ende' oder eine 'Bullenmarkt-Pause' wird. Wenn sich dieses Muster fortsetzt, könnte die derzeitige Seitwärtsbewegung vor einer neuen Aufwärtsbewegung eine Ruhepause sein und nicht der Beginn eines Rückgangs.